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: Wahlabend im Kreis Freudenstadt: Eindrücke, Stimmen, Zahlen

Katrin Schindele (CDU) hat ihr Mandat im Wahlkreis Freudenstadt mit 41,5 Prozent verteidigt. Auch Andreas Grammel (AfD) und Daniel Belling (Grüne) ziehen in den Landtag ein.
Von
Moritz Hagemann,
Marike Schneck,
Michael Stock,
Dagmar Stepper
Kreis Freudenstadt
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Wahlparty der CDU im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Katrin Schindele : Freudenstadt  08.03.2026 
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg; 
Wahlparty der CDU in der Gaststaette Marktwirtschaft,   Direktkandidat im Wahlkreis 45 Freudenstadt Katrin Schindele (re) und Zweitkandidatin Juliane Vess (li) mit Blumen
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer
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Blumen für zwei starke Frauen: Katrin Schindele (rechts) aus Baiersbronn holt das Direktmandat im Kreis Freudenstadt. Unterstützung erhielt sie auch von Zweitkandidatin Juliane Vees aus Weitingen.

Markus Ulmer
  • Wahllokale im Kreis Freudenstadt seit 8 Uhr geöffnet, bis 18 Uhr wählbar.
  • Erste Hochrechnungen ab 18 Uhr zu Zweitstimmen und Sitzverteilung erwartet.
  • Auszählung der Erststimmen kann bis in die Nacht dauern.
  • Acht Direktkandidat*innen auf dem Stimmzettel, Reihenfolge wie im Text.
  • Katrin Schindele gilt als Favoritin; vielerorts Wahlkampf-Veranstaltungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ausgezählt! Endlich!

21 Uhr: Das Ergebnis war abzusehen, aber jetzt steht es fest: Katrin Schindele (38) von der CDU hat sich mit 41,5 Prozent erneut das Direktmandat im Landtag gesichert. In Freudenstadt wird jetzt auch offiziell gefeiert! Andreas Grammel (64) von der AfD holt 25,2 Prozent, Daniel Belling (39) von den Grünen liegt bei 16,2 Prozent. Beide dürften den landesweiten Hochrechnungen nach (Stand: 20.57 Uhr) den Sprung ins Parlament schaffen. Grammel steht auf Platz 29 der AfD-Landesliste, Belling auf Platz 46 der Landesliste der Grünen. Bettina Ahrens-Diez von der SPD holte 6,1 Prozent und liegt damit sogar über dem Landesschnitt (aktuelle Prognose: 5,6 Prozent). FDP-Kandidat Veit Grünberg liegt mit 4,4 Prozent haargenau im Landestrend und Yannic Walheim von den Linken holte 3,3 Prozent und damit weniger als die Partei im Land insgesamt (Hochrechnung: 4,3 Prozent). Die Wahlbeteiligung im Kreis Freudenstadt liegt bei 69,8 Prozent.

Ein Wahlbezirk fehlt noch

20.49 Uhr: Irgendwo hängt's in Freudenstadt (Stadt). 142 der 143 Wahlbezirke sind ausgezählt. Katrin Schindele hat das Direktmandat sicher und gesichert ist auch eine hohe Wahlbeteiligung: Die liegt im Kreis Freudenstadt bei rund 70 Prozent, das kann sich sehen lassen. Unterdessen laufen in Stuttgart wieder die Zähler heiß: Der Abstand zwischen Grünen und CDU im Land soll sich weiter verkürzen. Wird's doch nochmal spannend?

Auch im Wahlkreis Rottweil holt die CDU das Direktmandat

20.45 Uhr: Zum fünften Mal hat Stefan Teufel das Direktmandat in seinem Wahlkreis Rottweil errungen. Das erfüllt ihn mit „Freude, Dankbarkeit und Demut“. Denn das war sein persönliches Ziel. Es sei ein großer Vertrauensbeweis der Wählerinnen und Wähler – an ihn, aber auch an das gesamte Team, das ihn unterstützt habe. Den Ministerpräsidenten werden aber wohl auch in der kommenden Legislaturperiode die Grünen stellen. So sieht es zumindest im Moment aus. „Natürlich haben wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagt Teufel. Es sei schade, dass die CDU ihre Punkte in den vergangenen zwei, drei Wochen verloren habe. Das habe noch ein parlamentarisches Nachspiel, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Eine Koalition mit der AfD lehnt Teufel „grundlegend ab“.

