Wochenlang waren die Corona-Zahlen in Deutschland infolge des harten Lockdowns - und dessen Verlängerungen - gesunken. Seit rund zwei Wochen aber ist dieser stete Rückgang der Fallzahlen gestoppt, zuletzt gab es sogar wieder vereinzelt Tage, an denen die Zahlen im Vergleich zu den Werten der Vorwochentage höher lagen. Wie also entwickeln sich die Corona-Zahlen in Deutschland aktuell? Wie hoch liegen Inzidenz und Neuinfektionen heute, am Freitag, 26.01.2021 - gerade auch mit Blick auf den anstehenden Corona-Gipfel am 03.03. und die damit verbundene Diskussion um mögliche Lockerungen?

Corona-Zahlen für Deutschland heute: Zunächst erneut Verzögerungen auf dem RKI-Dashboard

Wie bereits in den vergangenen Wochen bereits mehrfach vorgekommen, hatte es am Freitagmorgen auch zunächst Verzögerungen bei der Veröffentlichung der Corona-Zahlen für Deutschland gegeben. „Die Daten werden derzeit aktualisiert“, war auf dem RKI-Dashboard zu lesen.
Die Daten auf dem Dashboard des RKI wurden am Freitag zunächst noch aktualisiert. Dadurch kam es bei der Veröffentlichung der Corona-Zahlen für Deutschland zu Verzögerungen.
Die Daten auf dem Dashboard des RKI wurden am Freitag zunächst noch aktualisiert. Dadurch kam es bei der Veröffentlichung der Corona-Zahlen für Deutschland zu Verzögerungen.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Neue RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Inzidenz, Neuinfektionen und Tote am 26.02.21

  • Zeit Online“ berichtete, dass es 10.836 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.424.684 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Freitagmorgen 394 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. „Zeit Online“ meldete 390 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen. Damit hat es in Deutschland seit Beginn der Pandemie 70.070 Corona-Tote gegeben. Am Freitag vor einer Woche hatte das RKI 508 Tote binnen eines Tages gemeldet.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er lag am Freitagmorgen bei 1,05. Am Vortag hatte er bei 0,98 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt laut dem RKI am Freitagmorgen bei 62,6. „Zeit Online“ meldete am Freitag einen Wert von 65,6. Am Donnerstag betrug er 61,7. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt seit mehreren Tagen um die Marke 60. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.
  • Nach Angaben von Zeit Online liegen aktuell 2898 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation.


Datenpanne beim RKI

Die aktuellen RKI-Zahlen für einige Landkreise sind außergewöhnlich hoch ausgefallen, wobei vor allem Bayern betroffen ist. So berechnet der Landkreis Rottal-Inn nur einen halb so hohen Wert für sich selbst, wie die Passauer Neue Presse berichtet. So habe das RKI für den Landkreis eine Inzidenz von 126,7 veröffentlicht, das Landratsamt kommt am Freitagmorgen auf 63. Statt 150 Tote wie das Landratsamt angibt, zeigt das RKI-Dashboard plötzlich 300. Deswegen wurde das Dashboard erst einmal offline genommen. Auf der Website heißt es, die Daten würden derzeit aktualisiert und stünden voraussichtlich gegen 10.00 Uhr wieder zur Verfügung.
In Bayern ist die Inzidenzzahl besonders wichtig, da Schulen gewissermaßen tagesaktuell geschlossen und geöffnet werden. So hat Nürnberg gleich wieder zugemacht, der Landkreis Passau geöffnet, obwohl die maßgebende Inzidenz von 100 nur beim RKi, nicht aber bei den Zahlen des Landesgesundheitsamts unterschritten war.

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Uni

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Freitag (Stand 6.00 Uhr) weltweit rund 112.981.302 Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.507.391 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 28.410.917 Infizierte und 508.114 Tote.
  • Indien: 11.046.914 Infizierte und 156.825 Tote.
  • Brasilien: 10.390.461 Infizierte und 251.498 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.426.819 Infizierten und 69.327 Toten.

RKI-Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen in Deutschland: NRW und Bayern vor Niedersachsen

Die meisten Neuinfektionen wurden Angaben von Zeit Online zufolge mit 2500 in Nordrhein-Westfalen verzeichnet. Es folgen Bayern mit 1547 und Niedersachsen mit 1078 neuen Corona-Fällen. Nordrhein-Westfalen hatte dem Bericht zufolge binnen 24 Stunden mit 80 Verstorbenen auch die meisten Corona-Todesfälle zu verbuchen. Es folgen Bayern und Sachsen, wo jeweils 43 durch oder mit dem Coronavirus starben.
Der Stadt- beziehungsweise Landkreis mit den meisten Neuinfektionen war die Bundeshauptstadt Berlin mit 510 neuen Fällen. Dahinter folgen „Zeit Online“ zufolge Hamburg mit 510 und die Region Hannover mit 244 Neuinfizierten. In zehn Kreisen gab es keine neuen Infektionen. Das seien, so die Angaben, weniger als am Vortag, als 13 Kreise keine neuen Fälle zu verzeichnen hatten.

Corona-Impfung in Deutschland: So viele Menschen haben sich schon impfen lassen

  • Die Zahl der Menschen mit einer ersten Impfung gegen Corona liegt laut RKI bei 3.633.282
  • Die Zahl der Menschen, welche die zweite Dosis Impfstoff gegen das Coronavirus bekommen haben, beträgt 1.910.863.

    Aktuell werden immer mehr Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft. Hat das Auswirkungen auf die Zahlen? (Symbolbild)
    Aktuell werden immer mehr Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft. Hat das Auswirkungen auf die Zahlen? (Symbolbild)
    © Foto: Sebastian Gollnow/DPA


Aktuelle Corona-Zahlen: Schüler laut RKI eher nicht der Motor

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist der hoch umstrittenen Frage nach dem Beitrag von Schulen zur Pandemie in Deutschland nachgegangen. Eine Analyse von Meldedaten und Studien lege nahe, dass Schülerinnen und Schüler „eher nicht als "Motor" eine größere Rolle spielen“, aber dass es auch bei ihnen zu Übertragungen komme und Ausbrüche verhindert werden müssten. Das schreibt das RKI in einer am Donnerstag veröffentlichten Online-Publikation. Schulausbrüche stehen laut dem Papier in engem Zusammenhang mit der Inzidenz (Fallzahlen auf 100.000 Einwohner) in der Bevölkerung.
Lehrkräfte spielten „eine vielleicht wichtigere Rolle“ als Schüler, heißt es. Die Autoren merken auch an, dass Schulen bei einer Ausbreitung ansteckenderer Virusvarianten einen größeren Beitrag zum Infektionsgeschehen leisten könnten. Seit Wochen wird in Deutschland ein Anstieg des Anteils der in Großbritannien entdeckten Mutante B.1.1.7 an positiven Corona-Proben beobachtet.
Bedenken muss man bei der RKI-Untersuchung, dass die Autoren vor allem auf Meldedaten blicken, die auf laborbestätigten Corona-Fällen beruhen. Sie weisen selbst auf eine Reihe von damit verbundenen Einschränkungen hin: Insbesondere Grundschüler wiesen relativ häufig keine Symptome auf oder der Beginn der Erkrankung lasse sich schwer zuordnen. Möglicherweise werde eine „größere Anzahl“ asymptomatischer Infizierter nicht erfasst und die Größe von Ausbrüchen unterschätzt. Anhand einer großen österreichischen Studie könne aber angenommen werden, „dass dieser Fehler vermutlich nicht substanziell groß ist“.

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.