Corona USA: So hoch ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Tag der US-Wahl

Am Dienstag mitten in der Corona-Pandemie wählen die Amerikaner ihren neuen Präsidenten. So ist die Lage im Land.
Will Lester/DPANeun Millionen Infizierte seit Beginn der Coronapandemie zählen die USA. Über 230.000 Menschen sind dort an oder mit dem Coronavirus verstorben. Kaum ein Land ist so stark von Corona betroffen wie die USA. Dort wurde am 4.11. ein neuer Präsident gewählt. Das Coronavirus hat den Wahlkampf dabei begleitet und angeheizt. So ist die Lage in den USA am Wahltag.
Corona Zahlen USA: So viele Tote, Infizierte und Neuinfektionen gibt es am Mittwoch
Noch am Freitag meldete die Johns Hopkins Universität (JHU) in den USA einen neuen Rekordwert an Neuinfektionen. Innerhalb von 24 Stunden wurden dort 91.295 neue Infektionen mit dem Coronavirus erfasst. So ist der Stand laut JHU am Dienstag (Stand 4.11., 14:25 Uhr):
Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie: 9.387.400
Zahl der Toten: 232.657
Zahl der Genesenen: 3.705.130
USA Wahl: Corona auch im Wahlkampf zwischen Donald Trump und Joe Biden Thema
Das Krisenmanagement des US-Präsidenten Donald Trump ist auch im Präsidentschaftswahlkampf immer wieder Thema. Der Herausforderer Joe Biden kritisierte Trumps Umgang mit der Corona-Krise immer wieder scharf. Auf Twitter bezeichnete er Trumps Antwort auf die Corona-Pandemie als größtes Versagen eines Präsidenten in der Geschichte des Landes.
US Wahl und Corona: Anstrum auf „EarlyVoting“
Mehr als 98 Millionen Bürger haben bei der US-Präsidentschaftswahl schon vor dem offiziellen Wahltermin ihre Stimme abgegeben - ein Rekord. Der Ansturm auf das sogenannte Early Voting war in diesem Jahr unter anderem wegen der Corona-Pandemie gewaltig. Die im Vorfeld abgegebenen Stimmen entsprechen nach Angaben des US Elections Project der Universität von Florida mehr als 70 Prozent aller insgesamt bei der letzten Präsidentschaftswahl abgegebenen Stimmen.
Die Wähler konnten im Vorfeld des 3. November ihren Stimmzettel per Post schicken, persönlich in einem Wahllokal abgeben oder in einer im Freien stehenden, gesicherten Wahlurne einwerfen. Vor allem am ersten Tag der persönlichen Stimmabgabe bildeten sich in vielen Bundesstaaten lange Schlangen vor den Wahllokalen. Wähler warteten teilweise stundenlang, bis sie an der Reihe waren.
Angetrieben wurde das Early Voting durch die Corona-Pandemie: Viele Wähler wollen die potenziell vollen Wahllokale am eigentlichen Wahltag aus Angst vor Ansteckungen meiden. Das erklärt auch, warum im Vorfeld mehrheitlich Anhänger des Oppositionskandidaten Joe Biden wählten: Ihnen bereitet das Virus Umfragen zufolge deutlich mehr Sorgen als Anhängern der Republikaner von Präsident Donald Trump.
Corona USA: Was Trump und Biden zur Bekämpfung des Coronavirus planen
Beim inzwischen bestimmenden Thema für den Wahlkampf und die USA insgesamt könnten die Positionen der Kandidaten kaum unterschiedlicher sein. Donald Trump sagt in seinen täglichen Wahlkampfreden immer wieder, man werde bald über den Berg sein.
Darauf setzt Trump bei der Bekämpfung des Virus:
schnelle Verbreitung von Impfstoffen
Medikamenten wie Remdesivir
und des Antikörper-Cocktails der Firma Regeneron, mit denen er selbst als Covid-19-Patient behandelt wurde.
