Theater, Sportstadien, Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen in vielen Stellen in Bayern zum Pfingstwochenende öffnen. Das beschloss die bayerische Staatsregierung laut dpa angesichts der auf rund 80 gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenz. Nach den Ferien soll es demnach auch in den Schulen weitergehen, sofern der Trend bei den Inzidenzen sich nicht wieder umkehrt.

Markus Söder: „Zeit für besseres Gefühl“

„Es ist auch wieder Zeit für ein besseres Gefühl in der Corona-Zeit“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung seines Kabinetts am Dienstag in München. Und Vize-Regierungschef Hubert Aiwanger von den Freien Wählern fügte hinzu: „Wir können mit Optimismus in die Pfingstferien gehen.“ Es gab aber auch warnende Worte, die indische Corona-Variante, die sich gerade in Großbritannien ausbreite, sei nicht zu unterschätzen.

Fitnessstudios in Bayern öffnen am Freitag

Ab Freitag 18.05.21 dürfen im Freistaat auch grundsätzlich Fitnessstudios wieder öffnen. Das gilt in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Inzidenz unter 100. „Mit Test und Buchungen und Maske bis zum Gerät“, erläuterte Söder, „unter dem Motto Click & Fit“. Sinkt die Inzidenz unter 50, entfällt für die Besucher die Pflicht, einen negativen Corona-Test vorzulegen, berichtet der BR.

Bayern: Theater, Kultur und Sport im Freien mit Zuschauern

In den bayrischen Kreisen, die unter 100 fallen, sind ebenfalls ab Freitag Kulturveranstaltungen im Freien möglich. Erlaubt werden laut Söder maximal 250 Zuschauer - „mit Test, mit Maske und festem Sitzplatz“. Unter 50 entfällt die Pflicht zum sonst obligatorischen Corona-Test. Auch Laien-Ensembles dürfen wieder proben. Die gleichen Voraussetzungen sollen dann auch für Zuschauer bei Sportveranstaltungen im Freien gelten.

Neue Beschlüsse für die Schulen in Bayern

Nach den Pfingstferien soll es kaum noch reinen Distanzunterricht in Bayern geben, meldet die dpa. Dieser wäre nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 und mehr vorgesehen. Nach den Ferien, so die Hoffnung, ist auch dort zumindest Wechselunterricht möglich. Eine Mehrheit der Schülerinnen und Schüler könnte somit - für den Rest des Schuljahres - reinen Präsenzunterricht genießen. Maske und Selbsttest bleiben allerdings Pflicht. Grund sei, dass die Inzidenz unter Teenagern besonders hoch sei, so Söder.
Die neuen Regelungen nach den Ferien sollen für alle Schularten und Jahrgangsstufen dort gelten, wo die Inzidenz unter 50 liegt. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit Werten zwischen 50 und 165 gibt es auch nach dem 7. Juni demnach lediglich Wechselunterricht. Nach den bisherigen bayerischen Corona-Regeln wäre bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 lediglich an Grundschulen Präsenzunterricht für alle erlaubt. Am Dienstag lag schon gut ein Dutzend Regionen unter diesem Wert. „Mit diesem richtungsweisenden Beschluss haben die Schüler, die Eltern und die Schulen einen klaren Fahrplan für mehr Präsenzunterricht bis zum Schuljahresende“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Auch in Kitas wird gelockert

Die gleichen Schwellenwerte gelten ab 7. Juni für Kinderbetreuungseinrichtungen: Bei einer Inzidenz unter 50 werde es ganz normalen Regelbetrieb geben, sagte der Ministerpräsident. In Regionen mit Werten zwischen 50 und 165 sollten Kinder in festen Gruppen betreut werden, bei einer höheren Inzidenz gebe es nur eine Notbetreuung.

Freibäder dürfen wieder öffnen

Wie vergangene Woche bereits angekündigt, beschloss der Ministerrat auch die Öffnung der Freibäder in Kommunen mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 ab Freitag. Besucher müssen einen Termin buchen und Mindestabstände einhalten. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100 müssen sie außerdem einen negativen Corona-Test vorlegen, unter 50 entfällt diese Testpflicht.

Messen ab 1. September geplant

Söder kündigte außerdem laut BR an, dass ab 1. September wieder Messen erlaubt werden. Als "Pilotmesse" soll nach Angaben von Wirtschaftsminister Aiwanger bereits vom 10. bis 12. Juli eine Fachmesse für Interior-Design in München stattfinden.