Bürgermeisterwahl Lichtenstein
: „In dem Amt könnte ich alt werden“

Mit 26 Jahren ist Nicolas Waitzinger der jüngste Bewerber im Rennen um den Chefsessel im Rathaus Lichtenstein. Dort ist er stellvertretender Hauptamtsleiter.
Von
Jürgen Herdin
Lichtenstein
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Nicolas Waitzinger will als Nachfolger von Peter Nussbaum Bürgermeister in Lichtenstein werden.

Nicolas Waitzinger will als Nachfolger von Peter Nußbaum Bürgermeister in Lichtenstein werden.

Jürgen Herdin
  • Jüngster Bewerber: Der 26-jährige Nicolas Waitzinger will Bürgermeister werden.
  • Er ist stellvertretender Hauptamtsleiter in Unterhausen und CDU-nah, tritt aber als Mitte-Kandidat auf.
  • Ziele: interkommunale Kooperation, Standortpolitik, Unternehmer-Frühstück und enge Wirtschafts-Kontakte.
  • Große Projekte: Schulneugestaltung und Hochwasserfreimachung der Echaz – je rund zwölf Millionen Euro.
  • Blick auf 2039: Sorge um Gastronomie, Stärken bei Märchenschloss, Olgahöhle, Hauff-Museum und Natur.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Politisch fest verwurzelt in der CDU, sieht sich Nicolas Waitzinger als Teil des christdemokratischen Netzwerks — da gibt er keine Rätsel auf. Auch, dass der 26-Jährige im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister von Lichtenstein als CDU-Mann in den Kreistag einziehen will, sei sein Ziel. Aber dennoch begreift sieh der stellvertretende Hauptamtsleiter im Rathaus Unterhausen nicht als Kandidat seiner Partei. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes verortet sich als Vertreter „der politischen Mitte“ – und dazu gehöre ja auch die CDU.

Nach dem Abitur am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pfullingens hat Waitzingers  beruflicher Weg in Lichtenstein begonnen – mit seiner Ausbildung bei der Gemeindeverwaltung. Nach dem Studium „Public Management“ in Ludwigsburg und weiteren Erfahrungen in der Kommunalverwaltung ist der Traifelberger nun erneut für die Gemeinde tätig. Wegen vieler persönlicher Kontakte zu Vereinen, Nachbarkommunen, dem Landkreis, „übergeordneten Behörden sowie in die Landes- und Bundespolitik“ will er dieses Netzwerk für Lichtenstein nutzen – „um unsere Interessen zu vertreten, Türen zu öffnen und bei wichtigen Zukunftsprojekten die richtigen Menschen zusammenzubringen.“

Credo: Kollegiale Unterstützung weiterentwickeln

Das klingt mehr als nur ambitioniert, und so steht es auf seiner Homepage. Im Gespräch betont der jüngste Bewerber um den Chefsessel im Rathaus, dass er „keine Klientelpolitik betreiben will“. Nicolas Waitzinger setzt auf die interkommunale Kooperation mit den Nachbargemeinden, denn da habe sich „eine unfassbar gute Zusammenarbeit entwickelt“. Die kollegiale Unterstützung „weiterzuentwickeln und dabei Synergien zu nutzen“ ist sein Credo.

Auch glaubt er fest daran, dass Kontakte zur örtlichen Wirtschaft unerlässlich seien, um voranzukommen, dies in Zeiten allenthalben klammer Kassen – und in einem Gemeinwesen, wo es, allein schon topografisch bedingt, kaum noch Möglichkeiten der weiteren Ausweisung von Gewerbegebieten gibt. Dafür gibt es jede Menge Leerstände, gewerblich - wie auch nicht bebaute Grundstücke, Baulücken, selbst in der Ortsmitte.

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Standortpolitik will Waitzinger zur Chefsache machen. „Ich möchte in der Gemeinde zudem ein Unternehmer-Frühstück einführen“, sagt der Kandidat. In Sachen Bürgermeisterwahl habe er allen Firmen in Lichtenstein einen Brief geschrieben. Mit Blick auf große Investitionen sei die Neugestaltung der Schule gesetzt, verhandelt würden freilich noch Dinge wie die „pädagogisch sinnvolle Gestaltung“ im Gefüge eines Ganztagesbetriebs. Rund zwölf Millionen Euro stehen im Raum, es gibt Zuschüsse. Das wird auch bei der Hochwasserfreimachung der Echaz so sein. Auch hier sind alles in allem zwölf Millionen Euro im Gespräch; wobei Waitzinger die zwei geplanten Staudämme mittelfristige Zukunft sein lässt. „Wir müssen als erstes die kleineren Sachen machen“.

Die Gastronomie bereitet ihm Sorgen

Die Gastronomie in Lichtenstein, ausgenommen freilich Honau mit seinen Forellenhöfen, bereitet Nicolas Waitzinger Sorgen; vor allem auch mit Blick auf den zu erwarteten Zuschlag für die Echaz-Bundesgartenschau 2039. Bis dahin ist es zwar noch weit hin, doch um strukturelle Mängel zu beseitigen, bedürfe es ebenfalls eines langen Atems. „Es ist schwierig, dieses Problem anzugehen“, gibt Nicolas Waitzinger zu Protokoll.

So unwirtlich die Ortsdurchfahrt in Unterhausen fürs Auge auch sein mag, für die Bundesgartenschau sei Lichtenstein ansonsten gut aufgestellt. Das Märchenschloss, die Olgahöhle, das Hauff-Museum und die schöne Natur drumherum – damit lasse sich punkten. Und wenn im Rahmen der Regionalstadtbahn auch die Zahnradbahn von Honau auf die Alb reaktiviert werden könnte, „wäre da bestimmt niemand dagegen“, es gilt der übliche Finanzierungsvorbehalt. Für den Straßen-Albaufstieg gilt die umso mehr. Aber pflichtschuldig bemerkt der Bürgermeisterkandidat hierzu, dass er da freilich auch am Ball bleiben wolle.

Sollte Waitzinger am 18. Oktober, oder eben im zweiten Wahlgang, zum Bürgermeister von Lichtenstein gewählt werden, kann der sich übrigens vorstellen, ebenfalls lange am Ball zu bleiben: „In dem Amt könnte ich auch alt werden“, sagt der 26-Jährige. Weil man dann wichtige Projekte „über viele Jahre denken kann“.

Vier Kandidaten für das Amt des Lichtensteiner Bürgermeisters

Neben Nicolas Waitzinger möchte auch Frank Trudel Bürgermeister in Lichtenstein werden. Das Gespräch mit ihm finden Sie hier.

Auch Felix Reyhl kandidiert für das Amt des Lichtensteiner Bürgermeisters. Das Gespräch mit ihm finden Sie hier.

Weiterer Kandidat ist Steffen Haupt. Das Gespräch mit ihm finden Sie hier.