• Beim Corona-Gipfel haben Bund und Länder beschlossen, dass der Lockdown bis zum 28. März verlängert wird
  • Insbesondere Handel und Geschäfte vehement eine Öffnungsperspektive.
  • Der Handelsverband hat ein eigenes Konzept für die Öffnung der Läden ab 08.03.2021 vorgelegt (siehe unten).
Der Lockdown wurde beim Corona-Gipfel grundsätzlich verlängert. Gleichzeitig aber sind Beschlüsse zu schrittweisen Öffnungen auch im Handel bekannt gegeben worden.
  • Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte können bundesweit ab 8.03.2021 wieder öffnen. Voraussetzung sind Hygienekonzepte und eine Begrenzung der Kundenzahl im Geschäft.
  • Abhängig von der Corona-Lage in den Ländern und Regionen sind noch weitere Öffnungen im Einzelhandel, in der Kultur und im Sport möglich.
  • Bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 Neuinfektionen sind Öffnungen möglich, im Einzelhandel und auch in Museen oder Zoos mit Terminbuchung.

Corona-Gipfel Beschlüsse: Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens - Die neuen Regeln im Überblick

Die Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten war lang und zäh. Um viele Beschlüsse wurde hart gerungen. Nach über neun Stunden standen die Ergebnisse fest, aus denen die Bundesländer nun regional neue Regeln formen. Hier geht`s zur Übersicht.

Lockerungen schon an Inzidenz 50

Soll heißen: Bund und Länder wollen nach längerem Streit auf dem Corona-Gipfel regionale Lockerungen des Lockdowns schon ab einer Inzidenz von 50 möglich machen. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte können bei Einhaltung von Hygieneauflagen bundesweit wieder öffnen.  In einigen Ländern sind diese Geschäfte trotz der Corona-Pandemie bereits offen.
Die geeinte Formulierung sieht landesweite oder regionale Öffnungen „des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 qm für die ersten 800 qm Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 qm“ vor. Möglich wären dann auch die Öffnung von
  • Museen,
  • Galerien,
  • Gedenkstätten,
  • zoologischen und botanischen Gärten
  • sowie auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen im Außenbereich,
  • auch auf Außensportanlagen, heißt es weiter in dem zwölfseitigen Papier.

Corona Gipfel 3.3.: Lockerungen und Öffnung des Einzelhandels?

Bund und Länder haben sich also für Lockerungen der strengen Corona-Auflagen entschieden, obwohl die Infektionszahlen nicht wie gewünscht gesunken waren.

Handel: Ergebnisse des Corona-Gipfels sind „Katastrophe“

Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind nach Einschätzung des Handelsverbands HDE eine „Katastrophe“ für den Einzelhandel. Faktisch werde der Lockdown damit für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Donnerstag. Eine stabile Inzidenz von unter 50, die für eine Wiedereröffnung aller Geschäfte als Bedingung genannt wird, sei auf absehbare Zeit wohl nicht flächendeckend zu erreichen.

Grafik: So könnten die Öffnungsschritte in Deutschland und Bayern nach dem Corona-Gipfel aussehen

Der Stufenplan für Öffnungen schafft darüber hinaus mehr Klarheit. Er ist abhängig vom Infektionsgeschehen in einem Land oder einer Region und beinhaltet eine Notbremse bei einem Springen der Sieben-Tage-Inzidenz auf über 100 Neuinfektionen. Dann sollen alle Lockerungen automatisch wieder rückgängig gemacht werden.
So sieht der Stufenplan von Kanzlerin Merkel für Öffnungen am Corona-Gipfel 03.03.2021 aus.
So sieht der Stufenplan von Kanzlerin Merkel für Öffnungen am Corona-Gipfel 03.03.2021 aus.
© Foto: Bundesfinanzministerium

Öffnungen für Läden und Handel: Folgt auf Click and Collect nun Click and Meet?

Und wenn Inzidenzen steigen? Auch hier gibt es in der Beschlussvorlage weitere Stufen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf über 35 Neuinfektionen an, bleibt aber unter 100, so kann das jeweilige Land landesweit oder regional die Öffnung des Einzelhandels für sogenannte Terminshopping-Angebote „Click and meet“ vorsehen. Wobei eine Kundin oder ein Kunde pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung im Geschäft zugelassen werden kann.

Bei steigender Inzidenz über 100er Grenze: Notbremse

Es gibt aber auch Regeln für den Fall, dass die Fallzahlen wieder steigen. Dann greift laut Beschlussvorlage die oben bereits genannte „Notbremse“: In dem Papier heißt es: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

„Click and Meet“ in BW schon früher?

Schon in einer am Montag bekanntgewordenen möglichen Beschlussvorlage war von einer denkbaren Öffnung von Läden und Handel die Rede, die nach dem Prinzip „Click and Meet“ funktionieren könnte. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) kündigte für ihr Bundesland ein "Click & Meet"-Konzept an. Kunden sollen ab dem kommenden Montag wieder in den Läden stöbern und einkaufen können, wenn sie vorab einen Termin reservieren. Das Konzept biete „zunächst für kleinere Geschäfte eine echte Perspektive“, sagte die Ministerin.

Stufenplan: Handelsverband hat eigene Strategie für Öffnungen ab 08.03.2021

Kurz vor dem Gipfel am Mittwoch, 03.03.2021 hatte der Handelsverband Deutschland (HDE) und große Einzelhandelskonzerne ein eigenes Konzept für Öffnungen vorgelegt. Der Stufenplan würde eine weitgehende Öffnung der Geschäfte bereits am 8. März ermöglichen, wie aus dem am Mittwoch bekanntgewordenen Papier hervorgeht.

Das ist der Öffnungsplan des Handels mit mehreren Stufen

Dem Vorschlag des Handels zufolge, der den Staatskanzleien zugeleitet wurde, soll sich die Möglichkeit zur Wiedereröffnung der Geschäfte nicht nur an den aktuellen Inzidenzzahlen orientieren, sondern auch an der Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten. Bis zu zu einer Inzidenz von 100 dürften demnach alle Läden öffnen. Wie viele Kunden gleichzeitig in die Läden dürfen, würde von der Belegung der Intensivstationen abhängen.
  • Sind mehr als 12 Prozent der Betten mit Covid-19-Patienten belegt, dürfte nur eine Person je 40 Quadratmeter Verkaufsfläche in die Läden.
  • Bei 5 bis 12 Prozent eine Person je 20 Quadratmeter.
  • Bei weniger als 5 Prozent gäbe es keine Zugangsbeschränkung mehr.
Sogar bei einer Inzidenz von über 200 sollen nach den Plänen des Handels alle Geschäfte öffnen können, wenn weniger als 5 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt wären. Allerdings dürfte dann nur eine Person je 40 Quadratmeter Verkaufsfläche in die Läden.