Angesichts weiter sinkender Corona-Zahlen werden die Rufe nach weiteren Lockerungen etwa für die Innengastronomie lauter. Seit Oktober liegt die 7-Tage-Inzidenz in Bayern an mehreren Tagen unter dem Schwellenwert von 50 - und zwar laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 40,6 (Freitag). „Die Zahlen sinken beständig. Der Kurs von Vorsicht mit Perspektive zahlt sich aus“, schrieb Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf Facebook.
Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) forderte zum einen eine generelle Öffnung des gesamten Gastgewerbes für Geimpfte, Genesene und Menschen mit einem negativen Corona-Test, unabhängig von Inzidenzwerten. Verbandspräsidentin Angela Inselkammer verlangte zudem: „In Anbetracht derart niedriger Inzidenzwerte müssen wir zudem schnellstmöglich wieder den Weg zu mehr Normalität ohne Tests wie in der Phase nach dem ersten Lockdown wagen.“

Corona Lockerungen Bayern: Kabinett muss über weitere Schritte beraten

Über weitere Lockerungsschritte muss zuvor das Kabinett beraten. Eine Neuerung gibt es schon jetzt: Beim Erreichen niedriger Inzidenzwerte können einige Corona-Regeln in Bayern künftig einen Tag schneller gelockert werden. Damit wird eine zunächst nur für Pfingsten geltende Praxis verlängert, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte. Man habe damit gute Erfahrungen gesammelt.
Die Änderung betrifft Öffnungsschritte unter anderem für die:
  • Außengastronomie,
  • Hotellerie,
  • Kultur,
  • Sport
  • und bei Freizeitangeboten
sowie den Wegfall der Testpflicht bei diesen Angeboten bei noch niedrigeren Inzidenzwerten. Dafür muss nach wie vor die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche) von 100 beziehungsweise 50 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten sein. Nach der alten Regel folgte dann eine zweitägige Karenzzeit, bis am insgesamt achten Tag mit Zustimmung des Gesundheitsministeriums gelockert werden konnte. Diese Wartefrist wird nun auf einen Tag verkürzt.

Corona Bayern: Weniger Laboruntersuchungen an Pfingsten

„Öffnungen bereits ab Tag sieben sind ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Normalität“, sagte Holetschek. „Ich freue mich, dass die sinkenden Infektionszahlen weitere Erleichterungen ermöglichen.“
Zu beachten ist bei den Zahlen: An Feiertagen wie zuletzt Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet. Die Zahlen beruhen auf RKI-Daten vom Mittwochmorgen, nachträgliche Änderungen sind möglich.

Österreich: Lockerungen machen Hoffnung

Hoffnung auf Lockerungen keimt unter den Gastronomen und Kulturschaffenden in Bayern aufgrund der jüngsten Ereignisse in Österreich weiter auf. Dort wurden am Freitag größere Lockerungen verkündet. Viele hoffen darauf, dass die Aufbruchstimmung über die Landesgrenze schwappt. Denn die Alpenrepublik erlaubt ab 1. Juli wieder volle Stadien, Konzertsäle und Theater - und verzichtet dabei auch auf die Maskenpflicht. Dabei sollen die Obergrenzen an Besuchern bei Veranstaltungen im Freien und in Gebäuden fielen wegfallen, kündigte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Freitag in Wien an.

Geimpfte, Getestete und Genesene dürfen auf Konzerte

Voraussetzung in Österreich ist immer, dass die Besucher getestet, genesen oder geimpft seien. Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen seien zudem genehmigungspflichtig. „Ab 1. Juli kann wieder geheiratet werden, kann wieder gefeiert werden“, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Auch Open-Air Konzerte mit Stehplätzen könnten wieder stattfinden. Während die Maskenpflicht bei Veranstaltungen wegfällt, bleibt sie zum Beispiel in Supermärkten und in Bussen und Bahnen bestehen.

Corona Inzidenz in Österreich aktuell bei rund 40

Grundlage für die Lockerungen sei die insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung – sowohl bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus als auch bei der immer geringeren Belegung der Klinikbetten mit Corona-Patienten, sagte Kurz.

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