Trauer, Wut, Entsetzen, Schockstarre: Im kleinen Illerkirchberg hat sich eine schreckliche Tat ereignet. Ein 27-jähriger Mann hat am frühen Morgen zwei Mädchen auf dem Schulweg mit einem Messer angegriffen. Scheinbar aus dem Nichts heraus. Eine der beiden Schülerinnen starb.
Gedenken am Tatort in Oberkirchberg

Messerangriff in Illerkirchberg Gedenken am Tatort in Oberkirchberg

Da der mutmaßliche Täter, wie die Polizei erst am Abend mitteilte, aus Eritrea stammt, kochen im Dorf und in der Region die Emotionen hoch. Im Internet kursieren ekelhafte Selbstjustiz-Fantasien. In Zeiten, in denen Kommunen verzweifelt nach Wohnraum für Flüchtlinge suchen, ist die Frage, ob der Täter ein Asylsuchender ist, sofort politisch aufgeladen.
Die aufkommende Debatte ist schon jetzt unappetitlich und zynisch den Opfern und Hinterbliebenen gegenüber. Denn deren Leid ist unermesslich, die Nationalität des Täters unerheblich. So brutal es klingen mag, diese Tat hätte überall geschehen können. Irregeleitete Menschen jeglicher Herkunft können zum Messer greifen. Dass es in diesem Fall ein Eritreer gewesen sein könnte, rechtfertigt nicht jedes Vorurteil. Unsere Aufmerksamkeit und Anteilnahme sollte jetzt unbedingt den beiden jungen Opfern und ihren Familien gelten.