Bürgermeisterwahl in Lichtenstein
: „Wir haben doch so viel Potenzial“

Steffen Haupt (45) will als Bürgermeister ins Rathaus Unterhausen einziehen. Der gebürtige Sachse hat den Tourismus ebenso im Blick wie die Wirtschaftsförderung und eine schönere Ortsmitte.
Von
Jürgen Herdin
Lichtenstein
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Im Wohnzimmer des Bürgermeister-Kandidaten Steffen Haupt verweist Porzellan aus Meißen an dessen Herkunft.

Jürgen Herdin
  • Bürgermeisterkandidat Steffen Haupt setzt auf moderne Verwaltung und Wirtschaftsförderung.
  • Der 51-Jährige lebt seit fast 20 Jahren in Lichtenstein und war stellv. Hauptamtsleiter.
  • Große Projekte: Hochwasserfreimachung und Schulhaus-Umbau, jeweils um die zwölf Millionen Euro.
  • Buga-Chancen treiben Investitionen von etwa 30 bis 34 Millionen Euro für Lichtenstein.
  • Haupt will Tourismus stärken, Leerstände angehen und im Ortskern „Wohlfühlräume“ schaffen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Augen auf bei der Berufswahl: Steffen Haupt ist gelernter Büroinformations-Elektroniker – und studierter Verwaltungsexperte. Seit bald 20 Jahren lebt der gebürtige Sachse aus Meißen in Lichtenstein. Dort war der 45‑Jährige im Rathaus bereits stellvertretender Hauptamtsleiter. Heute ist der Technische Betriebswirt, der nach zwölf Jahren Bundeswehr zuletzt Truppführer in einem Fernmeldeteam der Flugabwehr war, Abteilungsleiter der Reutlinger Kreisschulen.

„Das alles qualifiziert mich – und ich möchte mein Wissen einbringen, um eine moderne Verwaltung zu schaffen“, sagt Haupt im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn Bedarf zur Optimierung gebe es vielerorts. Das Gewerbe zu fördern müsse Chefsache sein, dies im Zusammenspiel mit hochmotivierten Bediensteten in einer Kommune, in der zwei der drei Teilorte im engen Echaztal liegen. Weitere Gewerbeflächen gibt es da nicht.

Vater von zwei Kindern

Steffen Haupt schätzt die Arbeit der Vereine in Lichtenstein, will sie nach Kräften unterstützen – ist eines aber nicht: „Vereinsmeier“. Der aus Meißen stammende, passionierte Motorradfahrer weiß, dass man als Schultes einer Gemeinde entweder in so vielen Vereinen wie möglich Mitglied ist – oder in keinem. Dieses Prinzip der positiven Distanz kultiviert hat beispielsweise der Pfullinger Rudolf Heß. Der, wie Haupt Parteilose, war dort 32 Jahre Bürgermeister, kirchlich sehr aktiv, aber mit Blick auf Vereinsmitgliedschaften ein weitgehend unbeschriebenes Blatt.

Steffen Haupt und seine Ehefrau Stefanie, ein hiesiges Gewächs, haben zwei Kinder, Kjell (17) und Juliane (13). Der Mann mit all seinem technischem Wissen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen gleichermaßen, teilt allerdings mit Blick auf die Bürgermeisterwahl denselben „Nachteil“ mit den anderen Kandidaten: Es ist ein extrem kurzer Wahlkampf.

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Erst im Juni fiel – mit der offiziellen Ausschreibung im Staatsanzeiger – der Startschuss für die Bewerber. Der Urnengang ist am Sonntag, 18. Oktober. Den Sieger oder die Siegerin, die Bewerbungsfrist endet am 21. September, erwarten um die 10.000 Euro monatliche Bezüge – und ein bisweilen 14-Stundentag.

40 Themen und Bekenntnisse zum Gemeinwesen

„Das lief gut in Honau am Dorfbrunnen, reger Andrang, spannender Austausch“: Steffen Haupt geben solche Vorort-Termine Kraft. „Das Daheim, die Gemeinde, ist die Keimzelle der Demokratie“, sagt er, und dies ist nicht nur eine Phrase. Es mache einfach Freude, wenn die Leute interessiert seien. Etwa 40 Themen hat Haupt auf seiner Internet-Homepage in Stichworte gepresst, hat dort Bekenntnisse zum Gemeinwesen Lichtenstein formuliert. Das machen seine Konkurrenten um den Job nicht viel anders.

Gleichwohl sind da einige Herausforderungen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Steffen Haupt weiß, dass, ordentliche Zuschüsse noch nicht eingerechnet, die Hochwasserfreimachung und der Schulhaus-Umbau jeweils um die zwölf Millionen Euro kosten werden. Ein neuer Straßen-Albaufstieg ist ein Thema seit ziemlich genau 100 Jahren, konkretisiert Mitte der 1970er Jahre. Ob der Spatenstich vor 2039 sein wird, ist unklar. Sicher ist, dass das Echaztal sehr gute Chancen hat, 2039 die Bundesgartenschau eröffnen zu dürfen.

Schloss, Höhle, Museum: viel Potenzial für den Tourismus

Zwischen 30 und 34 Millionen Euro an Buga-Investitionen sind derzeit allein für Lichtenstein geplant. Doch die staatliche Förderkulisse stimmt Steffen Haupt froh. Kurz: Es ließen sich in den kommenden zwölf Jahren viele Projekte realisieren, die auf nachhaltige Weise für Mehrwert sorgten. Und das gehe schließlich Hand in Hand mit dem Tourismus: Schloss Lichtenstein, Olgahöhe, Hauff-Museum: „Wir haben doch so viel Potenzial“: Haupt will hier vieles „gezielt weiterentwickeln“. Mitnahme-Effekte im ganz positiven Sinne seien im Rahmen der Buga durchaus möglich.

Sorgen bereiten Steffen Haupt die vielen Leerstände in der Ortsmitte von Unterhausen. Und die Gastronomie lahmt. Sehr schmerzlich: Das Traditionsgasthaus „Stern“ macht jetzt auch dicht. „Konsolidieren und/oder Umnutzen“ will Haupt den Komplex Gewerbe und Handel. Wenn einmal mehr eine Firma aufgibt, sollte man sich frühzeitig um die Nachnutzung kümmern. Besser sei es jedoch allemal, „die Unternehmen in Lichtenstein zu halten“, betont der Bürgermeisterkandidat Steffen Haupt.

Und sollte er ins Rathaus Unterhausen einziehen, würde auch er auf einen betonierten Vorplatz blicken. „Wir haben keine richtige Ortsmitte“, beklagt Steffen Haupt. Im Ortskern „Wohlfühlräume schaffen“ will der Kandidat, wobei er sich hierbei eine rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wünscht.

Vier Kandidaten für das Amt des Lichtensteiner Bürgermeisters

Neben Steffen Haupt möchte auch Nicolas Waitzinger Bürgermeister in Lichtenstein werden. Das Gespräch mit ihm finden Sie hier.

Auch Frank Trudel kandidiert für das Amt des Lichtensteiner Bürgermeisters. Das Gespräch mit ihm finden Sie hier.

Weiterer Kandidat ist Felix Reyhl. Das Gespräch mit ihm finden Sie hier.