Landtagswahl 2026 im Wahlkreis Tübingen: Alles rund um die Wahl

Am Sonntag, 8. März, wird ein neuer Landtag gewählt. Dabei gibt es zwei Neuerungen.
Bernd Weißbrod/dpa- Landtagswahl BW am Sonntag, 8. März: erstmals Wählen ab 16; zwei Stimmen.
- Erststimme für Direktkandidaten, Zweitstimme bestimmt Sitzverteilung im Landtag.
- Überhang- und Ausgleichsmandate möglich; Kritik vor allem von der FDP.
- Wahlkreis Tübingen: acht Gemeinden; neun Kandidierende von neun Parteien.
- Wahllokale 8–18 Uhr; Briefwahl möglich; Hilfen für Sehbehinderte verfügbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es sind noch gut drei Wochen bis zur Landtagswahl. Am Sonntag, 8. März, wird der 18. Landtag in Baden-Württemberg gewählt. Bei dieser Wahl gibt es zwei Neuerungen: Erstmals dürfen Jugendliche ab 16 Jahren wählen, und jeder Wähler hat wie bei der Bundestagswahl zwei Stimmen. Die Erststimmen entscheiden, welche Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis gewinnen, die Zweitstimme entscheidet über die Zusammensetzung des Landtags insgesamt, also wie viele Sitze welche Partei im Landtag hat.
Damit die Zusammensetzung ausgewogen ist, ziehen Kandidaten der Landeslisten ins Parlament. Wenn eine Partei über die Zweitstimme mehr Sitze bekommt, als sie Direktmandate erringt, werden die Sitze über die Landesliste aufgefüllt. Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate als sie Sitze im Landtag bekommt, behält sie diese Mandate (Überhangmandate). Damit die Sitzverteilung dann trotzdem stimmt, bekommen andere Parteien zusätzliche Mandate (Ausgleichsmandate). Im jetzigen Landtag sitzen 154 Abgeordnete. Ohne Zusatzmandate wären es 120.
Vor- und Nachteile der zwei Stimmen
Durch die Überhang- und Ausgleichsmandate könnte sich der Landtag vergrößern, was vor allem die FDP bei der Verabschiedung der Reform kritisierte. Sie lehnte deshalb die Reform ab. Die Befürworter begrüßten, dass unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen stärker berücksichtigt werden, etwa Frauen. Einige Parteien, wie etwa die Grünen, haben ihre Listen entsprechend aufgestellt: Die Geschlechter auf den Listen wechseln sich ab.
Der Wahlkreis Tübingen ist kleiner als der Landkreis: Zu ihm gehören Ammerbuch, Bodelshausen, Dettenhausen, Mössingen, Neustetten, Ofterdingen, Rottenburg und Tübingen. Die Gemeinden Dußlingen, Gomaringen, Kirchentellinsfurt, Kusterdingen und Nehren gehören zum Wahlkreis Reutlingen. Starzach und Hirrlingen gehören zum Wahlkreis Balingen.
21 Parteien mit bis zu 70 Kandidaten haben in Baden-Württemberg Listen eingereicht. Im Wahlkreis Tübingen treten neun Kandidatinnen und Kandidaten an. Das sind (Landeslistenplatz in Klammern):
– Grüne: Daniel Lede Abal, Landtagsabgeordneter, Tübingen (10)
– CDU: Diana Arnold, Polizeibeamtin, Rottenburg (54)
– SPD: Dorothea Kliche-Behnke, Mitglied des Landtags, Tübingen (2)
– FDP: Irene Schuster, Lehrerin, Tübingen (20)
– AfD: Anna Schneider, Mediengestalterin, Tübingen (56)
– Die Linke: Katharina Poppei, Software-Entwicklerin, Tübingen (13)
– BSW: Sören Lorenz, Maschinenbauingenieur, Dettenhausen (6)
– Volt: Pedro Treuer, KI-Ingenieur (4)
– Die Partei: Flavio Krahl, Medizininformatiker, Nehren (11)
Am Wahltag sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Wahl mitzubringen sind die Wahlbenachrichtigung und ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Wer verhindert ist, kann per Briefwahl abstimmen. Diese kann man schriftlich mit der Wahlbenachrichtigung beantragen. Außerdem steht im Rathausfoyer eine Wahltheke an der Briefwahlunterlagen beantragt werden können. Wer möchte, kann dort auch gleich wählen.