Stabile Mehrheit für Katrin Schindele von der CDU

20.30 Uhr: Zwar fehlen immer noch 3 von 143 Wahlbezirken im Wahlkreis Freudenstadt, aber Katrin Schindele ist nicht mehr zu stoppen. Die 38-jährige CDU-Landtagsabgeordnete aus Baiersbronn holt mit mehr als 41 Prozent stabil die Mehrheit und sichert sich damit erneut das Direktmandat. AfD-Kandidat Andreas Grammel (64) aus Besenfeld wird ebenfalls sicher in den Landtag einziehen, er kommt auf gut 25 Prozent der Stimmen und steht auf Landeslistenplatz 29 seiner Partei. Auch Daniel Belling (Grüne) hat gute Chancen: Der 39-Jährige aus Leonberg hat's zwar nur auf Platz 46 der Landesliste geschafft, wäre damit laut der aktuellen Prognose aber ebenfalls im Landtag. Somit hätte der Wahlkreis Freudenstadt wieder drei Abgeordnete im Parlament, das erste Mal einen Grünen.

Der ehemalige FDP-Abgeordnete Michael Theurer ist enttäuscht

20.20 Uhr: Der frühere Horber Oberbürgermeister und ehemalige FDP-Landtagsabgeordnete Michael Theurer meldet sich am Abend ebenfalls zu Wort: „Das ist ein sehr bitterer Abend für die Liberalen. Der Arbeit der FDP im Landtag mit unserem Abgeordneten Timm Kern wird das Ergebnis nicht gerecht. Er hat viel für Horb und den Kreis bewegt und wird dort fehlen.“ Vor 20 Jahren, bei der Landtagswahl 2006, holte die FDP noch 19,7 Prozent im Wahlkreis Freudenstadt.

Timm Kern (FDP): „Ein sehr, sehr bitterer Abend für uns“

20.15 Uhr: Timm Kern (FDP): „ Es ist ein sehr, sehr bitterer Abend für uns“, sagt kurz nach 20 Uhr der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende, der nicht mehr im Wahlkreis Freudenstadt, sondern in Hechingen-Münsingen kandidierte. Und zwar, weil sich das Wahlrecht änderte und „nicht aufgrund der erkalteten Liebe zum Landkreis Freudenstadt“, wie Kern am Wahlabend betont. Die FDP habe „gekämpft von morgens bis abends“. Doch das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Grünen und der CDU – dass manche Hagel, manche Özdemir unbedingt verhindern wollten – „hat die kleinen Parteien zerrieben“. So wird Kerns Zeit im Landtag enden. Ob dieses Wahlergebnis personelle Konsequenzen notwendig macht, will die FDP am Montag in ihren Führungsgremien besprechen. „Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden“, sagt Kern.

Auch Eutingen wählt stabil für Schindele

20.03 Uhr: In Eutingen entfallen auf Schindele 42 Prozent der Erststimmen. Grammel holt 23,3 und Belling 18,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen liegen Grüne (22,9) und AfD (22,7) hinter der CDU (36,0) fast gleichauf. Die FDP ist auch hier vernachlässigbar. Derweil hat FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke schon seinen Rücktritt angekündigt, allerdings auf FDP-Art: Der Rücktritt gilt natürlich nur, wenn es die FDP tatsächlich nicht in den Landtag schafft.

Schindele vorn, aber AfD in Waldachtal und Glatten sehr stark

20.02 Uhr: In Waldachtal bekommt Schindele 42,7 Prozent, gefolgt von Grammel (31,8) und Belling (11,4). Auch bei den Zweitstimmen ist die AfD mit 31,7 Prozent stark, aber die CDU stärker (35,8). Die Grünen holen 15,4 Prozent. In Glatten liegt Schindele (39,3 Prozent) vor Grammel (32,6) und Belling (12,2). Bei den Zweitstimmen schlägt die AfD (33,0) die CDU (32,7) sogar.

AfD-Vorsitzender Emil Sänze flirtet schon mit der CDU

20 Uhr: Solange im Wahlkreis Freudenstadt noch gezählt wird, wagen wir einen Blick über den Teller- - ähhh - Wahlkreisrand. Im Wahlkreis Rottweil ist AfD-Kandidat Emil Sänze zufrieden. Die Erwartungen, sagt er, seien erfüllt. „Wir haben uns verdoppelt.“ Sänze bildet gemeinsam mit Markus Frohnmaier die Doppelspitze des Landesverbands. Er habe am Wahlabend bereits mehrfach Koalitionsangebote an CDU-Leute gemacht. Und wie lautete die Antwort? Nun ja, die müssten nun erst mal sondieren, meint Sänze. Aber wenn sie das Angebot nicht annähmen, dann erginge es ihnen bei der kommenden Wahl wie der SPD, ist der Renfrizhauser überzeugt. In seinem eigenen Wahlkreis lag Sänze bei den Erststimmen bis Redaktionsschluss deutlich hinter Stefan Teufel (CDU). Gleichwohl bildet seine Partei die zweitstärkste Kraft im Landkreis Rottweil.

