Bayern im Krisenmodus. Der Freistaat setzt die beim Corona-Gipfel beschlossenen Maßnahmen konsequent um. „Der Lockdown wird verlängert und an einigen Stellen vertieft“, sagt Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Damit bleiben ab kommendem Montag, 11. Januar, nicht nur weiterhin weite Teile des Handels, der Hotellerie und der Gastronomie geschlossen, sondern trotz Ende der Weihnachtsferien auch Schulen und Kindergärten.

Bewegungsfreiheit wird in Hotspots eingeschränkt

Zudem gilt ab Montag auch für die Menschen in Regionen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Das heißt, sie dürfen sich aus privaten Gründen nur noch maximal 15 Kilometer rund um ihren Wohnort aufhalten – Einkäufe sind davon aber ausgenommen. Die kritische 7-Tage-Inzidenz von 200 oder mehr wurde am Freitag laut Robert Koch-Institut in 17 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte gezählt. Traurige Spitzenreiter sind folgende Landkreise:
  • 1. Wunsiedel in Oberfranken (341,3)
  • 2. Berchtesgadener Land (325,7)
  • 3. Passau (275,1)

Markus Söder rechnet mit steigenden Corona-Zahlen

Ministerpräsident Söder geht zudem davon aus, dass die Zahlen weiter steigen könnten, wenn nach dem Jahreswechsel wieder mehr getestet wird und die Gesundheitsämter alle Zahlen melden.
Damit könnte auch die Zahl der betroffenen Landkreise weiter zunehmen – zumal zahlreiche Gebiete derzeit nur knapp unter der 200er-Marke liegen. Auch Reiserückkehrer seien noch nicht in den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts abgebildet. „Wir müssen eher davon ausgehen, dass diese Zahlen wachsen“, betonte Söder.
Mit der eingeschränkten Bewegungsfreiheit sollen primär touristische Ausflüge verhindert werden. Sie stellen „explizit keinen triftigen Grund dar“, heißt es. Damit soll dem Ausflugstourismus Einhalt geboten werden, wie er zuletzt vor allem aus Wintersportgebieten bekannt wurde. In den bayerischen Alpen hatten Bürgermeister geklagt, ihre Orte würden von Ausflüglern überrannt, die Parkplatzsituation sei am Limit.
Beeindruckendes Winterpanorama: Der Forggensee bei Füssen.
Beeindruckendes Winterpanorama: Der Forggensee bei Füssen.
© Foto: dpa

Alpen, Allgäu, Chiemsee: Wer darf dorthin fahren – und wer nicht?

Viele Bayern schätzen ihr Bundesland für zahlreiche Ausflugsziele, die auch in der kalten Jahreszeit locken, beispielsweise:
  • das Schloss Neuschwanstein
  • die bayerischen Alpen
  • das bayerische Allgäu.
Doch wer darf jetzt noch dorthin? Wie die 15-Kilometer-Regel in der Praxis ausgelegt wird, ist noch nicht ganz klar. Eine Sprecherin der bayerischen Staatskanzlei teilt auf Anfrage mit, dass am Freitagnachmittag Klarheit herrschen soll.
Momentan ist davon auszugehen, dass folgendes gilt: Wer aus einem bayerischen Landkreis mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 kommt und mehr als 15 Kilometer vom Ausflugsziel entfernt wohnt wohnt, darf nicht hinfahren. Für Bürger aus bayerischen Regionen mit niedrigeren Inzidenzen dürften Ausflüge, für die eine Fahrt von mehr als 15 Kilometer nötig ist, hingegen weiterhin erlaubt sein.
Auch Menschen aus anderen Bundesländern werden wohl weiterhin nach Bayern fahren dürfen und beispielsweise das Schloss Neuschwanstein besuchen oder am Tegernsee flanieren können – sofern sie nicht selbst in einem Hotspot leben, in dem die 15-Kilometer-Regel gilt.