Claudia Roth ist schon seit den 80er Jahren Politikerin und machte ihre Anfänge als Pressesprecherin für die Grünen. Jetzt, viele Jahre später, ist Claudia Roth Kulturstaatsministerin im Kabinett Scholz. Für diese Arbeit hat sie ihre Stelle als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags niedergelegt, die sie seit 2013 inne hatte.
Wie tickt die Politikerin von den Grünen aber privat? Wie ist ihr Werdegang, hat sie Familie? Hier sind die wichtigsten Infos über Claudia Roth.

Claudia Roth: Lebensgefährte, Ton Steine Scherben, Twitter

  • Name: Claudia Benedikta Roth
  • Beruf: Dramaturgin, Managerin von „Ton Steine Scherben“ (bis 1985), Pressesprecherin und Politikerin
  • Geburtstag: 15. Mai 1955
  • Alter: 67 Jahre
  • Geburtsort: Ulm, Baden-Württemberg
  • Eltern: Vater (Zahnarzt) und Mutter (Lehrerin)
  • Wohnort: Augsburg
  • Beziehungsstatus: ein Lebensgefährte
  • Kinder: keine
  • Instagram: claudiaroth_official
  • Twitter: kein eigener Account, offiziell vertreten durch @BundesKultur

Ausbildung, „Ton Steine Scherben“, Politik: Der Lebenslauf von Claudia Roth

Claudia Roth ist 1955 in Ulm geboren als Tochter eines Zahnarztes und einer Lehrerin. Ihr beruflicher Werdegang sah zunächst nicht nach Politik aus: Nach der Schule ging Roth an die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, wo sie Theaterwissenschaften studierte. Ab 1975 war das auch weiter ihr Fokus: Als Dramaturgin war sie an den Städtischen Bühnen in Dortmund sowie am „Hoffmanns Comic Teater“ in Unna tätig. Ab 1982 war Claudia Roth dann die Managerin der Politrockband „Ton Steine Scherben“. Ihr damaliger Freund war der Keyboarder Martin Paul. Gemeinsam lebten sie und Paul mit der Band in Nordfriesland in einem Bauernhaus. Den Sänger Rio Reiser hatte sie am Hoffmanns Comic Teater kennengelernt, als er an einer Aufführung dort beteiligt war. Claudia Roth war die Managerin von „Ton Steine Scherben“ bis 1985, als sich die Band auflöste.
Danach entschied sich Claudia Roth in die Politik zu wechseln und begann als Pressesprecherin für die Grünen im Deutschen Bundestag. Das war damals die erste grüne Fraktion im Bundestag. 1989 wurde Roth ins Europäische Parlament gewählt, wo sie bis zu ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag 1998 blieb. Seitdem ist Roth eine Dauerpräsenz für die Grünen im Bundestag, von 2004 bis 2013 war sie sogar deren Parteivorsitzende. Von 2013 bis 2021 war Claudia Roth die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags. Dieses Amt legte sie nieder nachdem sie in der Bundesregierung im Kabinett von Olaf Scholz zur Kulturstaatsministerin ernannt wurde.

Fußball, ESC und Musik: Die Hobbies von Claudia Roth

Claudia Roth lebt in Augsburg ist großer Fan des dortigen Vereins 1. FC Augsburg. Die identifiziert sich als „preußische Schwäbin“ – bzw. sagt, dass sie so mal von Jürgen Trittin getauft wurde. Entsprechend gehören Schwäbische Käsespätzle zu ihren Lieblingsmahlzeiten. Zudem sagt Claudia Roth, dass sie Fan vom Eurovision Song Contest ist und dafür gut und gerne nachts aufbleibt.
Auf der Seite der Grünen-Fraktion zu Claudia Roth gibt sie auch einige ihrer Musik-Empfehlungen preis: „Igor Levits Beethoven Sonaten, die großen italienischen Opern in Erinnerung an meine Mama, die wunderbaren Lieder von Rio Reiser und Ton Steine Scherben, aber auch alles was neu und ungewöhnlich ist, was aneckt und berührt. Da ist zum Beispiel die feministische Rapperin Sookee, Eko Fresh, oder die wunderbare Zaz.“

Positionen und Meinungen: Antirassismus, Feminismus, LGTB+

Claudia Roth gehört zum linken Flügel der Grünen und setzt sich neben klimapolitischen Themen besonders für soziale und gesellschaftliche Themen ein. So ist sie Mitglied im Lesben- und Schwulenverband Deutschland sowie bei Pro Asyl und der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Antisemitismus auf der documenta: Roth-Rücktritt gefordert

In der Antisemitismus-Diskussion um die Kunstausstellung documenta hat der Zentralrat der Juden in Deutschland personelle Konsequenzen ins Spiel gebracht. „Es ist richtig, dass das antisemitische Werk des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi von der documenta entfernt wurde“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster in Berlin in einer Stellungnahme. Damit sei jedoch das Thema Antisemitismus sowie die Debatte über eine Nähe der diesjährigen Documenta zu BDS nicht abgehakt. BDS steht für „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“. Die Bewegung will Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren.
„Es muss jetzt über personelle Konsequenzen nachgedacht werden“, sagte Schuster. Nähere Angaben machte er dazu nicht. Die „Jüdische Allgemeine“ forderte aber den Rücktritt von Claudia Roth als Kulturstaatsministerin. "Für wen das Versprechen 'Nie wieder Antisemitismus' keine wohlfeile Phrase ist, und davon ist bei der Bundesregierung ganz sicher auszugehen, der muss das Kulturstaatsministerium jemandem anvertrauen, der glaubhaft gegen Judenhass eintritt. Jemandem, der sein Amt mit Kompetenz und Würde ausübt," so die Zeitung.
Ein Werk namens „People's Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi hatte für eine Welle der Empörung gesorgt, viele sahen darin eine antisemitische Bildsprache. Die Verantwortlichen der documenta hatten zunächst entschieden, das Werk mit schwarzen Stoffbahnen zu verhängen. Danach wurde es ganz abgehängt.
Mit Material von dpa.