Entführung in Tübingen
: Fahndung läuft weiter – Polizei schreibt 180 Tesla-Halter an

Um die Fahndung nach einem Unbekannten, der am Karsamstag auf dem Parkplatz des Rewe-Markts in Tübingen eine Frau entführte, ist es ruhig geworden. Die Ermittler aber lassen nicht locker.
Von
Jonas Bleeser
Tübingen
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Kamera am Tesla Model Y „Juniper“: PRODUKTION - Der Fahrassistent kommt ohne Lidar aus und arbeitet mit optischen Kameras. (zu dpa: ««Juniper»: So fährt sich das neue Tesla Model Y») Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

In Teslas sind bis zu acht Kameras verbaut (hier im Kotflügel), die die Umgebung des Autos filmen können. Ist der Wächter-Modus aktiviert, schalten sie sich beispielsweise ein, wenn sich jemand dem Auto nähert. Deshalb haben die Ermittler Tesla-Halter in Tübingen angeschrieben.

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Am 19. April wurde in Tübingen eine 68-jährige Frau auf einem Supermarkt-Parkplatz entführt. Der Täter zwang sie mit einem Messer in den Kofferraum ihres Audi A6 und raubte ihre Bankkarten. Die Polizei sucht intensiv nach Videoaufnahmen und hat 180 Tesla-Halter angeschrieben, da diese Autos Kameras besitzen. Bisher gab es keine entscheidenden Hinweise. Hinweise nimmt das Revier Tübingen entgegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Nachricht bewegte viele in der Region: Am 19. April, dem Karsamstag, wurde in Tübingen eine Frau entführt. Mittags gegen 12.40 Uhr, auf dem belebten Parkplatz des Rewe-Supermarkts im Schleifmühleweg – und ohne, dass es jemand bemerkte. Laut Polizeiangaben war ein mit einem Messer bewaffneter Mann zu der 68-Jährigen ins Auto gestiegen, hatte sie geschlagen und mit Klebeband gefesselt. Anschließend fuhr er mit ihr aus der Stadt und drückte sie in den Kofferraum ihres Audi A6. Er raubte ihre Bankkarten und fuhr mit ihr nach Derendingen in die Heinlenstraße. Dort parkte er den Wagen bei der Kreissparkasse und verschwand. Die verletzte Frau konnte sich schließlich selbst befreien, worauf ihr Passantinnen zur Hilfe kamen.

Seither sucht die Polizei mit großem Aufwand nach dem Entführer. Unter anderem erstellten die Ermittler mit Hilfe des Opfers ein Phantombild. Das hängten sie auf Plakaten öffentlich aus, beispielsweise in öffentlichen Gebäuden wie dem Bürgeramt, auf Polizeiwachen und in den rückwärtigen Seitenfenstern von Streifenwagen, an schwarzen Brettern in Supermärkten. Und es steht weiter auf der Internetseite mit offenen Fahndungen des Landeskriminalamts.

Und sie suchen weiter nach Videoaufnahmen vom Tattag. Zunächst forderten sie Besitzer von Dashcams, also im Auto installierten Videokameras auf, sich zu melden. Zuletzt schrieb die Kriminalpolizei rund 180 Halter von Teslas in Tübingen an: Die E-Autos haben bis zu acht Kameras installiert, in der Windschutzscheibe, über dem hinteren Kennzeichen, in den vorderen Kotflügeln und den Türsäulen. Ist der sogenannte Wächter-Modus als Diebstahlschutz eingeschaltet, filmen sie automatisch die Umgebung, wenn sich jemand nähert.

Ermittler hoffen weiter auf entscheidenden Hinweis

Bislang hatte jedoch auch dieser Aufruf wenig Erfolg. Die Zahl der Hinweise hat deutlich abgenommen. „Es war noch keiner dabei, der zur Identifizierung oder Verhaftung eines Beschuldigten geführt hat“, sagt Polizeisprecherin Ramona Döttling. Die Ermittler hoffen trotzdem weiter darauf, dass sich eine entscheidende Spur ergibt, und prüfen jede neue Zeugenangabe.

So beschrieb die Entführte den Unbekannten: Der Mann soll mittleren Alters, zirka 1,75 bis 1,80 Meter groß und von normaler, unauffälliger Statur sein. Er hat kurze gräuliche, eventuell gelockte Haare und sprach akzentfreies Deutsch. Er trug eine dunkle Jacke mit Reißverschluss, eine Jeans und eine dunkle Wollmütze. Zudem hatte er einen hellgrauen Rucksack und Einkaufstaschen mit Aufschrift dabei. Hinweise nimmt das Revier Tübingen unter der Telefonnummer (07071) 9 72 14 00 entgegen.