Empfingen stimmt deutlich für Schindele

19.45 Uhr: In Empfingen dominiert die CDU: Bei den Erststimmen liegt Schindele mit 48,6 Prozent klar vorn. Dahinter kommen Grammel (25,0) und Belling (13,3). Bei den Zweitstimmen kommt die CDU auf 38,2 Prozent, AfD (26,7) und Grüne (19,7) folgen.

SPD-Kandidatin Ahrens-Diez: „Gibt nichts schönzureden!“

19.20 Uhr: Bettina Ahrens-Diez (40) ist fassungslos. Die Wahlparty in Freudenstadt wird bei der Wahlprognose von 5,5 Prozent zur Trauerfeier: „Es ist ein desaströses Ergebnis, da gibt es nichts schönzureden“, sagte sie. Die Genossen seien im Zweikampf der beiden Spitzenkandidaten von Grünen und der CDU komplett zerrieben worden. „Die SPD wird sich neu aufstellen müssen“, ist Ahrens-Diez überzeugt. Ein erster Schritt ist ja schon gemacht, zumindest Andi Stoch hat seinen Rücktritt bereits angekündigt.

Wahlparty der SPD im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Bettina Ahrens - Diez : Freudenstadt  08.03.2026 
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg; 
Wahlparty der SPD in der Pizzeria Da Jupi, die Direktkandidat im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Bettina Ahrens - Diez (li hinten) und Kreisvorsitzende Melanie Nagel (re) 
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer
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Lange Gesichter im „Da Jupi“ in Freudenstadt: Die SPD muss bangen, ob sie überhaupt noch im neuen Landtag vertreten ist. „Da gibt es nichts schönzureden“, sagt Kandidatin Bettina Ahrens-Diez (links). Mit am Tisch sitzen auch die Kreisvorsitzenden Dr. Melanie Nagel (rechts) und Marius Thoy (Mitte), außerdem der Freudenstädter SPD-Ortsvereinsvorsitzende Sadik Varol (Zweiter von rechts).

Markus Ulmer

CDU-Kandidatin Katrin Schindele: „Das ist sehr solide“

19.10 Uhr: Familiär geht es bei der CDU in der „Marktwirtschaft“ in Freudenstadt zu. 50 Leute, darunter Familien mit Kindern, Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner, Horbs Oberbürgermeister Michael Keßler, der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Mack - alles was Rang und Namen und das Unions-Parteibuch hat, ist da. Auf zwei Monitoren werden beim Büfett die Auszählungen verfolgt. „Die erste Reaktion war sehr positiv“, sagt Kandidatin und Landtagsabgeordnete Katrin Schindele, auch mit Blick auf ihren Wahlkreis. „Da stehe ich aktuell bei 47 Prozent. Das ist sehr solide“ sagt sie. Etwas besorgt blickt sie auf die Ergebnisse von FDP und SPD. Deren schlechtes Abschneiden sei nicht gut für eine gelebte Demokratie. Die Älteste bei der Wahlparty ist über 80, die Jüngsten erst ein paar Tage alt. Viele checken die Ergebnisse auch minütlich auf ihren Smartphones.

Wahlparty der CDU im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Katrin Schindele : Freudenstadt  08.03.2026 
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg; 
Wahlparty der CDU in der Gaststaette Marktwirtschaft, die Direktkandidat im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Katrin Schindele (re) und Oberbuergermeister von Horb Michael Keßler (2.v.li.) 
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer
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Solide Freude in Freudenstadt. Katrin Schindele (CDU, rechts) wird das Direktmandat im Wahlkreis wohl sicher wieder holen. Noch ist nicht ausgezählt, aber da bräuchte es schon ein Erdbeben auf den Höhen des Nordschwarzwalds (und sowohl der Rhein- als auch der Zollerngraben sind weit weg!). Mit Schindele freuen sich die Keßlers aus Horb, der Bundestagskollege Klaus Mack und Freudenstadts Adrian Sonder.

