• Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Osterurlaub in Deutschland wegen der Corona-Pandemie ausgeschlossen
  • Ein digitaler Impfpass in der EU könnte das Reisen schon bald wieder möglich machen.

Sommerurlaub 2021: Touristen aus Baden-Württemberg zieht es an die Adria

Auch wenn in diesem Jahr Urlaub im eigenen Land sehr gefragt ist, sind Ferienorte an der Adria 2021 besonders beliebt. Nach der größten Tourismus-Messe, der CMT in Stuttgart, die in diesem Jahr nur digital stattfand, nahmen Buchungen für die Adriastrände, insbesondere Italien und Kroatien stark zu. Vor allem die Schwaben zieht es an die beliebte Region.

Buchungen in Italien und Kroatien nehmen deutlich zu

Wie Ilenia Cherubin vom Reiseveranstalter BiHoliday der Bild-Zeitung berichtet, zeigen die Buchungen, dass es die Touristen aus Baden-Württemberg an die Strände der oberen Adria drängt. Die Reservierungen hätten in Caorle (Italien) um 25 Prozent zugenommen, in Fazana (Kroatien) um 20 Prozent – verglichen zum Vorjahr.
Die Küsten an der Adria sind besonders beliebte Urlaubsziele
Die Küsten an der Adria sind besonders beliebte Urlaubsziele
© Foto: Pixabay
Laut Bild-Zeitung stellt Tourismusminister Guido Wolf den Ferienanbietern in der Zeit nach der Pandemie 12 Millionen Euro fürs Marketing zur Verfügung.

Urlaub 2021: Das sagen Reiseveranstalter

Deutschlands Reiseveranstalter hoffen trotz der weiter hohen Corona-Zahlen auf eine Reisewelle zur Sommersaison. Dabei setzen sie außer der Ankündigung von Schnelltests, die jeder selbst durchführen kann, vor allem auf Überlegungen der Europäischen Union, eine Art Corona-Impfpass für freies Reisen einzuführen. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) fordert bei dem Thema Tempo. „Wir sollten schon jetzt mit Hochdruck am europäischen Impfpass arbeiten - am besten digital auf dem Smartphone“, sagte Maas der „Bild am Sonntag“. „Wir haben zu oft in dieser Pandemie wichtige Zeit verloren, weil wir für absehbare Probleme nicht frühzeitig Lösungen vorbereitet haben.“ Der Impfpass müsse rechtzeitig einsatzbereit sein, „wenn möglich auch schon zum Sommer“.
Nach Angaben des DRV verzeichneten die deutschen Reiseveranstalter und -büros im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 80 Prozent, im Januar sogar von mehr als 90 Prozent. DRV-Präsident Norbert Fiebig appellierte daher: „Die Menschen, die endlich wieder raus möchten, brauchen eine Perspektive, aber auch die Unternehmen, die Reisen anbieten und vermitteln, sowie die fast drei Millionen Beschäftigten im Tourismus.“ Auch die Urlaubsländer seien auf Touristen angewiesen.

Urlaub im Sommer 2021? Mögliche Schnelltests vor Reisen machen Hoffnung

EU-Ratschef Charles Michel sagte zuletzt nach einem Gipfeltreffen, die 27 Staaten näherten sich beim Impfpass in ihren Vorstellungen an. Welche Rechte an das Dokument geknüpft sind, könne dann jedes Land für sich entscheiden. Die technische Entwicklung des EU-Impfpasses soll allerdings noch rund drei Monate dauern. Und geimpft sind bisher vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen, die im Sommer nicht unbedingt nach Mallorca oder Malta fliegen werden.
„Reisen in Europa wird im Sommer 2021 möglich sein - sicher und verantwortungsvoll“, legte sich der Chef des Touristikkonzerns Tui, Fritz Joussen, danach bereits fest.„Ein europäischer Impfpass kann dabei helfen, Reisefreiheit wiederherzustellen. Daran besteht kein Zweifel.“ Mit Spanien, Griechenland und Zypern sei Tui bereits in enger Abstimmung für die Sommersaison. Weitere Mittelmeer-Länder würden bald folgen. Schon jetzt schlägt sich das Interesse am Urlaub Joussen zufolge wieder stärker in „Buchungen und Umsatz“ nieder.

Digitaler Impfpass: Erleichterung für Reisen und Urlaub?

Der Geschäftsführer von DER Touristik Deutschland, Mark Tantz, bezeichnete den EU-Gipfel als Meilenstein. „Der digitale Impfpass wird eine erhebliche Erleichterung für den Reiseverkehr und insbesondere auf der Fernstrecke ein wichtiges Instrument werden“, sagte er. Darüber hinaus werde eine ausgereifte Teststrategie „uns bis zur Herdenimmunität in den Weg zur Normalität führen“.
Auch die Lufthansa geht davon aus, dass Reisen in Gebiete mit überschaubaren Infektionszahlen mit einer umfassenden Teststrategie wieder möglich werden. International anerkannte digitale Impf- und Testnachweise seien für das Wiederanlaufen des Flugverkehrs von hoher Bedeutung, sagte eine Sprecherin.

Nicht alle Reiseveranstalter sind wegen Impfpass optimistisch

Es gibt auch Veranstalter, die nicht ganz so optimistisch sind. „Die Diskussion um den Impfpass ist aus unserer Sicht zu früh angesetzt“, sagte Manager Ralph Schiller vom Reisekonzern FTI. „Noch ist der Anteil an Geimpften in der Bevölkerung viel zu gering, als dass ein Impfpass zum jetzigen Zeitpunkt eine echte Veränderung für die Reisebranche und Urlauber bedeuten würde.“ In den nächsten Monaten sei längst nicht mit Gästezahlen wie vor Corona zu rechnen, wenn die Möglichkeit zu verreisen an den Impfpass gekoppelt werde. Eine technische Umsetzung des Passes bis Herbst wäre für ihn „vollkommen ausreichend“. Wichtiger seien kurzfristig breite Testmöglichkeiten.