Am 26. Oktober beginnen in Baden-Württemberg die Herbstferien. Da für viele in diesem Sommer die Ferien anders als geplant stattfinden mussten, hoffen sie, nun kurz vor Weihnachten noch einen Urlaub am Meer oder in den Bergen verbringen zu können. Doch jetzt wurden wieder Reisewarnungen für beliebte Urlaubsziele ausgesprochen, einige Länder schon wieder zu Risikogebieten erklärt.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bat bereits vor einem Monat, keine Auslandsreisen in den Herbst- und Weihnachtsferien zu unternehmen. Seiner Einschätzung nach ist das Risiko, dass es durch Auslandsreisen wieder mehr Corona-Fälle in Deutschland geben wird, groß. Besonders betroffen ist der Norden Europas, wie etwa Belgien und die Niederlande, aber auch der Süden. Da es nur noch wenige europäische Regionen gibt, in denen keine Reisewarnung gilt, wird es mit der Planung für einen Herbsturlaub schwierig.

Wo Urlauber in den Herbstferien nicht hinreisen sollten

Wegen der steigenden Infektionszahlen hat die Bundesregierung viele Regionen und zum Teil ganze Länder in Europa zu Risikogebieten erklärt. Folgende Regionen und Länder sind unter anderem davon betroffen:
  • Belgien (gesamtes Land)
  • Bulgarien der Verwaltungsbezirk (Oblast) Targowischte
  • Dänemark: Region Hovedstaden
  • Estland: Kreis Ida-Viru
  • Frankreich: Kontinentalfrankreich mit Ausnahme der Region Grand-Est
  • Großbritannien: Nordirland, North East, North West, Wales, Yorkshire and the Humber, Schottland
  • Irland: Region Dublin und Region Border
  • Island: Einreisende müssen in Quarantäne oder einen Coronavirus-Test durchführen
  • Kroatien: zahlreiche Regionen im Land
  • Litauen: der Verwaltungsbezirk Kaunas
  • Niederlande: ganzes Land bis auf Zeeland und das. autonome Land Curacao
  • Österreich: Bundesland Wien, Bundesland Vorarlberg mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg/Kleinwalsertal, Tirol mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz (seit 2. Oktober)
  • Portugal: Großraum Lissabon
  • Rumänien: ganzes Land
  • Schweiz: Die Kantone Waadt und Genf gelten als Risikogebiete
  • Slowakei: die Regionen Zilina, Prešov, Bratislava, Nitra und Trnava
  • Slowenien: zahlreiche Regionen im Land
  • Spanien (gesamtes Land)
  • Ungarn: zahlreiche Regionen im Land
Die Insel Korsika in Frankreich und die Gespanschaft Brodsko-Posavska in Kroatien gelten nicht mehr als Risikogebiete.

In welche Länder kann ich noch reisen?

Außer Polen gibt es kein deutsches Nachbarland, für das keine Reisewarnung gilt und dies kann sich jederzeit ändern. In Italien, Griechenland und Schweden gilt bis jetzt keine Reisewarnung. Wer in eines diese Länder reist, muss trotzdem mit einigen Einschränkungen rechnen. So gilt wie bei uns Maskenpflicht in Restaurants und im öffentlichen Nahverkehr. Auch schließen die meisten Restaurants und Bars vor und um Mitternacht.

Straßburg

Wo dürfen Reisende aus Risikogebieten in Deutschland während den Herbstferien Urlaub machen?