Markus Ulmer

Winfried Asprion: „Das ist Kretschmanns Verdienst!“

19.05 Uhr: Winfried Asprion (Grüne): Der Horber Stadtrat, der 2021 noch für den Landtag kandidiert hatte, zeigt sich gegen 19 Uhr „hoch erfreut“. Und er findet das Ganze auch „hoch verdient, da unser Kandidat Özdemir einfach der bessere war, ein besseres Programm und ein besseres Standing hatte“. Dass die Wahl rechnerisch für die Grünen vor drei Monaten schon gelaufen schien, zeige, „dass man Wahlkampf machen kann mit Themen und Positionen und da auch überzeugen kann“. Den Ausschlag für den Sieg der Grünen gab seiner Meinung nach „die Seriosität des Spitzenkandidaten und dass Baden-Württemberg auch in den letzten 15 Jahren gut in grüner Hand war, es geht uns ja immer noch gut im Vergleich zu anderen Bundesländern“. Das sei Kretschmanns Verdienst.

Katrin Schindele (CDU) liegt stabil vorn im Kreis Freudenstadt

18.55 Uhr: Im Wahlkreis Freudenstadt sieht die Stimmverteilung natürlich ganz anders aus, als im Land. Wobei - so genau kann man das jetzt natürlich noch gar nicht sagen, schließlich sind erst ein paar wenige kleine Wahlbezirke im Kreis ausgezählt. Aber eine Tendenz ist sicher erkennbar: CDU-Kandidatin Katrin Schindele liegt weit vorne, sie muss sicher nicht ums Direktmandat zittern und bleibt Abgeordnete im Landtag. Die AfD mit Andreas Grammel liegt an zweiter Stelle, dann erst kommen die Grünen.

Yannic Wahlheim (Linke) zittert noch, aber ob das hilft?

18.45 Uhr: Yannic Walheim zittert zu Hause. Er hängt am Handy und beobachtet die Ergebnisse, berichtet er. Noch, sagt er, sei er nicht ganz niedergeschmettert. „Es kann schon noch was gehen!“ Aber er hat sich mehr erhofft. Derzeit liegen die Linken, ebenso wie die FDP, bei stabilen 4,5 Prozent und wird damit nicht in den Landtag einziehen.

SPD-Stoch tritt zurück, in Ihlingen holt die FDP nur 3,4 Prozent

18.42 Uhr: Das SPD-Ergebnis zieht die erste personelle Konsequenz nach sich: SPD-Fraktions- und Landeschef Andreas Stoch hat seinen Rückzug angekündigt. Das war zu erwarten. Ob's bei der FDP ähnlich läuft, ist abzuwarten. In Horb jedenfalls ist die Konsequenz deutlich: Selbst in Ihlingen, Heimat von FDP-Mann Timm Kern (der erstmals im Wahlkreis Münsingen-Hechingen Stimmen für die Liberalen holen wollte), hat die FDP nur 3,4 Prozent der Zweitstimmen geholt.

Bürgermeister Truffner: „Ich finde es hart.“

18.40 Uhr: Ferdinand Truffner (Bürgermeister Empfingen/CDU): „Das war nicht mein Wunschergebnis, ich finde es hart“, sagt Empfingens Bürgermeister kurz nach 18.30 Uhr, als die ersten Hochrechnungen feststehen. Er glaube nicht, dass die Wählerinnen und Wähler wissen, was sie bei den Grünen für ein Parteiprogramm gewählt hätten. „Ich hoffe, dass die Partei die Versprechungen von Cem Özdemir umsetzt, aber ich gehe nicht davon aus“, sagt der CDU-Politiker. Und er findet: „Die FDP ist raus, die SPD versinkt in der Bedeutungslosigkeit, die Linken sind auch nicht dabei. Es ist eine große Gefahr, wenn die AfD die einzige große Oppositionspartei ist.“

Angespannt und auch ein bisschen enttäuscht: FDP-Kandidat Veit Grünberg mit seiner Verlobten im noch leeren Digital Hub. Die Party beginnt erst um 19 Uhr, Weggefährten, Wahlhelfer, Parteifreunde, Familie - sie alle wollen nach Horb kommen.

Angespannt und auch ein bisschen enttäuscht: FDP-Kandidat Veit Grünberg mit seiner Verlobten im noch leeren Digital Hub. Die Party beginnt erst um 19 Uhr, Weggefährten, Wahlhelfer, Parteifreunde, Familie - sie alle wollen nach Horb kommen.

