• Der Corona-Gipfel vom 19.1.2021 ist beendet
  • Merkel und die Ministerpräsidenten haben die Regeln nochmals verschärft
  • Der Lockdown wurde bis Mitte Februar verlängert
  • Doch ab wann sind die neuen Corona-Regeln gültig?
  • Schule und Kita bleiben bis zum Ende des Lockdowns geschlossen

Nach Corona-Gipfel steht fest: Schule und Kita bleiben geschlossen

Der derzeit bestehende Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs  am Dienstag beim Corona-Gipfel entschieden. Weiterhin geschlossen bleiben auch Kitas und Schulen. Dieser Punkt war in den Spitzenberatungen von Bund und Ländern besonders umstritten.
„Wir müssen jetzt handeln“, sagte Merkel am Dienstagabend nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Es sei nun noch Zeit, der Gefahr vorzubeugen. Sonst könnten die Zahlen stark steigen.
Zwar zeigten die harten Einschnitte Wirkung, sagte Merkel. Diesen Bemühungen drohe aber „ernsthafte Gefahr“, die man heute klarer sehe. Merkel verwies auf die Mutation des Virus, die vor allem in Großbritannien und Irland aufgetaucht sei. Bisherige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass dieses mutierte Virus sehr viel ansteckender sei. In Deutschland seien bereits einzelne Fälle bekannt.

Kretschmann will Schulen ab 1. Februar schrittweise öffnen

Trotz der Gipfel-Entscheidung will Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann Grundschulen und Kitas im Land voraussichtlich vom 1. Februar an schrittweise wieder öffnen. Er strebe an, Kitas und Grundschulen vorsichtig wieder aufzumachen, „wenn die Infektionslage das zulässt“, sagte der Grünen-Politiker nach dem Bund-Länder-Treffen zur Corona-Krise. „Die Kleinsten leiden am meisten darunter, wenn sie nicht mit anderen Kindern in Kontakt kommen können.“ Die endgültige Entscheidung werde man in der kommenden Woche treffen.
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Vorhaben in Baden-Württemberg stößt auf Kritik

Die in Baden-Württemberg geplante Öffnung von Grundschulen und Kitas ab Februar ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) angesichts fehlender Schutzmasken und mangelnden Personals nicht umsetzbar. So lange noch Sicherheitsmaßnahmen fehlten, sei ein solcher Schritt für Kitas und Schulen ab dem 1. Februar in der aktuellen Corona-Situation utopisch, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Mittwoch in Freiburg.
„Die Sicherheit von Kindern, Jugendlichen und den pädagogischen Profis in Kitas und Schulen muss aber immer unser höchstes Ziel sein.“ Es wünschten sich zwar alle, wieder in die Kitas und Klassenzimmer zurückkehren zu können. „Wenn das aber aufgrund der Infektionszahlen oder aufgrund der Gefahr durch neue Virusvarianten nicht möglich ist, müssen leider Kitas und Schulen geschlossen bleiben“, sagte Stein.

