Bürgermeister Meßstetten: Frank Schroft startet in zweite Amtszeit

Bürgermeister Frank Schroft (rechts) wird von Thomas Holl in sein Amt eingesetzt.
Alexander ReimerEs war ein haushoher Sieg, den Frank Schroft bei der Wahl im September eingefahren hatte: 93 Prozent der Wähler hatten für ihn gestimmt. Bei seiner Amtseinsetzung am Dienstagabend im Meßstetter Rathaus sprach er von einem „großartigen Vertrauensbeweis“ und einem Ergebnis, das ihn überwältigt und — zumindest kurzzeitig — sprachlos gemacht habe.
Weichen für die Zukunft gestellt
Vor seiner Ansprache gab es für den alten und neuen Schultes reichlich Lob von Kollegen und Wegbegleitern. Thomas Holl, erster stellvertretender Bürgermeister, erinnerte im vollen Sitzungsaal an Schrofts Erfolge der vergangenen acht Jahre. Er hob dabei unter anderem die „Agenda Meßstetten 2030“ hervor, mit der wichtige Weichen für die weitere Stadtentwicklung gestellt wurden.
Als weitere Meilensteine nannte Holl die Gründung des Interkommunalen Industrie– und Gewerbeparks Zollernalb oder Investitionen in Schulen und Kitas sowie den Breitbandausbau. Zugleich habe die Stadt unter Schroft solide gewirtschaftet. „Auf diese positive Entwicklung können Sie, können wir alle stolz sein“, sagte Holl, der nach seiner Ansprache Schroft offiziell als Bürgermeister verpflichtete.
Namhafte Gäste wie der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß, der Landtagsabgeordnete Hans–Peter Hörner, Regierungsvizepräsident Utz Remlinger, der Balinger OB Dirk Abel, Bürgermeister Steve Mall aus Albstadt oder Joachim Rebholz in Vertretung für Nicole Hoffmeister–Kraut saßen bei der Amtseinsetzung im Publikum.
Nicht immer einig gewesen
Landrat Günther–Martin Pauli unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit: Nur im gemeinschaftlichen Miteinander könne man Herausforderungen meistern und zukunftsweisende Projekte anstoßen. Als Beispiel nannte er die geplante Biogasanlage in Meßstetten, mit der man einen wichtigen Beitrag zur Versorgung und dem Klimaschutz leiste. Schroft zeichne sich dadurch aus, dass er auch außerhalb des Stadtgebiets Verantwortung übernehme und über „den Tellerrand hinaus mitwirke“, so Pauli. Auch wenn man sich in manchen Dingen — wie der steigenden Kreisumlage — nicht ganz einig sei, blicke er auf ein konstruktives Miteinander mit Schroft zurück.
In die gleiche Richtung steuerte Obernheims Bürgermeister Alexander Hofer, der für die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft sprach: „Kommunale Aufgaben enden nicht an der Gemarkungsgrenze. Wir tragen die Verantwortung für eine gemeinsame Region“, so Hofer, der sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Meßstetter Schultes freue.
„Glücksfall“ und Straßenlaterne
Schroft sei für die Stadt ein „Glücksfall“, sagte Oliver Schmid, Bürgermeister Geislingens und Kreisverbandsvorsitzender des Gemeindetags, in seiner Ansprache. Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass man den Posten des Rathauschefs mit einem kompetenten Fachmann besetzen könne. Gerade auch, weil die Arbeit des Bürgermeisters nicht immer dankbar sei. Die Rolle eines Schultes sei vergleichbar mit der einer Straßenlaterne, meinte Schmid scherzhaft: „Unten muss man sich von Hunden anpinkeln lassen und oben muss man strahlen.“
Bevor der offizielle Teil der Veranstaltung, der von der Jugendmusikschule Zollernalb umrahmt wurde, endete, durfte Frank Schroft an das Rednerpult.
Die Stadt Meßstetten habe ein besonderes Alleinstellungsmerkmal: „Aufgrund der hohen Lage haben wir die nötige Weitsicht“, so der Schultes, der unter anderem die Fortführung der „Agenda Meßstetten 2030“, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und weiteren Kita–Plätzen, die Digitalisierung der Verwaltung und den Bau des geplanten Gesundheitszentrums als wichtige Ziele für die kommenden Jahre nannte.