Dagmar Stepper

Die FDP-Party steigt erst um 19 Uhr – ob wirklich gefeiert wird?

18.32 Uhr: Hängende Köpfe bei den Liberalen: Die Party im Digital Hub in Horb hat noch nicht mal angefangen (Beginn ist erst um 19 Uhr!), da könnte sie schon wieder vorbei sein. Schafft's die FDP womöglich gar nicht mehr in den Landtag? Laut Prognosen holt die Partei nur 4,5 Prozent. Das sind 6 Prozent weniger als noch vor fünf Jahren. Kandidat Veit Grünberg, der in Horb mit seiner Verlobten Macarena Müller die ersten Prognosen verfolgt, ist enttäuscht, will sich von den ersten Hochrechnungen aber nicht unterkriegen lassen. „Ich bin sicher, dass es die FDP noch auf 5 Prozent schafft und in den Landtag einzieht“, sagt er. „Im Kreis Freudenstadt wird ja gerade erst ausgezählt.“

Bürgermeister Tideman: „Katastrophales Ergebnis“ für SPD

18.30 Uhr: Markus Tideman (Bürgermeister Eutingen/SPD): „Man sieht deutlich, dass sich der Trend, nach Personen zu wählen, fortsetzt. Es ist ein Duell zwischen CDU und Grünen geworden, mit der Beinote AfD.“ Als die SÜDWEST PRESSE gegen 18.30 Uhr mit dem SPD-Kreisrat spricht, scheint es mit knapp über 5 Prozent für den Einzug zu reichen. Aber: „Das wäre ein katastrophales Ergebnis. Wenn es so bleibt, ist es eine Halbierung zum letzten Ergebnis, bei dem man froh sein muss, wenn man es überhaupt in den Landtag schafft“, sagt Tideman. Sollte es reichen, seien es „zwei tiefblaue Augen“, die sich die SPD bei der Landtagswahl geholt hätten.

Horbs OB Keßler: „Hätte mir erhofft, dass die CDU das macht“

18.10 Uhr: Michael Keßler (Oberbürgermeister von Horb/CDU): „Die ersten Prognosen überraschen mich aufgrund der vergangenen Wochen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen hatte sich angedeutet, aber ich hätte es nicht ganz so vermutet. Wir müssen jetzt den Abend abwarten, aber ich hätte mir erhofft, dass die CDU das macht. Woran es lag, kann ich mir nicht wirklich erklären. Der Wahlkampf ist am Ende schmutziger geworden, das bedauere ich.“

Wahlparty des Buendnis 90 / Die Gruenen im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Dr. Daniel Belling: Dornstetten - Aach (Kreis Freudenstadt)  08.03.2026 
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg; 
Wahlparty des Buendnis 90 / Die Gruenen in der Gaststaette Waldgericht, der Direktkandidat der Gruenen im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Dr. Daniel Belling um 18 Uhr voellig ueberrascht von der ersten Hochrechnung von rund 32 Prozent vor dem Lokal
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer
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Völlig überrascht: „Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt Daniel Belling. Nach dem Staunen kommen Erleichterung und Freude. Oben in der Gaststube des „Waldgericht“ in Aach, wo die Grünen im Kreis Freudenstadt zum Feiern zusammen gekommen sind, brandet Jubel auf. Belling wollte den Moment allein erleben und hatte sich deshalb für die erste Prognose nach draußen verzogen.

Markus Ulmer

Daniel Belling: „Damit hätte ich nicht gerechnet.“

18.07 Uhr: Grünen-Kandidat Daniel Belling hat genug frische Luft geschnappt. Hand in Hand mit seiner Frau betritt er die Gaststube im „Waldgericht“. Die Grünen im Kreis Freudenstadt jubeln ihm zu. Belling kann's noch gar nicht richtig fassen: „Das ist ja unfassbar. Damit hätte ich nicht gerechnet.“ Bleibt das Ergebnis, zumindest im Groben, im Rahmen der ersten Prognosen, wird Belling in den Landtag einziehen. Die Grünen hätten Stand jetzt laut „Infratest Dimap“ 59 Sitze im neuen Landtag – der promovierte Sozialwissenschaftler Belling steht auf Listenplatz 46.

Wahlparty des Buendnis 90 / Die Gruenen im Wahlkreis 45 Freudenstadt,: Dornstetten - Aach (Kreis Freudenstadt)  08.03.2026 
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg; 
Wahlparty des Buendnis 90 / Die Gruenen in der Gaststaette Waldgericht, Jubel bei den Gruenen im Kreis nach der ersten Hochrechung 
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer
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Die Grünen im Kreis jubeln im „Waldgericht“ in Aach. Schon bei der ersten Hochrechnung zeigt sich: Ihre Partei wird im neuen Landtag stärkste Kraft.

