Heute  findet die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) statt. Wegen der dramatischen Corona-Lage in Deutschland fordert die Politik verschärfte Corona-Maßnahmen. Diese betreffen auch Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, aber auch Wohnheime von Menschen mit Behinderungen und anderen vulnerablen Personen.

Testpflicht für Beschäftigte und Besucher

Laut Beschlussvorlage  sollen in Altenheimen und Pflegeheimen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie alle Besucherinnen und Besucher täglich eine negative Testbescheinigung vorweisen, die nicht älter als 24 Stunden ist. Geimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen bis zu dreimal wöchentlich ein negatives Testergebnis vorweisen.
Welche Regeln letztendlich in kraft treten, zeigt sich nachdem die Beschlüsse gefasst werden. Alle Infos zur MPK am Donnerstag live im Überblick:

Berlin

Maskenpflicht in Pflegeheimen in BW

Ab sofort dürfen Bewohner und Bewohnerinnen in Pflegeheimen nur noch mit FFP2-Maske besucht werden. Aufgrund der immer dramatischeren Corona-Lage gelten im Südwesten nun strengere Regeln in Krankenhäusern und Pflegeheimen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch der dpa mitteilte. Besucher und Besucherinnen müssen während ihres gesamten Aufenthalts in den Einrichtungen nun wieder eine FFP2-Maske tragen statt nur einer medizinischen Maske. Bei Kindern bis 14 reicht noch eine medizinische Maske.

Nur geimpfte, genesene und getestete Mitarbeiter sollen arbeiten

Eine bundesweite einheitliche Regelung wird erwartet die vorsieht, dass nur noch genesene, geimpfte oder getestete Personen‘ in Alten- und Pflegeheimen, Wohnheimen von Menschen mit Behinderungen und anderen vulnerablen Personen tätig sein dürfen.

Pflegeverbände fordern eine Impfpflicht

Auch die Pflegeverbände fordern eine Impfpflicht für alle Beschäftigten in Heimen und Kliniken. "Wenn wir über Impfpflichten sprechen, müssen wir grundsätzlich über alle sprechen, die in den Einrichtungen arbeiten", sagte Präsidentin Christine Vogler vom Dachverband Deutscher Pflegerat der "Wirtschaftswoche".

2G-Regel in Pflegeheim in Mössingen - Ungeimpfte werden freigestellt

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Mössingen zieht Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister Konsequenzen und stellt ab Dezember ungeimpfte Mitarbeiter frei. Er wolle so die Bewohner in den Pflegeheimen der Einrichtung vor Corona schützen, sagte Pfister im ARD-Mittagsmagazin. „Wir müssen schneller sein als dieses Virus“. Die Politik sei ihm zu zögerlich, weil sie über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen noch keine Entscheidung getroffen habe. „Wer keine Immunität hat, wird nicht im Dienst eingesetzt“, betonte Pfister. Die Impfquote unter den Mitarbeitenden lag bis vor kurzem noch bei 50 Prozent. „Das mussten wir teuer bezahlen“, erklärte Pfister. Ziel sei es, den Anteil auf 95 Prozent zu erhöhen.

Pflegeheime lehnen Besuchsverbote trotz Corona-Lage ab

Immer mehr Krankenhäuser erlassen wegen der Corona-Ansteckungsgefahr Besuchersperren für Patienten - in den Pflegeheimen in Baden-Württemberg hingegen wird ein solch radikaler Schritt nicht in Betracht gezogen. Nach den Erfahrungen mit dem wochenlangen Besuchsverbot im Frühjahr 2020 ist diese Maßnahme tabu. „Die damalige Isolation war für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter sehr belastend“, sagte Alexandra Heizereder, Sprecherin der Evangelischen Heimstiftung, der Deutschen Presse-Agentur. Dies zu vermeiden, sei Konsens unter den Betreibern und dem Gesundheitsministerium, betonte die Vertreterin des mit 90 Heimen mit 6300 Bewohnern und 7000 Mitarbeitern größten Pflegeunternehmens im Land.
Laut der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft steigt die Zahl der Kliniken mit Besuchersperre wegen steigender Corona-Infektionszahlen gerade deutlich an.
Für die Bewohner von Pflegeheimen würde ein solches Besuchsverbot nach Überzeugung des Landesseniorenrats den „sozialen Tod“ bedeuten. „Das darf es nie wieder geben“, sagte Verbandschef Eckart Hammer. Er fügte hinzu: „Auch dass Menschen allein sterben müssen, das darf einfach nicht wieder passieren.“