Es gibt Schoko-Nikoläuse. Und das bereits vor dem Nikolaustag. Die Kunden im Carisatt-Laden, darunter viele Mütter, reißen Verkäuferin Brigitte Biegert die Süßigkeiten regelrecht aus der Hand. Etwa 100 solcher Schoko-Männer hat der Geislinger Tafelladen als Spende einer Firma für seine Kunden erhalten. „Solche Spenden sind echt schön“, meint Christa Knosp vom Orga-Team des Tafelladens: Weil dann etwas Besonderes passend zur Jahreszeit in den Regalen steht. Und nicht nur, wie sonst, die Lebensmittelspenden von Bäckern und aus Supermärkten – etwa weil das Ablaufdatum kurz bevorsteht, das Brot einen Tag alt ist oder beim Kohl die äußeren Blätter welk. Sehr gefragt, erzählt Christa Knosp, seien auch immer Kaffee oder Marmelade, weil solche Produkte mit langem Haltbarkeitsdatum selten im Tafelladen landeten.
Insgesamt sind aktuell 300 Kundenausweise ausgestellt, die Menschen zum Einkauf im Tafelladen berechtigen. „Und doch erreichen wir damit nur einen Bruchteil derjenigen, die aufgrund ihrer finanziellen Situation eine Einkaufsberechtigung erhalten würden“, berichtet Sven Jaissle. Als Leiter für Wirtschaft und Finanzen bei der Caritas Fils-Neckar-Alb ist er für die Tafelläden verantwortlich.

Raum Geislingen

Zahl der Kinden ging wegen Corona zurück

Wegen Corona und der Maßnahmen dagegen ist die Zahl derer zurückgegangen, die bis zu Beginn der Pandemie regelmäßig im Tafelladen einkaufen gingen. „Und zwar um fast ein Drittel“, macht Jaissle das Ausmaß deutlich. Für die Caritas ist das ein Problem: Der Tafelladen ist zwar gemeinnützig und muss nicht gewinnorientiert wirtschaften, deshalb sind die niedrigen Preise möglich. „Aber die Kosten wie Sprit und Unterhalt für die Transporter, Strom und Miete sollten trotz der niedrigen Preise schon gedeckt sein.“
Hinzu kommt: Einer der beiden Kühllaster, mit dem die Lebensmittel vier Mal pro Woche bei Supermärkten und Bäckern zwischen Kuchen und Lonsee abgeholt werden, hat inzwischen zehn Jahre auf dem Buckel und erhielt vor zwei Jahren einen Austauschmotor. „Und immer wieder gab es danach weitere Schäden“, informiert Jaissle. „Es ist absehbar, dass er nicht mehr lange hält.“ Deshalb – und weil diese Fahrzeuge inzwischen sehr lange Lieferzeiten hätten – sei es notwendig, Geld für ein neues Fahrzeug zurückzulegen. „Wir brauchen also dringend die Hilfe der GZ-Leser, um trotz der Pandemie weiterhin den Menschen in Armut helfen zu können.“

Wartezeiten haben sich verlängert

Dass so viel weniger Kunden kommen, liegt nach Jaissles Meinung an der Angst mancher Kunden vor Ansteckung sowie daran, dass sich die Wartezeiten deutlich verlängert haben. Aus Sicherheitsgründen dürfen nur noch drei Kunden gleichzeitig den Laden betreten.
Auch früher gab es durchaus Wartezeiten – etwa vor Ladenöffnung oder wenn das Geschäft überfüllt war. Vor der Pandemie saßen die Kunden allerdings entspannt auf den an der Hauswand montierten Bänken und unterhielten sich miteinander. Doch weil auf Mindestabstände geachtet werden muss, können die Bänke derzeit nicht mehr genutzt werden, und auch stehende Grüppchen dürfen sich nicht mehr bilden, erklärt Christa Knosp. Die Mitarbeiterin, die bereits bei der Ladenöffnung im August 2006 zum Tafelladen-Team gehörte, weiß, dass die Umstände den Kunden zu schaffen machen – auch dann, wenn sie es in den Laden geschafft haben. Weil sich nur wenige gleichzeitig im Innern aufhalten dürfen, bleibt weniger Zeit für den Einkauf. „Damit ist das Einkaufen nicht mehr so entspannt – und Unterhaltungen zwischen den Verkäuferinnen und den Kunden im Laden sind so auch kaum mehr möglich“, sagt die Ehrenamtliche. Dabei, so macht Knosp klar, habe der kurze Plausch vielen Menschen einfach gutgetan.

Alles zur GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“

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