Sensoren funktionieren nicht
: Automatische Heizung der neuen Tübinger Radbrücke ist defekt

Tübingens 16-Millionen-Euro-Radbrücke ist mit einer Heizung ausgestattet, die sich eigentlich automatisch ein- und ausschalten sollte. Doch zuletzt musste sie von Hand geschaltet werden: Die Sensoren arbeiten nicht, wie sie sollen.
Von
Jonas Bleeser
Tübingen
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Einweihungsfest Radbrücke West von oben, Hunderte testen gleich die neue Brücke 16.10.24 Foto: Carolin Albers

Beim Einweihungsfest der neuen Radbrücke West im Oktober testeten Hunderte die neue Brücke. Damit im Winter die Heizung automatisch anspringt, braucht es aber offenbar eine monatelange Eingewöhnungsphase.

Carolin Albers/Archiv

Die eingebaute Heizung der neuen Radbrücke ist einerseits eine Sicherheitseinrichtung, andererseits soll sie die Haltbarkeit des Bauwerks verlängern, weil bei Glätte kein Salz mehr gestreut werden muss. Und sie soll automatisch anspringen, sobald die Temperatur unter 3 Grad Celsius sinkt und eine bestimmte Feuchtigkeit auf dem Belag liegt.

Dafür messen vier Sensoren die Bedingungen. Allerdings funktioniert deren Zusammenspiel mit der Heizungssteuerung offenbar nicht: „Da dies Erfahrungswerte sind, muss die Heizungsanlage im Rahmen der Einstellphase auf die örtlichen Verhältnisse angepasst werden. Diese Einstellphase der Heizung läuft seit Dezember“, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit.

Und dabei gibt es Probleme: „Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass die Steuer- und Regeltechnik nicht funktioniert wie vorgesehen. Die Firma, die die Heizung eingebaut hat, ist mit Hochdruck auf Fehlersuche“, so die Stadt weiter. Es wurden schon verschiedene mögliche Fehlerquellen wie die Sensoren oder der Weg hin zu den Sensoren untersucht. Bislang konnte noch nicht herausgefunden werden, woran es liegt, dass die Heizung sich nicht einschaltet, obwohl der Bedarf da ist. Ähnliche Probleme gab es auch bei Tübingens erster Radbrücke: Auch bei der über die Steinlach fiel zu Beginn mehrfach die Heizung aus.

Winterdienst schaltet derzeit per Hand ein und aus

In den vergangenen Tagen wandten sich immer wieder Nutzer der Brücke an die Stadtverwaltung, weil die Fahrbahn vereist und gefährlich glatt war. „Deshalb wird die Heizung momentan im Rahmen des regulären Winterdienstes der Kommunalen Servicebetriebe bei Bedarf von Hand eingeschaltet“, so die Pressestelle. Als Übergangslösung ist geplant, zwei externe Sensoren zu installieren, die die Temperatur messen und dann direkt den Kommunalen Servicebetrieben Bescheid geben. Die fahren dann zur Brücke und schalten die Heizung per Hand ein.

Kam es wegen der defekten Heizung bereits zu Unfällen? Bei der Verwaltung ist nur ein Sturz bekannt – als es im Januar an einem Tag Blitzeis gab.

Eine gute Nachricht immerhin gibt es: Die Nacharbeiten kosten die Stadt kein weiteres Geld. Sie fallen unter die reguläre Gewährleistung. Und für die kommenden Tage soll es so warm werden, dass die Heizung nicht gebraucht wird.