Bürgermeisterwahl Lichtenstein
: Gemeinschaft und Zusammenhalt fördern

Vier Männer aus Lichtenstein wollen Bürgermeister in Lichtenstein werden, so auch Frank Trudel. Der 61-Jährige setzt auf seine Lebenserfahrung und seine gute Vernetztheit.
Von
Jürgen Herdin
Lichtenstein
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Frank Trudel (61) geht als ältester Kandidat und im Ort gut vernetzter Vereismensch ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus.

Frank Trudel (61) geht als ältester Kandidat und im Ort gut vernetzter Vereinsmensch ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus.

Jürgen Herdin
  • Vier Lichtensteiner kandidieren für das Bürgermeisteramt, darunter Frank Trudel mit 61 Jahren.
  • Trudel ist Elektrotechniker in Unterhausen und gut in Vereinen vernetzt.
  • Er verzichtet auf Flyer, tritt parteiunabhängig an und will Verwaltung straffen.
  • Wichtige Themen: Echaz-Buga 2039, Albaufstieg B 312, Göllesberger Steige mit Steinschlaggefahr.
  • Ziel von Trudel: Gemeinschaft und Zusammenhalt stärken – Willkommensangebote für Neubürger.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das wird auf jeden Fall eine „Hausberufung“: So sagt man, wenn ein neu zu berufender Hochschul-Professor bereits an derselben Universität lehrt. In Lichtenstein bewerben sich um die die Nachfolge von Bürgermeister Peter Nußbaum vier Lichtensteiner, alles Männer. Neben Nicolas Waitzinger (26) sind das Steffen Haupt (45), Felix Reyhl (50) und auch Frank Trudel, der mit seinen 61 Jahren der älteste im Quartett ist

Echte Hausgeburt

„Und ich bin sogar eine Hausgeburt“, sagt er. Denn Trudel kam tatsächlich nicht im Krankenhaus, sondern daheim in Unterhausen zur Welt. Der Vater von drei Kindern hat zunächst Fernmelder gelernt, dann ging er zur Bundeswehr. Nachgelegt hat er mit einer Ausbildung zum Elektriker.  Als solcher hat er nach beruflichen Zwischenstationen in Pfullingen und bei Siemens drei Jahre lang für den Konzern in Frankfurt die Deutsche Bank in Sachen Controlling und IT-Infrastruktur betreut.

„Strom brauchen wir immer“, heißt es dann auch auf seiner Visitenkarte. Frank Trudels berufliches Leben ist schon seit langem die selbstständige Tätigkeit als Elektrotechniker in Unterhausen. „Ich installiere Telefone, bringe meinen Kunden Satellitenschüsseln aufs Dach.“ Die Glasfasertechnologie ist ebenso sein Metier wie die Netzwerktechnik und die IT allgemein.

Apropos Visitenkarte: Die ist das Einzige, was an gesichert Schriftlichem über Frank Trudel im öffentlichen Raum existiert. Auf Flyer hat er im Wahlkampf bewusst verzichtet. Man kenne ihn im Ort, sagt er mit einem selbstbewussten Lächeln. Bei Kommunalwahlen stand der Ex-Handballer und Elferratspräsident bereits auf den Listen von SPD, CDU und FWV. „Bei der FWV-Kandidatur fehlten mir bei den letzten Wahlen nur zehn Stimmen für einen Sitz im Gemeinderat“ – was ihn zwar fuchste, aber nicht sonderlich grämte.

Einen Haustürwahlkampf mit Klinkenputzen erspart sich Frank Trudel. Er tritt zur Wahl am 18. Oktober als von Parteien definitiv Unabhängiger an. Das halte ihn nämlich auch davon ab, schon vor dem Urnengang anzukündigen, für welche Partei oder Wählergemeinschaft er danach in den Kreistag einziehen will. Sein Mitbewerber Nicolas Waitzinger hingegen hat sich in dieser Frage bereits für die CDU entschieden.

Verwaltungserfahrung bringt Frank Trudel, da ist er ganz ehrlich, eigentlich nur in Sachen Finanzen mit, muss er doch als Chef einer Firma ebenfalls Bilanzen machen — und haushalten mit dem, was er hat. Da hegt er mit Blick auf sein Lichtenstein bisweilen Zweifel. Eine Straffung der Verwaltung im Rathaus könne er sich zum Beispiel schon vorstellen. Und nicht für jede geplante Maßnahme müssten immer auch teure, externe Gutachter her.

Große Erwartungen hat Frank Trudel mit Blick auf die Echaz-Bundesgartenschau 2039. Sollte die Region den Zuschlag bekommen, ließe sich mit den Investitionen in das Projekt auch Bleibendes für Lichtenstein schaffen. Die staatliche Zuschusskulisse jedenfalls sei durchaus attraktiv. Und am Albaufstieg der B 312 müsse man natürlich am Ball bleiben. Der wird seit Jahrzehnten diskutiert, Substanzielles tue sich indes wenig, „vielleicht nun ja doch mit der neuen Regierungspräsidentin Isabel Kling“, hofft Trudel.

Der ist, wie gesagt, nahe am Geschehen in Lichtenstein. Er könne gut zuhören, macht sich dann aber seinen eigenen Kopf, so, wenn es um Ärgerliches geht, das die Menchen schon lange beschäftige. „Wir müssen das Problem mit der Göllesberger Steige endlich angehen“, sagt Trudel. Die ist seit Jahren wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Die notwendigen Felssicherungsmaßnahmen wären sehr teuer. Die betroffenen Bereiche liegen im streng geschützten FFH-Naturschutzgebiet. „Ich bezweifle, dass da wirklich derart teure Maßnahmen an so vielen Stellen nötig sind“, grantelt Frank Trudel.

„Ich bin schon gut vernetzt“

Der Kandidat um den Chefsessel im Lichtensteiner Rathaus im Ortsteil Unterhausen ist den Älteren noch als aktives Mitglied im Elferrat bei den legendären Prunksitzungen bekannt. So gehört er dem Musikverein Unterhausen ebenso an wie der Narrenzunft Krautscheißer. In den Vereinen fühlt sich Frank Trudel wohl. Trudel ist bei den Sportlern der SG. Er ist beim Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein sowie beim Förderverein Bahnhof Honau. „Ich bin schon gut vernetzt“, sagt der Mann, der auch das große Fest aller Vereine wieder beleben will. Das sei auch wichtig für Neubürger, um Kontakte zu knüpfen. Für Frank Trudel ist es ein Herzensanliegen: „Wir sollten stets und immer die Gemeinschaft und den Zusammenhalt fördern“.