• Die Corona-Zahlen in Bayern steigen stark an
  • Der Freistaat ist eines der am schwersten von der vierten Corona-Welle getroffenen Bundesländer
  • Die Politik debattiert aktuell über eine Impfpflicht – und wirbt bei bereits Geimpften parallel für eine Booster-Impfung
  • Wie ist hier die Situation in Bayern?
Die Corona-Lage spitzt sich in ganz Deutschland mit hohen Infektionszahlen weiter zu.
In Bayern sterben nach wie vor vergleichsweise viele Covid-Patienten. Innerhalb von sieben Tagen hat die Pandemie in Bayern nach Auswertung der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität 512 Tote gefordert, im Bundesvergleich ein weit überdurchschnittlicher Wert. Mediziner machen dafür die niedrige Impfquote in Bayern verantwortlich. Wer bereits geimpft ist, kann seinen Schutz mittlerweile mit einer Booster-Impfung auffrischen. Hier werden die Bürger ein drittes Mal geimpft. Die Booster-Kampagne zur dritten Impfung für alle ist mit Blick auf die Weihnachtstage in vollem Gange. Die wichtigsten Fragen und Antworten – der Reihe nach:
  • Anmeldung zur Booster-Impfung: Wie kommt man an einen Termin?
  • Wo kann man sich aktuell gegen Corona impfen lassen?
  • Ab wann ist die 3. Corona-Impfung nötig?
  • Für wen gibt die Stiko eine Empfehlung für Biontech oder Moderna?

Wo gibt es Termine für die Booster-Impfung in Bayern?

Es herrscht erneut Unsicherheit bei den Corona-Impfungen – viele Fragen sich: Woher bekomme ich einen Termin für die Booster-Impfung beim Impfzentrum oder Hausarzt? Muss ich mich selbst um eine Anmeldung kümmern? Grundsätzlich gibt sowohl für Erst- und Zweitimpfung als auch für Booster mehrere Möglichkeiten:
  • Individuelle Impfung im Impfzentrum, auch ohne Termin
  • Viele Impfzentren bieten spezielle Impfangebote für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren an (bestrifft Erst- und Zweitimpfungen)
  • Impfung in Arztpraxen (Kinder- und Jugendärzte, Hausärzte)
  • Impfung durch Betriebsärzte im Rahmen von Angehörigen von Beschäftigten
  • Mobile Impfteams sind in ganz Deutschland im Einsatz und impfen meist ohne Termin

Booster-Impfung im Impfzentrum in Bayern

Wer sich für eine Impfung beim kommunalen Impfzentrum interessiert, hat laut dem „Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege“ die Möglichkeit, einen telefonisch oder online einen Termin zu vereinbaren. Zum zuständigen Impfzentrum wird man weitergeleitet, wenn man die Telefonnummer 116 117 wählt. Die Hotline ist aktuell täglich von 8.00 bis 22.00 Uhr erreichbar.
Es ist außerdem möglich, online einen Termin unter www.impfzentren.bayern buchen. Seit dem 15.10.21 können über das Portal online Einzeltermine für Auffrischungsimpfungen gebucht werden. Durch die Änderung kann nun online nur noch ein aktueller Termin gebucht werden.
Besteht der Account beim Bayerischen Impfportal noch, sollte dieser genutzt werden, ansonsten ist ein neuer anzulegen. Laut Staatsministerium geht eine Neuanmeldung sehr einfach und schnell, seit keine Gesundheitsdaten und Tätigkeiten mehr abgefragt werden.

Booster-Impfung beim Hausarzt in Bayern

Zu Beginn der Corona-Impfungen wurden diese auf Basis der Stiko-Empfehlungen nach Risikogruppen priorisiert. Seit dem 7. Juni 2021 wurde die Impfpriorisierung bundesweit aufgehoben. In Bayern wurde die Priorisierung in den Hausarztpraxen bereits mit Wirkung vom 20. Mai 2021 aufgehoben. Es liegt seitdem in der Verantwortung der Ärzte Priorisierungen gegebenenfalls selbst zu treffen, um eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen zu gewährleisten. Dafür können sich Interessierte einfach direkt an die Hausärzte in ihrer Umgebung wenden und nachfragen, für wen Booster-Impfungen angeboten werden und wann es freie Termine gibt. Eine Anmeldung ist momentan bei den meisten niedergelassenen Ärzten noch nicht nötig, da es noch keine Wartelisten gibt. Nimmt die Impfkampagne fahrt auf, könnte sich das allerdings wieder ändern.

