Deutschland geht am 16. Dezember in den Lockdown. Das wurde beim Treffen von Bund und Ländern am Sonntag beschlossen. An den Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern ist es nun, den gemeinsam beschlossenen Rahmen in den Tagen bis Mittwoch regional auszugestalten.
Schon jetzt aber ist klar, Teile des Handels müssen schließen - Friseure zählen dazu und viele Geschäfte, die nicht einen täglichen Bedarf bedienen. Auch für Schulen und Kitas sind neue Regeln beschlossen worden - und Teile der im November beschlossenen Lockerungen zu Weihnachten und Silvester sind durch schärfere Regeln ersetzt.
Das Ziel ist klar: von den hohen Infektionszahlen herunterkommen. Wie also sind die Corona-Zahlen in Deutschland am Montag, 14.12.2020, laut RKI?

Corona Zahlen in Deutschland heute - Die aktuellen Fallzahlen vom Montag, 14.12.2020

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst jeden Tag die aktuelle Corona-Lage in Deutschland, für die Bundesländer und Landkreise und bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
  • Neuinfektionen: Laut RKI-Angaben haben sich binnen eines Tages deutschlandweit mindestens 16.362 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Am Freitag wurden knapp 30.000 Neuinfektionen gemeldet, ein neuer Rekord in der Pandemie. Am Samstag gab es laut RKI 28.438 Neuinfektionen. Am Montag vor einer Woche waren 12.332 Menschen neu als infiziert gemeldet worden. An Sonntagen und Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Nach Angaben von „Zeit Online“ gibt es heute 18.030 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.337.078 Fälle.
  • Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 21.975. Das sind 188 Tote mehr als am Vortag. Am Freitag waren beinahe 600 neue Todesfälle vermeldet worden. Am Montag vor einer Woche 147.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 984.200.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde heute mit 1,12 angeben. (Vortrag: 1,17). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Hohe 7-Tage-Inzidenz - Corona-Zahlen in Deutschland steigen deutlich an

Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - steigt seit rund zehn Tagen deutlich an, sie lag am Sonntag bei einem neuen Höchststand von 169. Am Samstag lag sie noch bei 163,8 und am 3. Dezember bei 134,0. Zu Beginn des Teil-Lockdowns im November waren es um die 120. Bund und Länder wollen erreichen, dass es weniger als 50 werden - so könnten Gesundheitsämter Infektionsketten wieder nachverfolgen.
Allerdings unterscheidet sich die Inzidenz zwischen einzelnen Bundesländern erheblich. Mit 349 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen hatte Sachsen laut RKI-Angaben vom Sonntag den bei weitem höchsten Wert - mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgten Thüringen (231) und Bayern (200). Die niedrigsten Werte hatten Schleswig-Holstein (79), Mecklenburg-Vorpommern (83) und Niedersachsen (85).

Studie aus Jena: Mund-Nasen-Schutz verringert Risko einer Ansteckung deutlich

Einer Studie zufolge verringert der Mund-Nasen-Schutz das Corona-Infektionsrisiko um fast die Hälfte - um durchschnittlich rund 45 Prozent. „Das sind 55 statt 100 Neuinfektionen“, sagte der Mainzer Ökonom Klaus Wälde, einer der Autoren der im Fachjournal „PNAS“ veröffentlichten Untersuchung. „Oder noch anschaulicher: Statt 20.000 Neuinfektionen am Tag hätten wir ohne Masken rund 38.000.“ Sein Fazit: „Jeder sollte Masken tragen, um sich und andere vor Infektionen zu schützen.“
Das Team um Wälde hatte den Sonderweg Jena (Thüringen) untersucht und mit Daten aus ähnlichen deutschen Städten verglichen. In der thüringischen Stadt wurden Schutzmasken bereits am 6. April eingeführt und damit rund drei Wochen früher als in den meisten anderen deutschen Kreisen und Städten.

Corona-Zahlen in Deutschland: Immer mehr Patienten auf Intensivstationen

Auch die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt weiter deutlich an: Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) wurden 4491 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt (Stand Samstag, 12.15 Uhr) - 59 mehr als am Vortag. 57 Prozent von ihnen wurden invasiv beatmet.

Corona-Zahlen in den Bundesländern: Das Infektionsgeschehen im Dashboard

Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0 Uhr aktualisiert.

Kleiner Corona-Lichtblick: Studie untersucht langwierige Beschwerden nach Infektion

Die Spätfolgen einer Corona-Infektion können quälend sein: Jede Treppenstufe kostet Kraft und erschwert das Atmen. Das Herz stolpert, immer wieder schmerzt der Kopf, die Konzentration will nicht gelingen. Wie ein dunkler Schleier liegen Erschöpfung und Depression über dem Alltag. „Long Covid“ nennen es die Ärzte, wenn die Patienten sich nur schleppend erholen, wenn Gesundheit und Wohlbefinden nach der akuten Phase der Erkrankung weiter massiv beeinträchtigt sind. Doch Kurz vor dem harten Lockdown macht eine Studie zu dem Thema ein wenig Mut.

Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.