Gartenschau in Balingen: Bilanz zum Abschluss: Fast eine halbe Million Besucher
Das Leben ist nicht immer fair. Nach einem grandiosen Gartenschau-Sommer in Balingen werden es nachfolgende Austragungsorte schwer haben, diese Stimmung zu toppen. Es ist nicht fair, denn 50 Jahre Zollernalbkreis fielen zusammen mit einer Gartenschau, die fast eine halbe Million Menschen sehen wollten, mit einem Sommer, der Gästen und Balingern lange in Erinnerung bleiben wird. Andere Landkreise, denen dieses Jubiläum noch bevorsteht, dessen ist sich Landrat Günther-Martin Pauli sicher, werden es in dieser Hinsicht mit weniger Zierrat und mit weniger öffentlichem Interesse begehen müssen. Mit einem obligatorischen Festakt. In einer Stadthalle, vermutlich.
Gartenschau Balingen endet mit Festakt
Gestern hat sich die Stadt von ihrer Gartenschau verabschiedet. Mit einem Programm, das nochmal alles geboten hat. Guggenmusik der Hexaheuler, eine feierliche Fahnenübergabe an die nächsten Gartenschauorte Freudenstadt und Baiersbronn. Einen Festakt mit Staatssekretärin Sabine Kurtz aus dem Ministerium für Ländlicher Raum, das mit Zuschüssen zum Gelingen der Gartenschau beigetragen hatte.
Was bleibt hängen von der Gartenschau, was bringt die Zukunft? Derlei Fragen stellte Moderator Jens Zimmermann einer kompetenten Runde: Balingens Oberbürgermeister Dirk Abel sprach von einer deutlichen Imageaufwertung für die Stadt, von neuem Zusammenhalt unter den Balingern, von neuem Selbstbewusstsein. Vom Gelände werde einiges erhalten bleiben. Nach Herbst und Winter, die zum Einkuscheln einladen, werde die Stadt das nutzen, was im Zuge der Gartenschau entstanden ist und erhalten wird. „Wir werden auch im nächsten Jahr wieder aufs Gelände gehen.“
Handel wird gestärkt
Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hob die einzigartigen Impulse für die Wirtschaft in der Stadt hervor. Die Gartenschau habe dem Einzelhandel und der Gastronomie neues Publikum beschert, sie habe die Innenstadt attraktiviert und den stationären Handel gestärkt.
Das konnte Bernd Flohr, der Vorsitzende des Balinger Handels- und Gewerbevereins (HGV) bestätigen: „Viele Menschen haben die Botschaft nach außen getragen: In Balingen kann man toll einkaufen.“ Davon, so Flohr, könne der Einzelhandel in den kommenden Jahren profitieren: „Die Gartenschau war das Beste, was Balingen passieren konnte.“
Gartenschau Balingen: „Schöner geht es nicht“
Gerhard Hugenschmidt, Vorsitzender der Fördergesellschaft für Landesgartenschauen in Baden-Württemberg schwärmte von der Nähe und Eingebundenheit der Gartenschau zur und in die Stadt: „Schöner kann man es nicht haben. Mehr kann man nicht erreichen.“ Auch Landrat Pauli gehört zu den Fans: „Die Gartenschau wird nachhallen, dafür haben viele kreative Köpfe gesorgt.“ Er wird sie als inspirierend in Erinnerung behalten: „Dieses Erlebnis macht demütig“, vor allem diese „vielen ganz banalen Naturerlebnisse.“ Die durchaus rhetorische Frage des Moderators („Diese Gartenschau ist doch bombastisch, oder?“) musste die Technische Geschäftsführerin der Gartenschau, Annette Stiehle, erst gar nicht beantworten. Ihr Augenmerk legte sie stets auf den Bereich der Stadtentwicklung. Neun Anlagen, Parks, Plätze am Wasser, Spielplätze: All das bleibt erhalten: „Das hat die Stadt nachhaltig aufgewertet.“ Das gelte aber auch für die soziale Komponente der Gartenschau. Insgesamt bleiben wichtige Erholungsräume für die Zukunft erhalten. In künftig überhitzten Sommern wird genau das Erleichterung bringen.
Am meisten Applaus erhielt freilich Nicole Hoffmeister-Kraut für diesen einen Satz, den sie an die mehr als 500 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dieser Gartenschau richtete: „Sie waren großartig.“
Mehr als 450 000 Besucher
Die Balinger Gartenschau wurde am 5. Mai eröffnet. Mehr als 1000 Veranstaltungen hat es bis zum Sonntag, 24. September, gegeben. Auf drei Bühnen gab es ein Kulturprogramm mit Musik und Theater. Kochshows, Konzerte, Lesungen, Vorträge und zuletzt eine Party mit DJ rundeten das Programm ab. Rund 500 Ehrenamtliche waren auf der Gartenschau im Einsatz, mehr als 450 000 Besucher waren zu Gast.








