Wieder ein Badeunfall!
: Schwimmer aus Laupheim ertrinkt im Bodensee

In einem Motorboot fährt ein 29-Jähriger mit seiner Freundin und Kindern auf den Bodensee raus. Zum Baden steigt er ins Wasser und gerät in eine Notlage. Derartige Vorfälle häufen sich.
Von
Isabelle Jahn
Bregenz
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DLRG verzeichnet weniger Ertrunkene im Saarland: ARCHIV - 17.07.2020, Rheinland-Pfalz, Nackenheim: Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fahren bei einer Übung in einem Rettungsboot. (zu dpa: «DLRG-Statistik: Drei Menschen im Saarland ertrunken») Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein 29-Jähriger ist beim Schwimmen im Bodensee ertrunken – Rettungsversuche waren vergeblich.

Uwe Anspach/dpa (Symbolbild)

Bei einem Badeunfall auf der österreichischen Seite des Bodensees ist ein 29-Jähriger ums Leben gekommen. Laut „Merkur“ stammte der Mann aus Laupheim im Landkreis Biberach. Gemeinsam mit seiner 35-jährigen Freundin und deren zwei Kindern hatte er im bayrischen Lindau ein Motorboot gemietet und fuhr anschließend in Richtung Bregenz. Das berichtet die Polizei.

Dort sei er zum Baden ins Wasser gestiegen und in eine Notlage geraten. Zeugen riefen daraufhin vom Ufer aus Rettungskräfte. Taucher konnten den Mann zwar schließlich aus dem Wasser bergen, Reanimationsmaßnahmen auf dem Weg ins Krankenhaus blieben nach Polizeiangaben jedoch ohne Erfolg. Dort starb der Mann.

In den vergangenen Wochen häufen sich Badeunfälle in Seen und Flüssen, einige von ihnen mit tödlichen Folgen – Baden-Württemberg weit meldete die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor kurzem eine im Vergleich zum Vorjahr steigende Zahl von Badetoten und vermissten Schwimmern.

  • Bei einem weiteren Unfall auf dem Bodensee ist ein Mann beim Wakeboarden tödlich verletzt worden. Er geriet unter die Schiffsschraube des Motorbootes, das ihn gezogen hat.
  • Große Anteilnahme rief der Tod eines 17-Jährigen in Ulm hervor, der Anfang August mit anderen in der Donau schwimmen ging und unterging. Nach tagelanger Suche wurde schließlich sein Leichnam aus dem Wasser geborgen.
  • Auch ein 73-Jähriger nahe Mengen im Landkreis Sigmaringen ist vor zwei Wochen bei einer kleinen Schwimmrunde auf dem Rückweg zum Ufer plötzlich untergetaucht und ertrunken.
  • Alle Versuche der Reanimation waren auch bei einer 85-Jährigen nach einem Badeunfall im Stausee Oberdigisheim (Zollernalbkreis) vergeblich.
  • Zwei Nichtschwimmerinnen waren Anfang August zu weit ins Wasser des Rheins gegangen, hatten den Boden unter den Füßen verloren und waren von der Strömung in den Fluss gezogen worden. Tage später wurden zwei Leichen gefunden, DNA-Analysen bestätigten schließlich die Identität der Frauen.
  • Ein Mädchen, das Ende Juli am Unterelchinger Schützensee mit ihrem Bruder im Wasser spielte und plötzlich nicht mehr auftauchte, hatte noch Glück im Unglück: Andere Badegäste eilten zur Hilfe, zogen das Mädchen aus dem Wasser und reanimierten die 14-Jährige. Dann wurde sie in einer Klinik weiterbehandelt.

Die DLRG weist auf einige wichtige Baderegeln hin, etwa „Ich gehe nur baden, wenn mir bei Problemen jemand helfen kann“. Auftriebsmittel wie eine Boje könnten im Ernstfall Schlimmeres verhindern. An alle Badegäste richten die Rettungsschwimmer den Appell: Die Augen offen halten und andere Schwimmer im Blick behalten – im Zweifelsfall lieber einmal mehr Hilfe holen.