Experten warnen, dass ein solcher Kurs zu hohen Todeszahlen führen könnte: Die Impfstoffe dürften erst im Frühjahr in ausreichenden Mengen für alle verfügbar sein, das Regeneron-Mittel ist immer noch experimentell. Biden unterdessen will bis dahin eine möglichst breite Nutzung von Masken durchsetzen. Er kann dies zwar rechtlich kaum landesweit vorschreiben, hofft aber, die Gouverneure zu überzeugen. Auch plant Biden mehr Tests und einen Ausbau der Masken-Produktion in den USA.
Corona Fälle USA: Trump kritisiert „drakonische Lockdowns“ in Europa
US-Präsident Donald Trump hat Kritik an den „drakonischen Lockdowns“ in Europa geübt und solche Maßnahmen für die USA trotz stark steigender Infektionszahlen ausgeschlossen. „Schauen Sie sich an, was in Europa passiert ist“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in Hickory im Bundesstaat North Carolina. „Die Menschen begehren auf, sie wollen und können das nicht mehr tun.“ Trump fügte hinzu: „Europa hat drakonische Lockdowns verhängt, und trotzdem explodieren ihre Fallzahlen, die Zahl ihrer Toten nimmt stark zu, und ihre Wirtschaften sind - seien wir ehrlich, Sie sehen, was passiert - sie sind in Trümmern.“ Er fügte hinzu, natürlich wünschten die USA Europa nur Gutes.
Trump selbst tritt im Wahlkmapf immer wieder vor großen Menschenmassen auf.
Der Republikaner warf seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden vor, im Fall seines Sieges bei der Präsidentenwahl am Dienstag einen Lockdown in den USA verhängen und „Amerika in einen Gefängnisstaat“ verwandeln zu wollen. „Der Biden-Lockdown wird zu unzähligen Toten führen und eine ganze Generation an Träumen auslöschen.“ Trump lobte erneut sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie, das eine Mehrheit der Amerikaner seit Monaten negativ bewertet. Biden hat keinen Lockdown angekündigt, sondern versprochen, auf den Rat der Wissenschaftler zu hören. Er schrieb am Sonntag auf Twitter: „Donald Trump hat den Versuch aufgegeben, das Virus unter Kontrolle zu bringen.“
Corona USA: Fauci kritisiert das Weiße Haus
Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl haben sich der Seuchenexperte Anthony Fauci und das Weiße Haus öffentlich über den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie gestritten. Mit Blick auf die erneute deutliche Zunahme der Corona-Neuinfektionen sagte Fauci in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der „Washington Post“, die Vereinigten Staaten hätten nicht „schlechter aufgestellt“ sein können. Das Land werde wegen der Pandemie noch „eine Menge Schmerzen“ erleiden.
US-Präsident Donald Trump nehme seine Ratschläge zu verstärkten Vorkehrungen gegen die Pandemie nicht mehr an, kritisierte Fauci, der offiziell zum Beraterstab des Präsidenten gehört. Vielmehr höre Trump auf den Neuroradiologen Scott Atlas, der sich für möglichst wenige Corona-Beschränkungen einsetze. „Auf einmal wollten sie unsere Botschaft nicht mehr hören, weil sie nicht dem entsprach, was sie machen wollten“, sagte Fauci in dem Zeitungsinterview über Trumps Regierungsmannschaft.
Zugleich lobte Fauci, Trumps demokratischer Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl am Dienstag, Ex-Vizepräsident Joe Biden, nehme die Pandemie „von einem Standpunkt der öffentlichen Gesundheit ernst“.
Die Pressestelle des Weißen Hauses kritisierte Faucis Interviewäußerungen als „inakzeptabel“. Der Virologe verstoße „gegen jede gängige Praxis (...), indem er sich drei Tage vor einer Wahl entscheidet, Politik zu machen“, erklärte Sprecher Judd Deere.