Markus Ulmer

Jubel bei den Grünen: Belling wird's wohl in den Landtag schaffen 

18 Uhr: Rund 30 Leute vom Kreisverband der Grünen sitzen gemeinsam „Waldgericht“ in Aach (Dornstetten). Riesen-Jubel brandet auf, als die erste Hochrechnung eintrudelt: Die Grünen liegen laut ersten Prognosen vor der CDU. Der hiesige Kandidat Daniel Belling schaut sich die erste Prognose allein an der frischen Luft an. Er will noch telefonieren. Oben in der Gaststube gibt es derweil Hefeweizen und zünftiges Essen.

Direkt von der „Grindi“-Wache ins Wahllokal

14.30 Uhr: Tierschützerin Jacqueline Dießner kommt direkt von der Hornisgrinde vors Wahllokal in Ahldorf gefahren. Oben auf der Schwarzwaldhöhe war sie seit 7 Uhr morgens auf „Grindi“-Spaziergang. Seit der Abschussgenehmigung für den Hornisgrinde-Wolf (GW2672m) sind zahlreiche Menschen Tag und Nacht unterwegs, um die Tötung des Tieres zu verhindern. Dank ihrer Präsenz habe sich der Wolf bereits zurückgezogen, berichtete Dießner. „Das war ja unser Ansinnen.“ Der Abschuss ist bis Dienstag genehmigt. „Jetzt heißt es durchhalten“, sagt Dießner und seufzt. Nach der Bürgerpflicht ist eben oft auch vor der Bürgerpflicht. Nach dem Gang an die Urne geht's aber erstmal nach Hause, raus aus den schweren Wanderstiefeln. Die werden erst in der Nacht zum Montag wieder geschnürt, wenn lang klar ist, wer in Ahldorf und Stuttgart die meisten Stimmen geholt hat.

Geschäftigkeit am frühen Nachmittag im Wahllokal in Ahldorf: Wahlhelfende sind Gudrun Birkenberger, Tobias Lachenmaier und Simon Jung (von links).

Geschäftigkeit am frühen Nachmittag im Wahllokal in Ahldorf: Wahlhelfende sind Gudrun Birkenberger, Tobias Lachenmaier und Simon Jung (von links). Die Wahlbeteiligung ist ordentlich, so die erste Einschätzung. Nicht mehr als sonst, aber auch nicht weniger.

Marike Schneck

Schindele: Jetzt 97 Prozent Siegwahrscheinlichkeit

14.10 Uhr: Das Portal „election.de“ hat kurz vor der Wahl seine Prognosen nochmal angepasst. Die Wahrscheinlichkeit, dass Katrin Schindele (CDU) wieder das Direktmandat im Wahlkreis Freudenstadt holt, wird jetzt mit 97 anstatt 95 Prozent angegeben. Dahinter rangiert AfD-Kandidat Andreas Grammel mit 2 Prozent. Außerdem gehen die Hamburger Experten davon aus, dass die CDU von den 70 Wahlkreisen 53 gewinnen wird. Das sind fünf weniger als noch in der vorherigen Prognose. Bei der Landtagswahl 2021 waren die Vorhersagen von „election.de“ übrigens zu 94 Prozent korrekt.

Hohe Wahlbeteiligung wäre wichtig für Horb

14.02 Uhr: In knapp vier Stunden schließen die Wahllokale. Bis dahin wird es keine neuen Erkenntnisse geben, wie die Wahl ausgehen könnte. Zuletzt lagen CDU und Grüne mit 28 Prozent in den Prognosen gleichauf. Fakt ist: In den Horber Wahllokalen gaben bis zum Mittag schon viele Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen ab. Es zeichnet sich im ganzen Land ab, dass eine hohe Wahlbeteiligung erreicht werden könnte. Vor allem für Horb wäre das wichtig. Sowohl beim Windkraft-Bürgerentscheid im November als auch bei der Oberbürgermeister-Wahl im Juli war die Beteiligung in der Neckarstadt enttäuschend.

Landtagswahl Baden - Wuerttemberg: Horb - Muehlen (Kreis Freudenstadt)  08.03.2026
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg, Wahlkabinen Wahlbezirk 014-13 im Wahllokal  der Turnhalle
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer xxNOxMODELxRELEASExx

In der Turnhalle in Horb-Mühlen wurden fleißig Stimmen abgegeben am Sonntagvormittag.

