Corona Impfstoff: Spahn und Scholz optimistisch - „Impfungen kommen schneller, als wir gedacht haben“

Testlauf im Impfzentrum Ulm: Ein Impfstoff gegen das Coronavirus könnte schon bald zur Verfügung stehen.
Stefan Puchner, dpaBundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht Hoffnung auf erste Corona-Impfungen in Deutschland noch im Dezember. „Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen“, sagte er dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.
Er sagte, er habe die Bundesländer gebeten, dass die geplanten Impfzentren bereits Mitte Dezember einsatzbereit sind. Er habe lieber ein startbereites Impfzentrum, das noch ein paar Tage außer Betrieb ist, als einen zugelassenen Impfstoff, der nicht gleich genutzt wird.
Scholz rechnet mit schnellem Impfstart
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Sonntagabend bei „Bild live“, er glaube, es gehe „mit der Impfung schneller los, als wir vor einiger Zeit gedacht haben“. Die Vorbereitungen seien getroffen, dass die Impfungen noch im Dezember beginnen können.
Er versicherte, der in Deutschland entwickelte Impfstoff sowie die anderen Impfstoffe sollten „der ganzen Welt zur Verfügung stehen“, aber auch Deutschland in ausreichendem Maß.
Laut Spahn genügend Impfstoff zur Verfügung
Gesundheitsminister Spahn erläuterte, wenn alle Hersteller ins Ziel kämen, mit denen die Bundesregierung über die EU-Kommission oder bilateral Verträge und Optionen vereinbart haben, würden mehr als 300 Millionen Impfdosen für Deutschland zur Verfügung stehen. „Auch bei zwei Dosen pro Impfung hätten wir dann genug für die eigene Bevölkerung und könnten mit anderen Ländern teilen“, sagte er.
Aber das beschreibe den günstigsten Fall. „Wir wissen nicht, welcher Impfstoff wirklich wie wirkt. Und wir wissen noch nicht, wie lange die Immunität anhält“, gab er zu bedenken.
USA rechnen mit ersten Impfungen Mitte Dezember
Auch die Behörden in den USA rechnen bereits Mitte Dezember mit den ersten Corona-Impfungen. „Unser Plan ist es, die Impfstoffe binnen 24 Stunden nach der Zulassung an die Impfzentren liefern zu können“, sagte der Leiter der Impfstoff-Arbeitsgruppe der US-Regierung, Moncef Slaoui, dem Sender CNN am Sonntag. Bis Jahresende könnten 20 Millionen Menschen in den USA geimpft werden.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA teilte mit, am 10. Dezember werde ihre Impfkommission in einer öffentlichen Sitzung über den Antrag beraten. Die Kommission hat eine Beraterfunktion, die Entscheidung über eine Zulassung wird von den Wissenschaftlern der FDA getroffen.
Der Pharma-Konzern Pfizer mit seinem Mainzer Partner Biontech sowie das US-Unternehmen Moderna hatten zuletzt Erfolge bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs gemeldet. Ihre Impfstoffkandidaten weisen demnach eine Wirksamkeit von mindestens 95 Prozent auf.
Astrazeneca-Impfstoff zu 70 Prozent wirksam
Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca hat ein weiteres Unternehmen positive Daten zu einem für Europa relevanten Corona-Impfstoff vorgelegt. Das Vakzin vermeide mit rund 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit liegt die Wirksamkeit des mit der Universität Oxford entwickelten Vakzins hinter der der Präparate von Pfizer/Biontech und Moderna.