Regeln für Schule und Kita: Das gilt bisher in den einzelnen Bundesländern

Bildung ist Ländersache, weswegen sich die Regeln in den Bundesländern unterscheiden. Unser Überblick zeigt, was wo aktuell gilt:
  • Baden-Württemberg:
    Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kindertagespflege sind in Baden-Württemberg derzeit geschlossen. Grundschüler lernen analog oder digital mit Materialien zu Hause.
    Das bleibt wohl auch so: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) verständigten sich darauf, auf Lockerung zu verzichten. Zuvor war im Gespräch, Schulen und Kitas ab dem 18. Januar wieder zu öffnen.
    Für Kinder in Kitas und Schülerinnen und Schüler bis zur 7. Klasse wird eine Notbetreuung angeboten. Sie gilt für Kinder, „deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind“, so das Ministerium. Eltern müssen nachweisen, „dass beide entweder in ihrer beruflichen Tätigkeit unabkömmlich sind oder ein Studium absolvieren oder eine Schule besuchen, sofern sie die Abschlussprüfung im Jahr 2021 anstreben“.
    Schon jetzt nutzen laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg deutlich mehr Kinder die Notbetreuungsangebote der Grundschulen und Kitas als vor Weihnachten. Zum Teil gebe es deshalb Personalengpässe, erklärte GEW-Landesgeschäftsführer Matthias Schneider. Auch an Grundschulen wird die Notbetreuung laut dem Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE) gut angenommen.
  • Bayern:
    Auch in Bayern sind Schulen und Kitas derzeit geschlossen. Bis Ende Januar soll es auch hier Distanzunterricht geben. Außerdem gibt es auch im Freistaat eine Notbetreuung in Schulen und Kitas.
    Für Schülerinnen und Schüler besteht eine Maskenpflicht. Die Faschingsferien, die eigentlich vom 15. bis 19. Februar gehen, entfallen dieses Jahr in Bayern. Für Bayerns Schüler wird es die Zwischenzeugnisse für die erste Hälfte des Schuljahres 2020/21 wegen der Folgen der Corona-Pandemie erst am 5. März geben.
  • Berlin:
    In Berlin sollen die Schulen schrittweise wieder geöffnet werden. Ab dem 18.1 sollen die Klassen 1 bis 3 drei Stunden täglich unterrichtet werden. Das gilt ab dem 25. Januar auch für die Klassen 4 bis 6. Berliner Kitas bieten weiterhin eine Notbetreuung an.
  • Brandenburg:
    In Brandenburg gibt es erst einmal keinen Präsenzunterricht. Grundschüler sollen ab dem 25. Januar Wechselunterricht erhalten – vorausgesetzt die Infektionslage lässt das zu. Die bereits bestehende Notbetreuung gilt auch für Kinder von Alleinerziehenden. Krippen und Kindergärten bleiben geöffnet.
  • Bremen:
    In Bremen fand vom 11. bis 15.01 eine Übergangswoche statt. Schülerinnen und Schüler wurden außerdem bis zum 17.01 auf freiwilliger Basis auf Covid19 getestet. Für die Klassen 1 bis 6 wird die Teilnahme am Präsenzunterricht ermöglicht, die Anwesenheitspflicht bleibt jedoch bis zum Monatsende ausgesetzt.
    Kitas arbeiten in Bremen im eingeschränkten Regelbetrieb. Es existiert ein Ampelsystem, das die Öffnung der Einrichtungen steuern soll.
  • Hamburg:
    Auch an den Hamburger Schulen soll vor allem Distanzunterricht angeboten werden. Wer nicht zuhause lernen kann, darf die Schule aber weiterhin besuchen und wird dort betreut.
    Auch in den Kindergärten gilt eingeschränkter Regelbetrieb. Eltern, die ihre Kinder nicht zu Hause betreuen können, dürfen diese weiterhin in die Kita geben.
Die Grundschulen sind bundesweit größtenteils geschlossen. Grundschülerinnen und Grundschüler sollen aufgrund der Corona-Pandemie zuhause lernen.
Die Grundschulen sind bundesweit größtenteils geschlossen. Grundschülerinnen und Grundschüler sollen aufgrund der Corona-Pandemie zuhause lernen.
© Foto: Annette Riedl/dpa
  • Hessen:
    In Hessen ist die Präsenzpflicht an Grundschulen vom 11. Januar 2021 bis zum 31. Januar 2021 ausgesetzt. Ein Betreuungsangebot gibt es für Kinder von Eltern, „denen beruflich oder aus anderen Gründen nicht möglich ist, Ihre Kinder zu Hause zu betreuen“. Gleiches hat die Hessische Landesregierung für Kitas beschlossen.
  • Mecklenburg-Vorpommern:
    Mecklenburg-Vorpommern hebt die Präsenzpflicht für alle Jahrgangsstufen auf.
    Eltern sollen ihre Kinder nur in die Kita bringen, wenn eine anderweitige Betreuung nicht möglich ist. Die Kinder sollen dafür vorab angemeldet werden. Das gilt ebenso für Kinder der Klassen 1 bis 6.
