• Trotz strenger Corona-Regeln waren die Fallzahlen in Deutschland zuletzt zwar leicht rückläufig, aber noch immer zu hoch
  • Am Dienstag wurden beim vorgezogenen Corona-Gipfel daher eine Lockdown-Verlängerung bis Mitte Februar und entsprechende Maßnahmen beschlossen
Es ist entschieden: Der Lockdown ist vorerst bis zum 14. Februar verlängert und die Corona-Regeln sind entsprechend verschärft worden. Doch wann gelten die neuen Regeln eigentlich? Sobald die Maßnahmen umgesetzt sind und die jeweiligen Landesverordnungen aktualisiert sind, sollen sie weiter der Ausbreitung des Coronavirus entgegenwirken. Große Sorge bereiten Experten immer noch die Covid-19-Mutationen - diese verbreiten sich schneller und infizieren auch mehr Kinder und Jugendliche. Daher ist das Thema Schule und Kita nach wie vor heikel - und wurde beim Corona-Gipfel am 19.1. offenbar heftig diskutiert. Letztlich bleiben die Schulen und Kitas bis zum Lockdown-Ende Mitte Februar geschlossen. Doch es gibt Ausnahmen: Baden-Württemberg will beispielsweise von der Sonderregelung Gebrauch machen, dass Unterricht stattfinden kann, solange die Präsenzpflicht in den Einrichtungen aufgehoben ist. Auch genaue Termine für den Start des Unterrichts in den einzelnen Klassen sowie die Betreuung der Kleinkinder in den Kitas gibt es bereits.

Deutschland Corona-Zahlen heute: RKI meldet Neuinfektionen, Tote und Inzidenz am 21.1.2021

  • „Zeit Online“ berichtet, dass es aktuell 18.654 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 98.946 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.088.400 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 49.783 Personen. Es sind 1013 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 1055 neue Todesfälle zu verzeichnen. Der bisherige Höchstwert wurde am Freitag, 8. Januar 2021, mit 1188 Fällen innerhalb von 24 Stunden registriert.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde am Donnerstag mit 0,87 angegeben. Am Mittwoch lag er ebenfalls bei 0,87. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 119,0. Gestern war ein Wert von 123,5 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Die Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Ab wann gelten neue Corona-Regeln

Wir haben bei der Landesregierung Baden-Württemberg in Stuttgart nachgefragt.Regierungssprecher Rudi Hoogvliet erklärte, im Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz sei allgemein festgehalten, dass die Regeln möglichst schnell umgesetzt werden müssten.

Viele Corona-Patienten sterben an unerkannter Blutvergiftung

An einer Sepsis - auch Blutvergiftung genannt - sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 75.000 Menschen. Auch viele der täglich etwa 1000 Corona-Toten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stifung an einer unerkannten Blutvergiftung.