Impfstoffmangel in Bayern – Teils keine Termine in Hotspots

Ausgerechnet in Corona-Hotspots kommt die Impfkampagne bis Weihnachten aber ins Stocken – weil der Impfstoff fehlt. Das ist zum Beispiel in Rosenheim der Fall: Das Impfzentrum von Stadt und Landkreis erhalte derzeit viel zu wenige Dosen, teilten die beiden Kommunen am Mittwoch mit. Deshalb habe die Führungsgruppe Katastrophenschutz entschieden, bis zu den Feiertagen fast alle Sonderimpftage in der Region abzusagen. So könnten wenigstens die regulären Impftermine eingehalten werden.
In Bayerns Arztpraxen erfordern Booster-Impfungen unterdessen zusätzlich Zeit, weil Patienten wissen wollen, weshalb sie Spritzen mit dem Impfstoff von Moderna statt Biontech/Pfizer erhalten sollen. „Die Praxen sind zurzeit stark ausgelastet und der Wechsel von Biontech auf Moderna erzeugt bei vielen Patienten Erklärungsbedarf, was wiederum Zeit kostet, die wir eigentlich nicht haben“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV), Markus Beier.

3. Corona-Impfung: nach ein paar Monaten ist sie nötig

Die Impfzentren wurden vom Land Bayern bereits darüber informiert und wurden laut Ministerium explizit aufgefordert, dass Auffrischimpfungen allen angeboten werden sollen, die nach Ablauf von fünf Monaten nach ihrer Zweitimpfung eine Auffrischungsimpfung erhalten möchten. Die Impfzentren sollen sie daher so zeitnah wie möglich anbieten und durchführen. Vorerst ist bei vielen Impfzentren noch nicht einmal eine Terminvereinbarung nötig.

Auffrischungsimpfung mit Moderna oder Biontech?

Das Bundesgesundheitsministerium will bei Booster-Impfungen verstärkt auf Moderna und weniger auf das von Biontech setzen. Es hagelt Kritik: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek protestiert gegen eine vom Bundesgesundheitsministerium angekündigte Begrenzung der Biontech-Auslieferungen. Das sei inakzeptabel, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München. Holetschek, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder ist, will dies nun auf die Tagesordnung der für Montag geplanten GMK-Beratungen setzen. „Das muss besprochen und gelöst werden.“ Auch Politiker von Grünen und FDP sowie die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierten das Vorhaben.

Für wen gibt die Stiko eine Empfehlung für Booster-Impfungen?

Jede*r Erwachsene kann sich in Bayern die Booster-Impfung holen. Der Freistaat fährt alle seine Corona-Impfzentren wieder hoch. „Wir glauben fest daran, dass Boostern der beste Schutz ist“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Impfzentren sollten alle Menschen über 60 Jahren direkt anschreiben, es gebe aber keine Reihenfolge. „Wer kommt, wird geimpft – niemand wird zurückgewiesen“, sagte Söder.
Seit dem 18.11.2021 empfiehlt die Stiko (Ständige Impfkommission) allen Personen ab 18 Jahren die Covid-19-Auffrischimpfung. Die Impfkommission bekräftigte allerdings ihre Empfehlung, folgende Personengruppen zu priorisieren:
  • Immunschwache Personen
  • Personen im Alter von über 70 Jahren
  • Bewohnerinnen, Bewohner und Betreute in Pflege- und Altenheimen
  • Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen
  • Auch bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden

Neue Corona Regeln in Bayern: Geltung, Dauer, Lockdown

In Bayern gelten von heute an (Mittwoch, den 24.11.2021) an nochmals deutlich schärfere Corona-Regeln, insbesondere für Ungeimpfte. In extreme Hotspots muss das öffentlichen Leben dagegen ganz grundsätzlich heruntergefahren werden. Welche Maßnahmen gelten nun in Bayern? Alle Infos zu den neuen Regeln hier im Überblick.

Weiterer Verdachtsfall auf Omikron-Virusvariante in Bayern

Ein weiterer Verdachtsfall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus ist in Bayern nachgewiesen worden. Der Passagier sei am Freitag mit einem Flug aus Südafrika in München angekommen und positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Sonntag mit. Was weiß man bisher über Omikron und die Wirkung der Impfstoffe?

Corona-Impfungen in Bayern mit kurzen Wartezeiten führen zu Impftourismus aus Sachsen

Die Booster-Misere in Sachsen lässt im Vogtland den Impftourismus nach Bayern blühen. Es werde keine Statistik geführt, aber es sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen zur Impfung über die Landesgrenze kämen, sagte die Sprecherin des benachbarten Landkreises Hof, Stefanie Schulze, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir schicken niemanden weg, denn es kommt auf jeden Geimpften an.“ Während in Sachsen Impfwillige häufig stundenlang in der Kälte vor Impfstellen ausharren und viele mangels Kapazität weggeschickt werden, berichten Impftouristen von kurzen Wartezeiten jenseits der Landesgrenze. Mancher hat dafür am vergangenen Wochenende auch eine einstündige Anfahrt mit dem Auto auf sich genommen.