  • Niedersachsen:
    Der NDR berichtet, dass Niedersachsens Grundschüler ab Montag, 18.01, in ihre Klassen zurückkehren - allerdings in geteilten Gruppen. Jeweils eine Hälfte der Schüler bleibe zu Hause, die andere arbeite in der Klasse. Eine Ausnahme gelte für Landkreise mit hohen Corona-Infektionszahlen. Dort blieben Grundschulen auch weiterhin geschlossen.
  • Nordrhein-Westfalen:
    Auch in NRW sollen Eltern ihre Kinder selbst betreuen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Kinder in die Kita zu geben - aus beruflichen oder familiären Gründen. Dazu müssen die Eltern keine „systemrelevante Berufe“ ausüben.
    Der Präsenzunterricht ist bis Ende Januar ausgesetzt. Allerdings bieten alle Schulen ein Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 an, die nicht zu Hause betreut werden können oder bei denen eine Kindeswohlgefährdung vorliegt.
  • Rheinland-Pfalz:
    Auch hier wird der Fernunterricht für alle Schülerinnen und Schüler erst mal fortgesetzt. Ein Betreuungsangebot gilt für Schüler bis Klasse 7 und diejenigen, die besonderen Unterstützungsbedarf haben.
    Ab dem 25. Januar soll Wechselunterricht an Grundschulen durchgeführt werden. Ziel ist es, dass Grundschulen ab dem 1. Februar wieder öffnen können.
    Auch in den Kitas sollen die Kontakte möglichst reduziert werden. Laut Landesregierung können Kinder aber in die Kita gehen, wenn „dringender Betreuungsbedarf“ herrscht.
  • Saarland:
    Bis einschließlich 29. Januar 2021 wird im Saarland Distanzunterricht fortgeführt, auch an Grundschulen. Auch für Kita-Kinder gilt: Zuhause bleiben.
    Für die Klassenstufe 1 bis 6 wird auch im Saarland eine Notbetreuung angeboten: Am Vormittag wird ein pädagogisches Angebot zur Verfügung gestellt. Auch Eltern von Kita-Kindern können ihre Kinder betreuen lassen.
    Seit dem 14. Dezember gilt an den Schulen eine Maskenpflicht überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann.
  • Sachsen:
    In Sachsen bleiben Schulen und Einrichtungen der Kindertagesbetreuung voraussichtlich bis zum 7. Februar geschlossen. Für Grundschüler sowie für Kita- und Hortkinder wird eine Notbetreuung angeboten. Außerdem wird der Zeitraum der Winterferien geändert: Sie beginnen am 31. Januar und enden mit dem 6. Februar.
  • Sachsen-Anhalt:
    In Sachsen-Anhalt wird es bis Monatsende Distanzunterricht geben. Für Kinder bis zum 12. Lebensjahr gibt es eine Notbetreuung in den Schulen.
    Auch die Kitas in Sachsen-Anhalt laufen derzeit im Notbetrieb. Wie bei den Schulen können Eltern ihre Kinder betreuen lassen, wenn sie dazu selbst nicht in der Lage sind.
  • Schleswig-Holstein:
    Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat beschlossen, dass Schulen und Kitas zunächst bis Ende Januar größtenteils geschlossen werden, oder nur einen eingeschränkten Betrieb anbieten. Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 5 und für Kitas gibt es aber auch hier eine Notbetreuung.
  • Thüringen:
    Grundschüler in Thüringen sollen bis zum 22. Januar zuhause lernen. Vom 25. bis zum 29. Januar 2021 sind Ferien und am 1. Februar sollen wieder öffnen. Für Kinder der Klassenstufen 1 bis 6 wird bei Bedarf eine Notbetreuung angeboten.
    Kindergärten in Thüringen bleiben bis 31. Januar 2021 geschlossen, ebenso die Angebote von Kindertagespflegepersonen. Es findet eine Notbetreuung statt. Ab dem 1. Februar soll es dann wieder losgehen - im eingeschränkten Regelbetrieb. Details werden noch bekannt gegeben.

OECD-Bildungsexperte Schleicher für Öffnung der Grundschulen

Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher, hatte sich vor dem Gipfel für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten in der Pandemie ausgesprochen. „Selbst in der gegenwärtigen Infektionslage habe ich wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen werden“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
„Schulschließungen haben langfristig schwerwiegende Folgen, vor allem in den ersten Schuljahren und vor allem für Kinder aus sozial benachteiligtem Umfeld“, erklärte er. Auch Frankreich schränke das Leben ein und habe die zweite Corona-Welle gebrochen, ohne die Schulen zu schließen.