Weihnachtsspendenaktion Südwest Presse: Und dann geht auch noch die Waschmaschine kaputt

Ulrike Binder (links) und Patricia Seibert-Klöck beraten bei der Diakonie, wenn es klemmt. Im Ebinger Kaufwaschcafé gibt es Gebrauchtes für wenig Geld.
Vera Bender- Die Diakonie in Ebingen bietet Hilfe für Menschen in Not: Beratung, günstige Haushaltswaren und Waschmöglichkeiten.
- Die Südwest Presse sammelt Spenden für einen neuen Kaffeevollautomaten und ein Projekt an der Kinderklinik der Uni Tübingen.
- Spendenkonto: IBAN DE 20 6535 1260 0077 0400 00, BIC SOLADES1BAL, Verwendungszweck angeben.
- Unterstützung und Ehrenamtliche sind willkommen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei immer mehr Menschen herrscht materielle Not: der Arbeitsplatz geht verloren, man kann aufgrund von Krankheit überhaupt nicht mehr arbeiten, die Preise steigen, die Rente ist viel zu klein, man bekommt Nachwuchs und ist alleinerziehend. Gründe dafür, dass man plötzlich jeden Cent umdrehen muss und am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, gibt es genügend. Guter Rat ist da oft teuer. Nicht so bei der Beratungsstelle der Diakonie mit Hauptsitz in Balingen. Hier gibt es kostenlose Hilfe, die jedermann annehmen kann – unabhängig von einer Konfession.
Ein menschenwürdiges Leben
Die Leiterin des Kaufwaschcafés in Ebingen, Patricia Seibert-Klöck, und Beraterin Ulrike Binder wissen ein Lied von der Not der Menschen im Zollernalbkreis zu singen. Oft ist es der klassische Fall, verdeutlichen sie: Die Waschmaschine geht kaputt. Ersparnisse sind keine da und deshalb auch kein Ersatz in Sicht, aber die Wäsche muss ja gewaschen werden. Und auch deshalb hat das Kaufwaschcafé in Ebingen, wie der Name schon sagt, Waschmaschine und Trockner in den Räumen, die jeder Besucher und jede Besucherin nutzen kann. Mal sind es Alleinstehende, die sich nicht extra teure Maschinen anschaffen wollen, mal sind es ärmere Menschen, die es sich gar nicht leisten könnten, oder es sind Studenten.
Drei Euro pro Waschladung, die eine Stunde dauert, das Waschmittel schon inklusive, das ist eine gute Alternative zur Anschaffung der Geräte. Während dieser Zeit kann man sich für einen Euro einen Kaffee gönnen oder für 50 Cent mehr eine Kaffeespezialität. Wer komplett klamm ist, den lädt Patricia Seibert-Klöck auch auf ein Getränk ein. Wenn denn nur wieder der Kaffeevollautomat funktionieren würde, für den die SÜDWEST PRESSE in der Weihnachtsspendenaktion Geld sammelt. Nicht nur, dass es vielen Menschen am Nötigsten fehlt – es geht auch um Teilhabe am Leben, um soziale Kontakte und ein menschenwürdiges Leben. Hier im Kaufwaschcafé fragt niemand, wo man herkommt oder wer man ist. Hier kann jeder für wenig Geld einkaufen, ins Café sitzen oder die Wäsche waschen. Hier begegnen sich jung und alt, arm und reich, alleinstehend oder mit großer Familie.

Der Kaffeevollautomat im Kaufwaschcafé in Ebingen ist defekt. Täglich werden rund 100 Tassen Heißgetränke benötigt.
Vera BenderUnd schließlich kann es jeden treffen. Jeder kann in finanzielle Not geraten, weshalb es bei der angeschlossenen Beratungsstelle auch Termine für eine Schuldnerberatung gibt. „Wir haben hier quasi eine Standleitung zu den Albstadtwerken“, berichtet Seibert-Klöck. Denn manche Leute kommen erst dann und suchen Hilfe, wenn ihnen der Strom abgedreht wird. Hat man eine kranke Person oder einen Säugling zu Hause, wird die Situation besonders brisant. Geld austeilen kann die Diakonie nicht – wenn, dann ist es mal ein Gutschein für die Tafel oder ähnliches – aber hier erarbeitet man gemeinsam ein Konzept, wie es in Zukunft gelingen kann. Hier erfährt man auch, welche Hilfen einem zustehen, und hier kann man gleich noch günstig einkaufen.