Markus Ulmer

Winfried Kretschmann hat gewählt

11.21 Uhr: Sein Nachfolger wird heute gesucht: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seine Stimme abgegeben. Begleitet von seiner Frau Gerlinde und seinem Sohn Johannes kam der 77-Jährige am Morgen zum Wahllokal in Sigmaringen. Der Grünen-Politiker tritt bei der Wahl nicht mehr an – nach 15 Jahren als Ministerpräsident in Baden-Württemberg. Gerlinde Kretschmann war übrigens erst im November in Horb zu Gast und erzählte vom Leben als Frau des Landesvaters.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: 08.03.2026, Baden-Württemberg, Sigmaringen: Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, M), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, seine Ehefrau Gerlinde Kretschmann (l) und sein Sohn Johannes Kretschmann, kommen in ein Wahllokal im Ortsteil Laiz der baden-württembergischen Stadt Sigmaringen. Foto: Katharina Kausche/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gingen gemeinsam zur Wahl: Gerlinde, Winfried und Johannes Kretschmann im Sigmaringer Ortsteil Laiz.

Katharina Kausche/dpa

Für 18-Uhr-Prognose: Wählerbefragung in Horb

11.08 Uhr: Um 18 Uhr, bereits unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale, werden die ersten Prognosen zur Stimmverteilung bei den Zweitstimmen erwartet. Das geht deshalb, weil Wählerinnen und Wähler vor den Wahlbüros anonymisiert befragt werden. Für diese Nachwahlerhebung ist heute ein Korrespondent von „Infratest Dimap“ im Wahllokal an der Gutermann-Grundschule in Horb. Dasselbe passiert im Nachbarwahlkreis Tübingen zum Beispiel in Ammerbuch-Pfäffingen. So kann die ARD um 18 Uhr schon präzise Prognosen veröffentlichen.

Landtagswahl Baden - Wuerttemberg: Horb (Kreis Freudenstadt)  08.03.2026
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg, Wahllokal Grundschule in Horb, Wahlbefragung durch Infratest dimap fuer den ARD Baden - Wuerttemberg Trend, Umfragezettel  der ARD Prognose mit ARD Wahlbox 
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer xxNOxMODELxRELEASExx

Im Wahllokal Grundschule gibt es in Horb eine anonyme Zweitwahl, um das Ergebnis prognostizieren zu können.

Markus Ulmer

Wann Stimmen ungültig sind

10.33 Uhr: Bei der Wahl sind einige Dinge zu beachten. Auf dem Stimmzettel, der vor Ort gegen Vorlage der Wahlbenachrichtigung ausgehändigt wird, dürfen zwei Kreuze gesetzt werden. Kommentare, Zusätze oder Streichungen machen den Stimmzettel ungültig. Wer nur eine von beiden Stimmen abgeben möchte, kann dies tun. Dann wird auch nur diese eine Stimme gezählt und die andere ist ungültig. Wer im Wählerverzeichnis steht, kann übrigens auch ohne Wahlbenachrichtigung wählen. Einfach den Personalausweis oder Reiseausweis mit ins Wahllokal bringen.

Verkehrsminister Hermann im Interview

10.23 Uhr: Das Kabinett in Stuttgart wird sich durch die Wahl am heutigen Sonntag ändern – selbst, wenn es am Ende wieder zu einer grün-schwarzen Koalition kommen sollte. Einer, der aufhören wird, ist Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) aus Rottenburg. Der 73-Jährige war zu Beginn der Woche in der Redaktion der SÜDWEST PRESSE in Horb zu Gast. Er sprach unter anderem über das Container-Terminal, die Gäubahn und die Horber Hochbrücke. Aber auch, weshalb er den für den Posten gehandelten Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (53/parteilos) als Nachfolger für nicht geeignet hält. „Er ist sicher kompetent und leidenschaftlich. Ihm fehlen aus meiner Sicht zumindest manchmal einige wichtige Eigenschaften: eine gewisse Demut und Kooperationsfähigkeit“, sagte Hermann. „Er ist zweifellos fähig und hat viel für Tübingen erreicht. Aber er provoziert gerne und agiert oft als politischer Einzelgänger. In einer Koalitionsregierung funktioniert das nicht.“ Das ganze Hermann-Interview lesen Sie hier.

