Die Heizung blieb heil: Das Loch in der Tübinger Fahrrad-Brücke ist gestopft

Das Loch an der höchsten Stelle der Ann-Arbor-Brücke ist geflickt.
Hans-Jörg Schweizer- Tübingen: Das Loch in der Ann-Arbor-Radbrücke wurde mit geringem Aufwand repariert.
- Die Heizmatte blieb intakt, der Strom war nicht unterbrochen – die Heizung funktioniert.
- Reparatur: Loch ausgeschnitten, mit Epoxidharz verfüllt und blau überstrichen.
- Kosten laut Stadt: niedriger dreistelliger Betrag; Entstehung des Lochs unklar.
- Palmer sprach von mutwilligem Fräsen mit Akkuflex und nannte den Vandalismus absurd.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Offenbar mit voller Absicht hatte Mitte März jemand ein Loch in den blauen Belag der viel diskutierten Tübinger Ann-Arbor-Brücke gefräst. Die Sachbeschädigung war insbesondere deshalb in den (Sozialen) Medien ein Aufreger, weil die Fahrradbrücke über die Bahngleise zwischen Anlagenpark und Behördenviertel eine technische Spezialität aufweist: Sie ist beheizbar, um im Winter Glätte zu vermeiden, ohne für die Bausubstanz schädliches Streusalz verteilen zu müssen. Die Kosten von etwa 16 Millionen Euro für die sich elegant über die Gleise schwingende Brückenkonstruktion hatten seinerzeit überregional für Aufmerksamkeit gesorgt, nicht zuletzt, weil es sich um ein Lieblingsprojekt des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer handelt.
Eine Mitarbeiterin der Stadt hatte dann am 18. März den Schaden an der Brücke gemeldet. Sogleich stellte sich die Frage, ob womöglich auch die Brückenheizung demoliert sein könnte, da in dem etwa zehn Zentimeter langen und drei Zentimeter tiefen Loch am Zenit der Ann-Arbor-Brücke die Heizmatte in Mitleidenschaft gezogen sein könnte.
Das war nun nicht der Fall, der Strom der Heizmatte war nicht unterbrochen, sodass eine einfachere Reparatur genügte: Das Loch wurde sauber ausgeschnitten, mit Epoxidharz verfüllt und danach wieder blau angestrichen. Die Pressestelle der Stadt Tübingen vermeldet: „Die Reparatur haben die Kommunalen Servicebetriebe übernommen. Die Reparaturkosten belaufen sich auf einen niedrigen dreistelligen Betrag. Wie das Loch entstanden ist, können wir nicht sagen.“
„Die Fachleute sagen, das kann eigentlich nur mit der Akkuflex herausgefräst worden sein“, hatte Palmer Ende März auf Facebook verkündet. Jetzt freute sich der OB an gleicher Stelle: „Der Vandalismus auf der Radbrücke ist zum Glück heilbar gewesen.“ Gleichwohl findet Palmer es „immer noch absurd, dass Leute absichtlich so eine Brücke zerstören“ und Zehntausende Euro Schaden an der Abtauanlage riskieren.



Neue Radbrücke in Tübingen:
„Absurd“ ist nur das Gemecker
Fußgänger schimpfen, weil sie nicht auf die neue Radbrücke dürfen. Warum nur? Sie schimpfen ja auch nicht, weil sie nicht auf Bundesstraßen dürfen.