OB-Wahl in Ulm: Wen soll man wählen? Hier geht’s zum Kandidat-O-Mat
Bei welcher Partei soll man sein Kreuz machen? Welches Programm spiegelt die eigenen Standpunkte am ehesten wider? Schon seit Jahren gibt es bei Bundestags-, Landtags- und Europawahlen den „Wahlomat“ als Entscheidungshilfe. Eine OB-Wahl ist aber weniger Parteien- denn Persönlichkeitswahl. Zur Wahl des Ulmer Oberbürgermeisters am 3. Dezember hat die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) daher gemeinsam mit der SÜDWEST PRESSE und dem SWR einen „Kandidat-o-Mat“ entwickelt. Am Samstag, 11. November, ging dieser um 10 Uhr online. Interessierte finden ihn online unter kandidatomat.de.
Vier von fünf sind beim Kandidat-O-Mat dabei
Neben Amtsinhaber Gunter Czisch (CDU) stehen eine Frau und drei Männer zur Wahl: Lena Schwelling (Grüne), Martin Ansbacher (SPD) sowie die parteilosen Thomas Treutler und Daniel Langhans. Nun kann man in wenigen Minuten herausfinden, mit wem man am meisten übereinstimmt. Und das nicht in allgemeinen politischen Positionen, sondern konkret anhand Ulmer Fragestellungen.
Alle vom Gemeindewahlausschuss zur Wahl zugelassenen Kandidierenden haben die Möglichkeit erhalten, sich am Kandidat-O-Mat zu beteiligen. Daniel Langhans hat aber keine Antworten eingereicht und konnte daher nicht berücksichtigt werden.
Kandidat-O-Mat Ergebnis eines langen Prozesses
Und um solche Thesen geht es nun: „Die Innenstadt soll autofrei werden“, „Historisch belastete Straßennamen sollen umbenannt werden“, „Die Ulmer Stadtwerke sollen einen günstigen Strompreis sicherstellen, auch wenn dadurch der Übergang zu erneuerbaren Energie verlangsamt wird“, „Der Erhalt von Grünflächen soll Vorrang vor der Ausweisung neuer Wohnflächen habe“. Mit ihren Antworten offenbaren die Kandidierenden natürlich Unterschiede, aus denen das Tool prozentuale Übereinstimmungen berechnet.
Die Entwicklung dieses Ulm-spezifischen Kandidat-O-Mat war ein monatelanger Prozess. Nach ersten Brainstorming-Runden fand im September ein zweitägiger Workshop statt, an dem 20 Schülerinnen, Schüler und Studierende mit LpB-Mitarbeiterinnen und Journalisten zusammenkamen, um Thesen zu entwickeln.
Themen über Themen, Fragen über Fragen: 200 bunte Zettel hingen schließlich an den Wänden im M25, dann wurden daraus die Thesen formuliert und nachgeschärft, mit dem Ziel, möglichst viele relevante und kontrovers diskutierte stadtpolitische Themen abzudecken.

Beim Workshop zum Kandidat-O-Mat wurden Thesen über Thesen entwickelt.
Lars SchwerdtfegerVerkehr, Wirtschaft, Bildung und Co. – das sind die Themen
Es ging um Verkehr und Klimapolitik, um Bauen und Wohnen, um Sicherheit, um Wirtschaft und Finanzen. Um Bildung, um Kinder, Jugend und Familie, Arbeit und Soziales, Migration und Integration. Um Sport, Kultur und Religion.
Im Forum wurde diskutiert, wie relevant die einzelnen Thesen sind und ob es sich überhaupt um kommunalpolitische Fragestellungen handelt, bei denen Stadtspitze und Gemeinderat Kompetenzen haben. An der Stelle gab Prof. Matthias Müller von der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg wichtige Hinweise.
Schließlich wurde abgestimmt: Fast 90 Thesen wurden ausgewählt, die dann den Ulmer OB-Kandidatinnen und -Kandidaten vorgelegt wurden. Die konnten jede These mit „ja“ „neutral“ oder „nein“ beantworten und eine Erläuterung hinzufügen, um ihre Standpunkte zu erläutern.
28 Thesen: Kandidat-O-Mat als Orientierung
Aus der Fülle dieses Materials wurde zuletzt mit der Hilfe eines Mathematikers der endgültige Kandidat-O-Mat erarbeitet, der nun aus 28 Thesen besteht. Diese decken ein thematisch möglichst breites Feld ab. Und sie ermöglichen eine gute Differenzierung zwischen den zur Wahl Stehenden: Das heißt, sie haben eine hohe statistische Varianz und lassen so die Unterschiede zutage treten. Und wer sich durch den Kandidat-O-Mat klickt, der kann am Ende auch noch Thesen markieren, die ihm besonders wichtig sind und die doppelt gewertet werden sollen.
Die Kandidierenden hätten sich viel Mühe gemacht und „sehr sorgfältig geantwortet“, freut sich Vivianna Klarmann von der LpB. Davon profitieren nun die Ulmerinnen und Ulmer, die eine wertvolle Orientierungshilfe erhalten: eine Art Kompass zur Oberbürgermeisterwahl.
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Die Kandidaten im Porträt
Lena Schwelling (Grüne)
Gunter Czisch (CDU)
Martin Ansbacher (SPD)
Thomas Treutler (parteilos)
Daniel Langhans (parteilos)
Wen soll man wählen? Der Kandidat-O-Mat für Ulm
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