Landtagswahl 2026 im Wahlkreis Tübingen
: „Ärmel hochkrempeln und mitmachen“

Als Polizeibeamtin hat Diana Arnold am eigenen Leib erfahren müssen, worum es beim Thema Innere Sicherheit geht. Sie kandidiert für die CDU.
Von
Lisa Maria Sporrer
Tübingen
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Diana Arnold, CDU-Landtagskandidatin für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg, vor dem Tübinger Polizei-Präsidium in der Konrad-Adenauer-Straße.

Die CDU-Landtagskandidatin und Polizeibeamtin Diana Arnold vor dem Polizeirevier in der Konrad-Adenauer-Straße in Tübingen.

Carolin Albers
  • Diana Arnold, CDU-Kandidatin für die Landtagswahl 2026, setzt auf Sicherheit, Wirtschaft und Bildung.
  • Als Polizistin erlebte sie Angriffe, u. a. durch Hooligans 2006 – für sie ein Grund für Videoüberwachung.
  • Arnold fordert KI-gestützte Überwachung an öffentlichen Plätzen und mehr Polizeipersonal.
  • Sie lebt klimafreundlich, kritisiert aber grüne Regulierungen als überzogen und wenig bürgernah.
  • Trotz Bedrohungen durch Windkraftgegner hält sie an ihrem politischen Engagement fest.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war vor dem Spiel England gegen Ecuador, 2006, Fußball-Weltmeisterschaft, Stuttgart. Britische Hooligans sorgten für die schwersten Ausschreitungen seit WM-Beginn. Die Polizei griff an diesem Tag rigoros durch, verhaftete über 400 Fans und verhängte Aufenthaltsverbote für die Innenstadt. Fünf unbeteiligte Fans und vier Ordnungshüter wurden verletzt. Eine davon war Diana Arnold. Sie war auf dem Schlossplatz im Einsatz, als ihr ein englischer Hooligan eine Whiskeyflasche über den Kopf zog. Sie hatte keinen Helm auf und wurde mit einem Schädelhirntrauma mit leichter Hirnblutung ins Krankenhaus gebracht.

Diana Arnold hat sich als Ort für das Foto das Tübinger Polizeirevier in der Konrad-Adenauer-Straße ausgesucht. Thema Innere Sicherheit. Das ist naheliegend. Sie ist Polizeibeamtin. Nur das Gespräch kann dort nicht geführt werden, im Polizeirevier darf kein Interview zur Landtagswahl gegeben werden. Trennung von Exekutive und Legislative. Sollte sie in den Landtag gewählt werden, kann sie auch ihren Beruf nicht mehr ausüben. „Viele fragen mich, ob ich neben dem Landtag dann noch weiterarbeiten werde. Das darf ich aber gar nicht“, sagt Arnold in ihrem Wahlkampfbüro am Stadtgraben. Es ist erst im September vergangenen Jahres eröffnet worden, als Bürgerbüro der CDU in Tübingen. Christoph Naser war da, Wahlkreisgewinner bei der Bundestagswahl 2025. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz auch. Und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

Ein klares „Ja“ zur Videoüberwachung

In Arnolds kleinem Büro, geschätzt 15 Quadratmeter, sind die Wände kahl, an den Seiten stehen Kartons mit Wahlkampfmaterial, und von zwei großen Aufstellern blicken ihr die überdimensionierten Gesichter von Naser und Manuel Hagel über die Schulter. Hagel, der baden-württembergische Spitzenkandidat der CDU, setzt auf die Themen Wirtschaftswachstum, Sicherheit und Bildung. Das sind auch die Themen von Diana Arnold. Besonders die Innere Sicherheit. Weil sie das tagtäglich bei ihrer Arbeit am eigenen Leib erfährt. Auch hier gibt es während der Einsätze Angriffe auf Polizeibeamte, einmal hat ein Mann, der auf Crystal Meth war, ihr eine Sehne in der Schulter beschädigt. Trotzdem sagt sie: „Tübingen ist im Großen und Ganzen eine sichere Stadt.“ Wobei das subjektive Sicherheitsgefühl ja nichts mit Statistik zu tun habe. Gut für das subjektive Sicherheitsgefühl wäre es, wenn mehr Streife gefahren und mehr kontrolliert würde. Dafür bräuchte es aber erst mal entsprechendes Personal bei der Polizei.