Service für Sehbehinderte
Für Sehbehinderte bieten die Blinden- und Sehbehindertenverbände kostenlose Stimmzettelschablonen an. Die Stimmzettelschablone wird auf den Stimmzettel gelegt. Die Felder für das Kreuzchen sind in der Schablone ausgespart. Auf der Schablone sind in großer, tastbarer Schrift Erläuterungen angebracht. Zusammen mit der Schablone wird eine Audio-CD ausgeliefert, auf der erklärt wird, wie die Schablone zu benutzen ist. Außerdem wird der Inhalt des Stimmzettels vollständig aufgesprochen. Anfordern kann man Schablone und CD unter Telefon (07 61) 3 61 22.
Wann am Wahlabend ein Ergebnis vorliegt, ist nicht vorauszusagen. Es hängt davon ab, wie die Auszählungen laufen, ob also in einem Wahllokal zweimal gezählt werden muss. Die SÜDWEST PRESSE berichtet am Wahlabend laufend online über die bereits ausgezählten Wahlbezirke. Die Auszählungen sind wie immer öffentlich in den Wahllokalen. Wer möchte, kann sie beobachten. Dabei dürfen die Wahlhelfer nicht gestört werden, und es sind nur allgemeine Fragen zulässig.
Vor fünf Jahren lag Lede Abal vorne
Bei der Landtagswahl 2021 hatten die Wählerinnen und Wähler nur eine Stimme für eine Kandidatin oder einen Kandidaten. Im Wahlkreis Tübingen bekam Daniel Lede Abal (Grüne) 39 Prozent der Stimmen, auf Diana Arnold (CDU) entfielen 20,5 Prozent, auf Dorothea Kliche-Behnke (SPD) 11,6 Prozent, auf Irene Schuster (FDP) 7,6 Prozent, auf Claudia Haydt (Die Linke) 6,7 Prozent und auf Ingo Reetzke (AfD) 6,5 Prozent.
Sowohl die Stadt Tübingen, als auch das Landratsamt, die Landeszentrale für politische Bildung und das Landes-Innenministerium informieren auf ihren Homepages ausführlich über die Landtagswahl. Dort sind alle Regeln erklärt. Auf der Seite der Landeszentrale für politische Bildung sind alle Landeslisten zu finden, und auch die Wahlprogramme hat die Landeszentrale auf ihre Homepage gestellt. Außerdem ist dort ein Wahl-O-Mat zu finden.
Das TAGBLATT-Wahlpodium
Wie vor jeder größeren Wahl lädt auch diesmal das SCHWÄBISCHE TAGBLATT wieder zu einem Wahlpodium ein. Es ist am Dienstag, 24. Februar im Kreissparkassen Carré, Mühlbachäckerstraße 2 und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Eingeladen sind die fünf im Wahlkreis Tübingen Kandidierenden der im Landtag vertretenen Parteien und die Kandidatin der Linken. Es moderieren Redaktionsleiter Moritz Siebert und Redakteurin Miri Watson.
Landtagswahl 2026 im Wahlkreis Tübingen
Am Sonntag, 8. März, wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Hier sammeln wir für Sie die wichtigsten Artikel zur Wahl aus dem Wahlkreis Tübingen.
Porträts der Kandidatinnen und des Kandidaten der großen Parteien:
- Katharina Poppei kandidiert für die Linke: „Wir brauchen mehr Sozialwohnungen“
- Irene Schuster tritt für die FDP an: „Die Grundschule ist ein Zehnkampf“
- Diana Arnold will für die CDU in den Landtag: „Ärmel hochkrempeln und mitmachen“
- Daniel Lede Abal will für Bündnis 90/Die Grünen zum vierten Mal in den Landtag: Ein Grüner in der Pole Position
- Dorothea Kliche-Behnke will für die SPD im Landtag bleiben: wehrhaft und voller Energie
- „Alice Weidel in soft“: So tickt die AfD-Kandidatin Anna Schneider
Direkt gefragt:
- Das sagen die Tübinger Kandidierenden zu Videoüberwachung und Sicherheit
- Das sagen die Tübinger Kandidierenden zur Wohnungsnot
- Das sagen die Tübinger Kandidierenden zur Bildungspolitik
- Das sagen die Tübinger Kandidierenden zur Windkraft
- Das sagen die Tübinger Kandidierenden zur Finanzierung der Kommunen
Das TAGBLATT-Wahlpodium:
Überblicksseite zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg:
(Diese Liste wird aktualisiert.)