• Am 2. Dezember haben sich Bund und Länder bei einer Ministerpräsidentenkonferenz auf weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie verständigt
  • Dabei wurde auch beschlossen, dass der Kreis derer, die eine Corona-Impfung verabreichen können, erweitert werden soll
  • Künftig sollen auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte impfen
  • Wann kann man sich beim Zahnarzt und in der Apotheke impfen lassen?
Bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am 2. Dezember lag ein Fokus auf der Erweiterung der Impfkampagne. Um die Impfkampagne zu beschleunigen, können sich daran künftig auch Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte beteiligen. Dazu soll es später auch eine gesetzliche Regelung geben.
Was noch in der Runde mit Bund und Ländern beschlossen wurde, lest ihr hier nach:

Impfen beim Zahnarzt: Ab wann geht das?

Beschlossen ist die eine Sache, die Umsetzung eine andere: Ab wann genau Zahnärzte, Apotheker und Pflegende das Vakzin verabreichen können, ist noch unklar. Denn dazu müsste es erst eine Gesetzesänderung geben. Bisher sind nämlich nur Ärztinnen und Ärzte  – ausdrücklich davon ausgenommen sind Zahnärzte – als sogenannte Impfärzte aufgelistet. Der Kreis der Berechtigten muss also zunächst per Gesetz erweitert werden. Das könnte im Bundestag dann passieren, wenn auch das Infektionsschutzgesetz überarbeitet wird. Es wird geplant, dass dies schon in der kommenden Woche geschehen soll.

Impfung in der Apotheke: Verband begrüßt Beschluss

Die Apotheken dringen auf schnelle Klärungen für die von Bund und Ländern geplante Beteiligung an Corona-Impfungen. Die Apotheken stünden dafür bereit, erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Donnerstag. „Nicht alle, aber viele Apotheken werden schnell in der Lage sein, den Menschen mit Impfungen zu helfen“, sagte Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. Nun komme es darauf an, einen rechtlichen und fachlichen Rahmen zu erarbeiten.
Bayerns Apotheker werden sich wohl nicht flächendeckend an der Impfkampagne gegen Corona beteiligen. „Die Erwartung, dass es jetzt jede Apotheke im Bayern sofort stante pede kann und will, die möchte ich ein bisschen dämpfen“, sagte Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes am Freitag dem Radiosender Bayern 2. er geht davon aus, dass sich „ein Viertel bis ein Drittel“ der bayerischen Apotheken an der Impfung beteiligen werden. Das wären 800 bis 1000 Apotheken - bundesweit rechnet Hubmann mit 4000 bis 5000 Apotheken.

Zahnärzte wollen helfen – haben aber wenig Kapazitäten für Impfung

Die Berliner Zahnärztekammer hat darauf hingewiesen, dass nur eine Minderheit der Zahnärzte in der Hauptstadt für Corona-Impfungen infrage kommt. „Wie bei allen Ärzten sind die Kapazitäten in den Zahnarztpraxen insbesondere mit Blick auf die gegen Jahresende ablaufenden Fristen für das zahnärztliche Bonusheft beschränkt“, sagte Zahnärztekammer-Präsident Karsten Heegewaldt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Aufgrund einiger Befragungen anderer Landeszahnärztekammern gehen wir davon aus, dass auch in Berlin die Impfbereitschaft bei bis zu einem Viertel der Zahnärztinnen und Zahnärzte liegt.“
Grundsätzlich begrüße die Kammer die politischen Bestrebungen, auch die Zahnärzteschaft in die Corona-Impfkampagne einzubeziehen.
Angesichts eines möglichen Ansturms auf Zahnarztpraxen wegen der Corona-Impfungen haben Medizinerverbände die Erwartungen gebremst. "Auch wenn die Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ländern am Donnerstagabend beschlossen hat, dass Zahnärzte nun potentiell Corona-Schutzimpfungen geben dürfen, heißt das noch nicht, dass es ab morgen schon losgeht", erklärte Christoph Benz, Präsident der Bundeszahnärztekammer am Freitag in Berlin.
"Impfungen beim Zahnarzt in der Praxis sind nicht ab sofort möglich", fügte Benz hinzu. Patientinnen und Patienten sollten daher von Anrufen in den Zahnarztpraxen absehen.
Auch der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Wolfgang Eßer, betonte, zunächst müssten die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen geklärt werden. Dies werde noch einige Zeit dauern. Die Zahnärzte stünden aber bereit, um in externen mobilen Einheiten, Arztpraxen und Impfzentren die anderen Ärzte zu unterstützen.