• Striktere Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte treffen laut einer Umfrage mehrheitlich auf Zustimmung
  • Der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin am Uniklinikum Jena, Mathias Pletz, hatte am Wochenende davor gewarnt, Corona-Maßnahmen an Schulen vorschnell aufzuheben
  • Das Virus treffe im Osten auf eine im Vergleich zum Westen hohe Zahl von Ungeimpften, sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz. Zudem sei die Zahl derer groß, die Schutzmaßnahmen verweigerten.

Aktuelle RKI-Fallzahlen 07.09.2021: Hospitalisierung, Inzidenz, Corona-Neuinfektionen, Todesfälle

Die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland vom Dienstag, 07.09.2021:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 83,8 (Vortag: 84,3 ; Vorwoche: 74,8
  • Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierten: 1,64
  • Neuinfektionen heute: 6726
  • Infektionen gesamt: 4.017.116
  • Neue Todesfälle: 59
  • Todesfälle gesamt: 92.413
  • Impfquote (Erstimpfung): 65,8 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 61,3 Prozent

Aktuelle Inzidenzwerte der Bundesländer – die Coronazahlen für Deutschland vom 07.09.2021

Die Inzidenzwerte steigen in ganz Deutschland an. Ein Blick auf die Corona-Zahlen der einzelnen deutschen Bundesländer: Wo ist die Inzidenz aktuell am höchsten und wo am niedrigsten?
  • 115,4 – Bremen
  • 115,1 – Hessen
  • 113,7 – Nordrhein-Westfalen
  • 103,6 – Rheinland-Pfalz
  • 96,3 – Saarland
  • 91,1 – Baden-Württemberg
  • 87,9 – Berlin
  • 79,8 – Hamburg
  • 77,5 – Bayern
  • 71,2 – Niedersachsen
  • 50,8 – Schleswig-Holstein
  • 36,4 – Brandenburg
  • 34,5 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 32,8 – Thüringen
  • 29,3 – Sachsen
  • 25,3 – Sachsen-Anhalt

Corona-Inzidenz und Neuinfektionen gestern und vor einer Woche

Gestern hatte das RKI für Deutschland 4749 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Vor einer Woche, am Dienstag, 31.08.2021, sind 5750 Neuinfektionen gemeldet worden.
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefststand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9. Nun steigen die Zahlen und die Inzidenz wieder – auch aufgrund der neuen Delta-Variante. Sie sind aber aktuell – im Vergleich zu anderen Ländern Europas – noch auf moderatem Niveau.
Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Hospitalisierungsrate Covid-19 aktuell in Deutschland – Krankenhäuser und Intensivstationen

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag, 04.09.2021, mit 1,83 an (Vortag 1,74). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung vergehen demnach im Schnitt etwa zehn Tage, dieser Wert spiegelt die Infektionslage also merklich verzögert wider.

Corona-Zahlen weltweit: Tote und Infizierte laut Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet heute (Stand 6 Uhr) weltweit mehr als 221 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 4,5 Millionen Menschen. Diese drei Länder sind aktuell am stärksten betroffen:
  • USA: 40.018.318 Infizierte und 649.072 Tote
  • Indien: 33.027.621 Infizierte und 440.752 Tote
  • Brasilien: 20.899.933 Infizierte und 583.810 Tote
  • Deutschland verzeichnet laut JHU aktuell 4.020.587 Infizierte und 92.419 Tote.

Beschluss von Hospitalisierungsrate als neuer Corona-Richtwert

Vor der anstehenden Bundestagswahl soll der Bundestag für den weiteren Kampf gegen die Corona-Pandemie im Herbst und Winter einige Neuregelungen beschließen.
Als wichtigster Richtwert für mögliche neue Corona-Regeln soll die Zahl der Corona-Patienten in den regionalen Kliniken (Hospitalisierungsrate) verankert werden - dies soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen mittels Inzidenzwert ablösen, die angesichts des Impffortschritts nicht mehr als so aussagekräftig gelten.
Zudem sollen Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind.
Die Neuregelungen sollen auch Klarheit für die nächste Zeit schaffen, in der eine Regierungsbildung geklärt werden dürfte. Der Bundesrat muss in einer Sondersitzung am Freitag ebenfalls noch zustimmen.

Diese neuen Corona-Richtwerte entscheiden über neue Corona-Regeln

Die Länder sollen künftig weitgehend vor Ort festlegen können, ab wann strengere Alltagsbeschränkungen nötig werden. „Wesentlicher Maßstab“ für zu ergreifende Maßnahmen soll insbesondere die Zahl aufgenommener Corona-Patienten in den Kliniken je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sein. Berücksichtigt werden sollen aber auch „weitere Indikatoren“. Genannt werden die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, verfügbare Intensivkapazitäten und die Zahl der Geimpften. Die Länder sollen dann festlegen können, wo kritische Schwellenwerte liegen.
Hintergrund ist, dass die bisher als zentraler Indikator genutzte Zahl der Neuinfektionen (Inzidenz) angesichts von Millionen Geimpften nicht mehr so stark und direkt auf die Klinikbelastung durchschlägt. Bisher sind im Infektionsschutzgesetz feste, einheitliche Werte genannt, ab welcher Sieben-Tage-Inzidenz die Länder oder Behörden vor Ort einschreiten sollen: ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zum Beispiel mit „umfassenden Schutzmaßnahmen“.