Die Frage nach der Videoüberwachung in der Stadt ist schnell beantwortet. Ein klares: „Ja.“ Wobei sie betont, dass es eine KI-gestützte, intelligente Überwachung sein müsste, die tatsächlich nur aufzeichnet, wenn etwas passiert. Am besten an allen großen öffentlichen Plätzen, an Busbahnhöfen, auch in Rottenburg. Und in Parks, in denen Drogen verscheckt werden. „Wieso muss immer erst etwas passieren, bevor gehandelt wird?“, fragt sich die 43-Jährige. Vielleicht hätte dann auch damals, 2006, der Täter vom Schlossplatz ausfindig gemacht werden können. Stattdessen gab es lediglich eine Anzeige wegen versuchten Totschlags. Gegen Unbekannt.

Landtagswahl 2026 im Wahlkreis Tübingen

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(Diese Liste wird aktualisiert.)

Nach der Schule und dem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Tübinger Psychiatrie gab es für Arnold eigentlich nur zwei Alternativen: Polizistin oder Krankenschwester. Für ein Medizinstudium war ihr Abi zu schlecht. Mittlerweile ist sie im Mittleren Dienst, Schutzpolizei. 2012 kam sie zum Posten in der Tübinger Innenstadt, seit Juli vergangenen Jahres ist sie im Hauptpersonalrat des Innenministeriums. „Das ist nicht wie bei Hubert und Staller“, sagt sie. Der Streifendienst sei eine der gefährlichsten Tätigkeiten, weil sie bei einem Einsatz ja nicht wüssten, was auf sie zukommt.

Mittlerweile wird sie oft gefragt, warum sie sich für die Landtagswahl hat aufstellen lassen. Ihre Oma, sagt sie, habe immer gesagt: „Klage nicht, ändere es.“ So wurde sie 2014 zunächst Ortsvorsteherin in Oberndorf, 2019 Stadträtin in Rottenburg (erst 2015 trat sie in die CDU ein) und 2024 Kreisrätin. „Man hört ja immer die Leute klagen über die Politik: die da in Stuttgart, die da in Berlin. Um daran etwas zu ändern, muss man einfach mitmachen.“ Und sich in den Themen, über die man spricht, auch auskennen. Es gebe viel zu wenige Politiker, die auch tatsächlich in dem Beruf gearbeitet hätten, dessen Themen sie verantworten, sagt Arnold. Ihr Grundsatz ist: Auf die Leute hören, die sich auskennen. Und: „Ärmel hochkrempeln und mitmachen. Viele Politiker diskutieren zu viel und reden zu viel darüber. Mir ist es wichtig, den Einblick auch durch das Tun, durch die Mitarbeit zu gewinnen.“ Wer sie also im Wahlkampf zu einem Betriebsrundgang einlädt, muss damit rechnen, dass sie gleich mitarbeiten wird.

Grüner als mancher Grüner

Sie sei keine, die nur nach dem Parteibuch reden würde, sagt Arnold über sich. „Ich habe meine eigenen Wertvorstellungen“ – die sich bei den Themen Migration, Abschiebung, Bürokratieabbau und kostenloses, verpflichtendes letztes Kindergartenjahr aber ziemlich mit den Vorstößen der Parteispitze decken. Beim Thema Klima scheint sie hingegen eigene Wege zu gehen. Geheizt wird bei den Arnolds mit Solar-Stückholzheizung, und innerhalb Deutschlands zu fliegen ist tabu. Ohnehin gab es noch nie einen Familienurlaub mit Flugzeug. „Ich lebe manchmal grüner als mancher Grüner“, sagt sie und lacht. Das Problem an der Klimapolitik sei, dass sie von den Grünen überreguliert wurde, durch den Zwang habe man die Leute nicht mitgenommen.

Und die Leute mitnehmen – das ist ihr das Wichtigste. „Es geht doch darum, dass wir friedlich miteinander weiterleben können, normal miteinander diskutieren, ohne jemanden in irgendeine Ecke zu stellen.“ Ihr selbst wurde als CDU-Mitglied schon des Öfteren vorgeworfen, „arg rechts“ zu sein. Aber da steht sie drüber. Weil sie weiß, dass das nicht stimmt.

Von Windkraftgegnern bedroht

Einmal nur, nachdem sie von Windkraftgegnern massiv angegangen worden war, zweifelte Diana Arnold daran, in der Öffentlichkeit stehen zu wollen. „Nicht nur ich bin bedroht worden, es gab auch Drohungen gegen meine drei Kinder“, sagt sie. Das habe ihr schon sehr zugesetzt und warf die Frage auf: „Ist es das alles wert?“ Ihr Mann, ebenfalls Polizist, bekräftigte sie dabei: Wenn die Demokratie so mit Füßen getreten werde, höre man nicht einfach auf. Und ihre jüngste Tochter sagte zu ihr: „Mama, bitte mach das. Denn wenn du das nicht machst, macht es ein Blöder.“