• Bund und Länder haben sich auf einem Impfgipfel beraten
  • Macht eine Kombination der Mutationen aus England und Südafrika das Virus jetzt noch gefährlicher?
Die mutierten Coronaviren aus England, Südafrika und Dänemark verbreiten sich in Deutschland. Dabei sinken die Corona-Zahlen aktuell. Experten hoffen die Varianten rechtzeitig einzudämmen. Aus England kommt nun die Meldung einer Kombination der mutierten Varianten B117 aus England und E484K aus Südafrika. Ein Grund zur Sorge?

Neue Kreuzung der Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika

Britische Wissenschaftler untersuchen im Auftrag der Regierung Proben des Coronavirus auf Mutationen. Nun haben die Forscher offenbar eine Kombination aus zwei Varianten in einem Virus gefunden. Das veränderte Spike-Protein E484K, das sich bei der Variante aus Südafrika (B1351) und Brasilien (P1) findet, ist offenbar in der englischen Variante B117 entdeckt worden. Die Forscher fanden laut einer Mitteilung der britischen Regierung diese Kombination in elf Proben.

Wie gefährlich ist die neue Kreuzung der Corona-Mutationen?

Wie gefährlich die neue Variante ist, ist bei so wenigen Proben noch nicht abschätzbar. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Kreuzung jedoch möglicherweise für gefährlich. Auf Twitter schrieb er: „Verbindet Ansteckung UK Variante mit Risiko der Infektion trotz Impfung Vorinfektion/Impfung.“ Lauterbach forderte mehr Sequenzierungen in Deutschland, um nicht weiter im „Blindflug“ gegen die Mutationen zu kämpfen.

Corona-Massentests in England

In mehreren Regionen Englands sollen sich insgesamt Zehntausende Menschen Corona-Schnelltests unterziehen. Zuvor waren einige weitere Fälle der Virus-Mutation aus Südafrika aufgetaucht.
Insgesamt 11 von 105 Fällen, die in den vergangenen Tagen bekannt geworden seien, hätten keine nachvollziehbaren Reiseverbindungen nach Südafrika, hieß es von der Behörde Public Health England am Montag, (1.1.). Die übrigen in Großbritannien entdeckten Fälle der Mutation hatte man in Verbindung mit Reisen aus den betroffenen Gebieten bringen können.

304 Mutationen in Baden-Württemberg nachgewiesen

In Baden-Württemberg sind unterdessen mittlerweile mindestens 304 Infektionen mit den Mutationen des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes mit. Übermittelt worden sei die Zahl aus insgesamt 32 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte die Zahl auf Anfrage.
Wie das Landesgesundheitsamtes weiterhin mitteilte, konnten 164 der 304 gemeldeten Fällen der erstmals in Großbritannien entdeckten Mutation B.1.1.7 zugeordnet werden. Bei 19 weiteren Varianten des Coronavirus hätten die Labore die Mutation aus Südafrika - bekannt unter dem Namen B.1.351 - entdeckt. Bei den übrigen Proben stand eine definitive Zuordnung zur Virusvariante zunächst noch aus, hieß es.