Ende August sang Anna Netrebko noch auf den Salzburger Festspielen und danach in Grafenegg. Nun liegt der Opernstar wegen einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Krankenhaus. Wie die 48-Jährige bei Instagram am Donnerstag mitteilte, sei sie bereits auf dem Weg der Besserung. „Ich bin schon fünf Tage im Krankenhaus wegen einer Covid-Lungenentzündung, und es geht mir bald besser“, schrieb die international gefeierte Sopranistin.

Anna Netrebko Corona: Mehrere Infektionen im Ensemble

Netrebko sollte derzeit in einer Inszenierung der Verdi-Oper „Don Carlo“ am Moskauer Bolschoi-Theater auftreten. „Ich habe mich sofort in die Isolation begeben, als ich gemerkt habe, dass ich krank werde, obwohl die Tests da noch negativ waren“, erklärte sie weiter. Sie sei dann aber rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen und habe Hilfe erhalten. „Alles wird gut! Der Teufel ist nicht so schrecklich, wie er beschrieben wird“, behauptete Netrebko.
Das Bolschoi-Theater hatte die Produktion des «Don Carlo» abgesetzt, nachdem der Sänger Ildar Abdrazakov wegen einer Infektion mit dem Coronavirus ausgefallen war. In der Inszenierung sollte neben Netrebko auch deren Ehemann Yusif Eyvazov auftreten. Netrebko schrieb, dass bei ihm schon Antikörper festgestellt worden seien. Das Bolschoi-Theater hatte nach seiner pandemiebedingten Schliessung Mitte März erst am 6. September den Spielbetrieb wieder aufgenommen.

Was bedeutet die Corona-Infektion für die Karriere von Anna Netrebko?

Netrebko teilte auch mit, dass sie sich dagegen entschieden habe, in der Corona-Pandemie einfach zu Hause zu sitzen. Sie habe sich bewusst für das Arbeiten und das Risiko entschieden. Die Tests, die Quarantänen und die allgemeine Verunsicherung hätten ihr mehr zu schaffen gemacht als das Virus selbst. „Ich bin froh, dass das für mich jetzt vorbei ist.“
Ob eine Covid-19-Erkrankung längerfristige Folgen für die Leistungsfähigkeit einer Sängerstimme haben kann, ist bisher nicht bekannt. Lungenärzte warnen allerdings vor Spätfolgen, auch bei Patienten mit einem leichten Krankheitsverlauf. Sportlerinnen und Sportler jedenfalls berichten von nachwirkenden physiologischen Beeinträchtigungen.