Berlin weist aktuell keine inländischen Risikogebiete aus.
Berlin weist aktuell keine inländischen Risikogebiete aus.
© Foto: dpa
Reisende aus den aktuell vom RKI ausgewiesenen Risikogebieten müssen sich je nach Bundesland auf unterschiedliche Konsequenzen einstellen.
Etliche Bundesländer wollen künftig negative Corona-Tests von Urlaubern aus innerdeutschen Risikogebieten verlangen.
Menschen, die in deutschen Risikogebieten wohnen oder von dort nach Hessen, Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg oder ins Saarland reisen, müssen ein ärztliches Attest vorlegen können, das nach einem Corona-Test bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion vorliegen. Der Test darf höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein.
Von dieser Regel gibt es jedoch je nach Bundesland verschiedene Ausnahmeregelungen. Die Quarantänepflicht gilt nicht für Personen auf der Durchreise.
Einige Länder sehen jedoch davon ab, das Beherbergungsverbot umgehend in Kraft zu setzen:
In Mecklenburg-Vorpommern gelten diese Einreiseverbote ebenfalls, jedoch gibt es eine Sonderregel für Berlin: es wird nicht als Ganzes betrachtet und gilt deshalb nicht als Risikogebiet, weil die Sieben-Tage-Inzidenz der gesamten Stadt noch unter 50 liegt.
In Bremen, Niedersachsen, und Thüringen gelten für Einreisende aus inländischen Risikogebieten derzeit keine besonderen Einschränkungen.
In Berlin wurden neue Sperrstunden und Kontaktbeschränkungen eingeführt, Beschränkungen für Reisende aus innerdeutschen Gebieten bestehen jedoch nicht.

In Schleswig-Holstein müssen Menschen aus Hamm, Remscheid und den vier betroffenen Berliner Bezirken bei der Einreise in Quarantäne.
In Schleswig-Holstein müssen Menschen aus Hamm, Remscheid und den vier betroffenen Berliner Bezirken bei der Einreise in Quarantäne.
© Foto: dpa

Welche Gebiete gelten in welchem Bundesland als Risikogebiet?

Welche Gebiete gelten in welchem Bundesland als Risikogebiet? Die Übersicht über alle Risikogebiete hilft weiter.
Hamburg richtet sich bei der Ausweisung von inländischen Risikogebieten nach dem RKI
Hamburg richtet sich bei der Ausweisung von inländischen Risikogebieten nach dem RKI
© Foto: dpa

Was gilt, wenn ich als Bewohner eines Risikogebietes bereits eine Unterkunft gebucht habe? Bekomme ich dann mein Geld zurück?

Bei der Frage nach einer kostenlosen Stornierung der Unterkunft kommt es laut dem Reiserechtler Paul Degott aus Hannover auf die genaue Corona-Regelung an. Urlauber bekommen ihr Geld vom Hotel zurück, wenn sie aus einem Gebiet mit hohen Corona-Infektionszahlen kommen und wegen des bundesweiten Beherbergungsverbots jetzt Inlandsreisen absagen müssen.
Falls Gäste aus Risikogebieten überhaupt nicht beherbergt werden dürften, sei die Reise schlicht nicht möglich. „Die Folge ist, dass der Mietvertrag damit beendet ist“, so Degott. Das angezahlte Geld wird dem Gast zurückgezahlt.
Anders sieht es aus, wenn Anreise und Unterbringung weiterhin möglich sind, weil es nur eine Quarantänevorschrift gibt. Dann müsse der Gast auch zahlen, sofern keine kostenlose Stornierung mehr möglich ist, erklärt Degott. Möglich sei dann aber unter Umständen eine kulante Regelung mit dem Hotel oder Anbieter des Ferienhauses.
So argumentiert auch der Hotelverband Deutschland (IHA). Im Fall Schleswig-Holsteins kann ein Hotel weiterhin seine Leistung anbieten. Es stehe Urlaubern frei, trotz Corona-Verordnung anzureisen und die Quarantänezeit im Hotel zu verbringen. „Dass das nicht Sinn des Urlaubs ist, ist unbestritten“, so der Verband.
Rein juristisch sei es Sache des Reisenden zu wissen, dass er in ein Risikogebiet fährt, der Reisende habe bei Nichtantritt die entsprechenden Kosten zu tragen. Natürlich stehe es jedem Hotelier offen, aus Kulanz eine kostenlose Stornierung oder eine Gutschrift zu gewähren.