Es gibt individuelle Lösungen für alles
„Das Ziel ist es, einen Weg zu gehen, damit das Geld ausreicht. Sei es durch Aufstockung des niederen Gehalts oder andere Hilfen“, erklärt Ulrike Binder. Hier bei der Diakonie ist die Erstanlaufstelle, wo man niemanden weg schickt, sondern gemeinsam überlegt, wen man noch ins Boot holen könnte. Von einem guten Netzwerk sprechen die Beraterinnen und meinen beispielsweise das Jobcenter, Stiftungen oder die psychische Beratungsstelle. Denn nicht wenige Menschen, die ständig auf Kante genäht sind, leben in einer Art Dauerstress, erläutern Binder und Seibert-Klöck. Diese Leute schämen sich und fallen nicht selten in ein tiefes Loch.
Dabei gibt es Lösungen. Keine pauschalen Lösungen. Aber individuelle. Und die werden gemeinsam erarbeitet. Nichts wird einfach übergestülpt. „Manche bringen nicht nur ein Päckchen an Problemen mit, sondern einen ganzen Rucksack“, spricht die Leiterin des Kaufwaschcafés wieder die Multiproblemlagen an, die momentan im Gespräch mit vielen Beratungsstellen genannt werden. Probleme in der Partnerschaft oder mit den Kindern, Suchtprobleme, finanzielle Probleme, der Verlust des Arbeitsplatzes, psychische oder chronische Krankheiten, Zukunftsängste – oft bedingt eines das andere und man befindet sich in einem Teufelskreis, aus dem es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Dem ist aber nicht so, versichern die beiden Beraterinnen. Es gibt immer eine Lösung. Beratungen gibt es auch in Balingen und auf einen Termin für den Erstkontakt muss man nicht lange warten. Donnerstags gibt es in Ebingen von 9 bis 12 Uhr sogar eine offene Sprechstunde für schnelle Hilfe.
Zwischenmenschliche Beziehungen
Was man im Kaufwaschcafé auch immer wieder feststellt, ist, dass sich Menschen oft gegenseitig helfen. Leute, denen es gut geht, laden andere auf einen Kaffee ein – wenn denn die Kaffeemaschine wieder funktioniert – oder geben Kleidung und Haushaltswaren ab, die dann auf den zwei Stockwerken der Einrichtung, die für jedermann offen steht, günstig angeboten werden können. Manchmal entwickeln sich auch Beziehungen, beobachtet Patricia Seibert-Klöck.
Und weil das Kaufwaschcafé seit seiner Eröffnung eine wahre Erfolgsgeschichte ist, wird man im neuen Jahr an fünf statt bisher vier Tagen öffnen. Und auch für die Feiertage will man sich künftig ein neues Konzept überlegen. Denn das Kaufwaschcafé öffnet erst wieder am 2. Januar, was für manche Besucher zu lange dauert, wo es doch seit heute schon geschlossen hat. Ehrenamtliche kann man immer brauchen, versichert die Leiterin der Einrichtung in der Bahnhofstraße 11. Und auch Kuchenbäckerinnen sind willkommen. Denn einmal in der Woche wird selbst gebackener Kuchen angeboten. Wer Hilfe anbieten will, meldet sich einfach bei Patricia Seibert-Klöck: Telefon (07431) 935 30 71 oder seibert-kloeck.patricia@diakonie-balingen.de.
Ein Konto für gleich zwei Projekte
Bei der Weihnachtsaktion der Südwest Presse im Zollernalbkreis gehen weiter Spenden ein. Mitte letzter Woche war das Sonderkonto bei knapp 2500 Euro. Dafür ein herzlicher Dank an alle Spenderinnen und Spender. Geld gegeben wird sowohl fürs Kauf-Wasch-Café, für die Kinderklinik, oder für beide Projekte, also halbe-halbe.
Das Spendenkonto hat diese IBAN: DE 20 6535 1260 0077 0400 00. Der BIC Code der Sparkasse Zollernalb: SOLADES1BAL. Ganz wichtig, weil wir dieses Mal zwei Projekte haben: Bitte geben Sie auf der Überweisung mit an, wofür Sie spenden. Die Stichworte sind „Kauf-Wasch-Café“ und „Kinderklinik“. Wenn Sie nichts notieren, machen wir halbe-halbe.
Bei Spenden bis zu 300 Euro braucht es keine Spendenbescheinigung. Der Überweisungsbeleg reicht dem Finanzamt. Wenn Sie eine Bescheinigung wünschen, vermerken Sie das bitte ebenfalls.



