Heftige Waldbrände an der Andria in Italien, in Griechenland und der Türkei. Dagegen Überschwemmungen im Norden Italiens, etwa in der Lombardei und schlimme Unwetter in Deutschland. In diesem Jahr ist das Wetter vielerorts extrem. Die Länder im Mittelmeerraum erleben eine Hitzewelle mit Temperaturen weit über 40 Grad, in Deutschland dagegen ist der Sommer nie richtig da gewesen. Es liegt nahe, den Klimawandel als Hauptgrund dafür zu nennen. Es spielen aber auch noch andere Faktoren eine Rolle.
  • Ist der Klimawandel schuld an den Bränden und Hitzewellen?
  • Welche Gründe gibt es noch für die vielen Brände?
  • Was für eine Rolle spielt Brandstiftung?

Wieso brennen in Italien, Griechenland und Co. so viele Wälder?

Feuer sind im Mittelmeerraum nicht unüblich. In der Region fällt der meiste Regen im Winter, im Sommer dagegen ist es heiß und trocken. Ideal also für Brände. Es ist also normal, dass die Feuerwehrleute in Griechenland oder der Türkei jährlich Brände löschen. In diesem Jahr allerdings gibt es deutlich mehr Feuer als im Durchschnitt. Das geht aus Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (Effis) hervor. In ganz Griechenland gingen seit dem 29. Juli 100.874 Hektar Land in Flammen auf. In den Jahren 2008 bis 2020 waren es im entsprechenden Zeitraum im Durchschnitt nur rund 2750 Hektar. Die extreme und anhaltende Trockenheit ist einer der Hauptgründe für die vielen Brände in diesem Jahr.

Waldbrände auf Sardinien, Sizilien, Griechenland: Ist der Klimawandel schuld?

Laut der Natur- und Umweltschutzorganisationen WWF seien die Ursachen zwar unterschiedlich, doch grundsätzlich mache das immer trockenere und heißere Klima die Wälder anfälliger für die Ausmaße der Brände. Auch der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis sieht in der Klimakrise einen der Hauptgründe für die verheerenden Waldbrände im Land. „Ich betone, es ist kein Klimawandel, es ist eine Klimakrise. Und wir als Land sind Teil davon“, sagte er bei einer Pressekonferenz in Athen. Das Feuer hätte auch deshalb so gewütet, weil den Bränden eine zehntägige Hitzewelle vorausgegangen sei, die das Land völlig ausgetrocknet habe. Das Thema Umwelt müsse zur nationalen Hauptaufgabe gemacht werden.
Mitsotakis betonte, die Brände seien kein griechisches, sondern ein mediterranes und weltweites Problem. „Schauen Sie sich an, was in Italien und anderen Ländern passiert.“ Der Weltklimarat gab zudem erst kürzlich bekannt, dass der Mittelmeerraum der Hotspot des Klimawandels sei. Der Mittelmeerraum infolge des Klimawandels in Zukunft noch weitaus schlimmere Hitzewellen, Dürren und Brände erleben.

Klimawandel nicht einziger Grund für Waldbrände

Das Wissenschafts-Magazin Spektrum berichtet, dass im Gesamtbild allerdings menschliches Verhalten und Landnutzung eine größere Rolle für die Feuertrends im Mittelmeerraum spielen als das Klima. In Italien etwa sind sehr viele der Brände durch Brandstiftung entstanden. Oft zwar nicht unbedingt absichtlich, doch bei der Dürre entfachen eine achtlos hingeworfene Zigarette, eine Glasscherbe oder ein Lagerfeuer im Wald sofort zerstörerische Flammen. Mancherorts sollen Brände auch mit Absicht gelegt worden sein, etwa um Platz für neuen Wohnraum zu schaffen. In Italien haben Menschen mithilfe der Feuer Weideflächen erneuern oder sich an der öffentlichen Verwaltung rächen wollen.