Neben Streiks bei der Bahn hat auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Beschäftigte im Sicherheitsbereich zum Ende der Woche zu Streiks an Flughäfen aufgerufen. Seit Jahren möchte die Gewerkschaft bessere Löhne für das Luftsicherheitspersonal durchsetzen - bislang vergeblich. Nun folgt der nächste Streik an vier großen Airports – auf Passagiere kommen wieder Probleme zu. Besonders hart wird es wohl den Flughafen Hamburg treffen.

Wann und wo soll gestreikt werden?

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag und Freitag, den 20. und 21.03.2023 die Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, in der Fluggastkontrolle, der Personal- und Warenkontrolle und in Servicebereichen zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. "Der Streik beginnt in der Regel in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag und endet in der Nacht von Freitag auf Samstag", erklärte Verdi am Dienstag.
Die Streiks betreffen die Flughäfen:
Passagiere müssen sich an den nächsten Tagen wieder auf spürbare Behinderungen einstellen.

Flughafen Hamburg: Alle Flüge gestrichen

An diesen Flughäfen müssen sich Fluggäste in den nächsten Tagen auf Verspätungen und Flugausfälle gefasst machen: Es sei "mit längeren Wartezeiten bis hin zu Flugausfällen oder -streichungen zu rechnen", erklärte Verdi am Dienstag. „Nach aktuellem Stand werden rund 700 Abflüge an den Flughäfen DUS, HAM + CGN nicht stattfinden“, so der Flughafenverband ADV am Mittwoch mit. Rund 100 000 Fluggäste seien betroffen.
Wie der Hamburger Flughafen angekündigt hat, werden wegen des Warnstreiks am Donnerstag und Freitag alle Abflüge gestrichen. Nach aktuellem Stand müssten wohl 152 Abflüge am Donnerstag und 156 am Freitag ausfallen oder ohne Passagiere stattfinden. Landungen seien weiter möglich, allerdings müsse auch bei den Ankünften mit Flugstreichungen und Verspätungen gerechnet werden. Die Streiks betreffen somit alleine in Hamburg insgesamt fast 80 000 Fluggäste.

Schwierige Verhandlungen zwischen Verdi und BDLS

Die Warnstreiks haben ihren Ursprung in den Verhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi. Das Ziel ist, bessere tarifliche Regelungen für Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie eine angemessene Entlohnung von Überstunden für die Sicherheits- und Servicekräfte an Verkehrsflughäfen zu erreichen. Verdi-Vertreter Wolfgang Pieper erklärte, dass die Arbeit an Flughäfen attraktiver gestaltet werden muss, um Luftsicherheitsfachkräfte zu halten und neue zu gewinnen und damit längere Wartezeiten für Urlaubsreisende vermieden werden können.
Die Gewerkschaft betonte, dass das schriftliche Angebot des BDLS unzureichend und nicht akzeptabel sei. Die Verhandlungen sollen am 27. und 28. April fortgesetzt werden.
(Mit Material von dpa und afp)

Streiks auch bei der Bahn

Passagiere am Flughafen Stuttgart, die jetzt auf die Bahn umsteigen wollen, werden es schwierig haben: auch bei der Bahn wird im Nah- und Fernverkehr gestreikt.

Wenn wieder gestreikt wird: Das sind ihre Rechte