So lief's vor fünf Jahren

8.59 Uhr: Bei der Landtagswahl 2021 setzte sich Katrin Schindele (CDU) im Wahlkreis Freudenstadt mit 27,26 Prozent der Stimmen durch. Damals allerdings knapp vor Winfried Asprion (Grüne), der 24,7 Prozent der Stimmen holte. Dahinter folgten Timm Kern (FDP/14,85 Prozent) und Uwe Hellstern (AfD/11,62) – ganzes Ergebnis hier. Allerdings gibt es heute einen entscheidenden Unterschied: 2021 wurde noch nach dem alten Wahlrecht gewählt. Die Bürgerinnen und Bürger hatten nur eine Stimme. Wer also wollte, dass Winfried Kretschmann weiter Ministerpräsident bleibt, musste auch den Direktkandidaten der Grünen wählen. Jetzt ist das anders: Mit der Erststimme werden die Direktmandate vergeben, mit der Zweitstimme für eine Partei wird über die Sitzverteilung im Landtag entschieden.

Wahllokale haben jetzt geöffnet

8 Uhr: Die Wahllokale sind ab sofort geöffnet. Bis 18 Uhr haben alle nun Zeit, ihre Stimmen abzugeben. Die ersten Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale erwartet. Das betrifft aber die Zweitstimmen und die Sitzverteilung im Landtag. Bis die Erststimmen ausgezählt sind und klar ist, wer alles in den Landtag einzieht, wird es wohl bis in die Nacht hinein dauern.

Es gab viele Wahlkampf-Veranstaltungen

7.43 Uhr: In den vergangenen Wochen haben sich die Kandidatinnen und Kandidaten bei einigen Veranstaltungen vorgestellt. Unter anderem gab es in Freudenstadt eine Diskussion über Themen, die vor allem bei Frauen im Fokus stehen. In Horb wurde über Seniorenbelange diskutiert. Auch die Spitzenkandidaten Manuel Hagel (CDU), Cem Özdemir (Grüne) und Andreas Stoch (SPD) haben sich in der Region präsentiert.

Katrin Schindele ist die Favoritin

7.22 Uhr: Die 38-jährige Schindele ist bereits seit 2021 im Landtag und gilt auch heute als klare Favoritin auf das Direktmandat. Das Portal „election.de“ beziffert ihre Siegwahrscheinlichkeit auf 95 Prozent. Auch der Besenfelder Grammel darf sich Chancen ausrechnen, er steht auf Listenplatz 29 der AfD. Sollte es zu einem XXL-Landtag kommen, ist sogar Grünen-Kandidat Belling aus Leonberg auf Listenplatz 49 nicht aussichtslos. Weshalb? Das steht hier.

Das sind die Kandidaten im Wahlkreis Freudenstadt

7 Uhr: Guten Morgen aus der Redaktion! Im Kreis Freudenstadt können mit der Erststimme acht Kandidatinnen und Kandidaten für den Landtag gewählt werden. Sie stehen in folgender Reihenfolge auf dem Wahlzettel: Daniel Belling (Grüne), Katrin Schindele (CDU), Bettina Ahrens-Diez (SPD), Veit Grünberg (FDP), Andreas Grammel (AfD), Yannic Walheim (Linke), Walter Schäuffele (Bündnis C) und Sabine Frank (BSW).

Die Direktkandidatinnen und -kandidaten im Wahlkreis Wahlkreis (von links oben nach rechts unten): Katrin Schindele (CDU), Daniel Belling (Grüne), Veit Grünberg (FDP), Andreas Grammel (AfD), Bettina Ahrens-Diez (SPD), Yannic Walheim (Linke), Sabine Frank (BSW) und Walter Schäuffele (Bündnis C).

Die Direktkandidatinnen und -kandidaten im Wahlkreis Freudenstadt (von links oben nach rechts unten): Katrin Schindele (CDU), Daniel Belling (Grüne), Veit Grünberg (FDP), Andreas Grammel (AfD), Bettina Ahrens-Diez (SPD), Yannic Walheim (Linke), Sabine Frank (BSW) und Walter Schäuffele (Bündnis C).

privat

Landtagswahl 2026

Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Können die Grünen mit Cem Özdemir den zweiten grünen Ministerpräsidenten der Landesgeschichte stellen oder holt Manuel Hagel Baden-Württemberg für die CDU wieder zurück? Wie stehen die Chancen der anderen Parteien?

Infos, Hintergründe und Interviews zur Wahl finden Sie in unserer Übersicht.

Wie funktioniert die Wahl?