Erdrutsch bei Riedlingen durch übergelaufenen Abwasserschacht löste tödliches Zugunglück aus.
Unfall am 27. Juli 2025: Drei Tote, Bahnstrecke Sigmaringen-Ulm betroffen.
Schacht zuletzt am 21. Juli 2025 geprüft, nicht verstopft – große Wassermassen führten wohl zum Überlaufen.
Experten warnen vor mehr Starkregen – Fahrgastverband fordert Ausbau der Kanalisation.
Aufwendige Bergung des Zuges abgeschlossen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
War das hilfreich für Sie?
Drei Menschen sind am Sonntag bei dem Zugunglück auf der Bahnstrecke Sigmaringen-Ulm gestorben. Als der Personenzug der Linie RE 55 entgleiste, war zunächst unklar, wie es zu diesem Unglück kommen konnte. Doch schnell rückte ein Abwasserschacht in den Fokus der Ermittlungen. Er soll nach bisherigem Erkenntnisstand übergelaufen sein und dadurch am Sonntag, 27. Juli 2025, den Hangrutsch an den Gleisen ausgelöst haben.
Zuständig für den Schacht ist das Landratsamt Biberach. Das hat ein Sprecher der Behörde gegenüber der SÜDWEST PRESSE bestätigt. „Die Funktionsfähigkeit der Schächte wird im Zuge der Streckenkontrolle kontinuierlich überprüft“, heißt es in der Mitteilung. „Darüber hinaus findet im Frühjahr und Herbst eine Spezialwartung der Schächte statt.“ Nach größeren Wetterereignissen werde „die Funktionalität zusätzlich geprüft“. Zuerst hatte der SWR darüber berichtet.
Wie der Pressesprecher erklärt, fand die letzte Überprüfung des Schachtes nahe der Bahnstrecke am 21. Juli 2025 statt. Mit Blick auf den schweren Bahnunfall teilt das Landratsamt mit: „Nach unserer Kenntnis ist der betroffene Schacht aufgrund der großen Wassermenge überlaufen.“ Die Behörde geht also nicht davon aus, dass der Abwasserschacht vor dem Überlaufen verstopft war.
Eine Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Auftrag der Deutschen Bahn hatte vor rund vier Jahren ergeben, dass die Bahn am Streckennetz im Raum Ulm – bis zum Bodensee – mit einem Anstieg der Starkregen-Tage rechnen muss. Im Bundesschnitt lässt sich zudem beobachten, dass starke Regenereignisse etwas intensiver verlaufen als früher. Joachim Barth, der Landesvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, wies bereits am Dienstag darauf hin, dass künftig mehr auf mögliche Gefahrenstellen an der Strecke geachtet werden müsse. „Man muss sich Gedanken machen, wie man mit solchen Starkregen-Ereignissen umgeht“, sagte Barth unserer Redaktion. Er forderte, die Kanalisation müsse ausgebaut werden, „damit sie solche Wassermassen verkraftet“.
Aufwendige Bergung nach Zugunglück bei Riedlingen
Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Unfall gestalteten sich als komplex. Waggons waren ineinander verkeilt, Trümmer säumten die Gleise. Hunderte von Einsatzkräften aus Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW waren am Sonntagabend an den Unglücksort ausgerückt, die Bergung der Zugteile dauerte bis zum späten Mittwochnachmittag an. Mittlerweile wurden alle Wagen abtransportiert. Beim Gottesdienst und weiteren Veranstaltungen am Freitag gibt es neue Details.
Die Waggons des Zuges, der bei Riedlingen verunfallt ist, werden geborgen und abtransportiert.
Björn Hossfeld; Jason Tschepljakow, Thomas Warnack, dpa
Rund einen Monat nach dem Tod dreier Menschen an der Bahnstrecke stehen in der Nähe des Unglücksorts Gedenkkerzen.
Bernd Weißbrod/dpa
Die Unfallstelle nach der Bergung des verunglückten Zugs.
Bernd Weißbrod/dpa
Der Bergezug ist an der Unfallstelle ibei Riedlingen in Position gebracht und bereit für seinen Einsatz.
Jason Tschepljakow/dpa
Nach und nach werden die verunfallten Waggons geborgen.
Thomas Warnack/dpa
Sicher am Haken des Krans auf Schienen hebt sich der Waggon langsam in die Höhe.
KARL-JOSEF HILDENBRAND/AFP
Einer der Waggons des verunglückten Zugs ist auf einem Lkw verladen.
Jason Tschepljakow/dpa
Die Schäden sind deutlich zu sehen - der Waggon ist stark deformiert.
Jason Tschepljakow/dpa
Der verladene Unfall-Waggon ist bereit für den Abtransport.
Jason Tschepljakow/dpa
Bei einem Zugunglück in Baden-Württemberg sterben am Sonntag drei Menschen, mindestens 41 weitere werden teils schwer verletzt.
Martin Tröster; Björn Hossfeld
Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.
Thomas Warnack/dpa
Dieser Hangrutsch könnte die Ursache für den Zugunfall gewesen sein.
Matthias Stelzer
Die Stelle des Hangrutschs ist bereits markiert worden.
Matthias Stelzer
Hier sind die verzogenen Schienen zu sehen.
Matthias Stelzer
Für die Bergung rückt noch am Sonntagabend schweres Gerät an.
Matthias Stelzer
Die Rettungshundestaffel war ebenfalls bei dem Zugunglück bei Riedlingen im Einsatz.
Feuerwehr Ulm
Regierungspräsident Klaus Tappeser ist direkt am Abend des Unglücks am Unfallort.
Matthias Stelzer
Das Einsatzgebiet ist groß. Überall verstreut liegen Zugteile.
Matthias Stelzer
Weil überall noch Dinge herumliegen, auch persönliche von Fahrgästen, wird eine strenge Fotolinie verfolgt.
Matthias Stelzer
Dieses Zugteil wurde von der Strecke gut 10 bis 15 Meter hoch an den Begleitweg der Bahntrasse geschleudert.
Matthias Stelzer
Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist.
Thomas Warnack/dpa
Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.
Thomas Warnack/dpa
Da der Bahndamm und die Hänge total durchnässt sind, müssen die Einsatzkräfte immer wieder ihre Stiefel reinigen.
Matthias Stelzer
Sven Vrancken, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit am Abend des Unglücks am Unfallort.
Matthias Stelzer
Es machen sich immer mehr Rettungskräfte auf den Weg zum Unfallort. Neben Rettungswägen sind auch Hubschrauber im Einsatz.
Björn Hossfeld
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist vor Ort. Für Angehörige wurde eine Sammelstelle am Haldenrain in Riedlingen eingerichtet.
Matthias Stelzer
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr, Polizei und des DRK arbeiten am Unfallort.
Matthias Stelzer
Trümmer der entgleisten Waggons.
Matthias Stelzer
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) kam am Abend zur Unfallstelle.
Matthias Stelzer
Die Rettungskräfte werden vor Ort versorgt.
Matthias Stelzer
Die Einsatzkräfte versuchen, die schweren Waggons zu bergen.
Matthias Stelzer
Mindestens zwei Waggons sind umgekippt. Etwa 100 Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls an Bord des Zugs.
Björn Hossfeld
Auch das Gebüsch am Bahndamm wird in der Nacht noch abgesucht.
Matthias Stelzer
Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.
Thomas Warnack/dpa
Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.
Thomas Warnack/dpa
Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist.
Thomas Warnack/dpa
Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.
Thomas Warnack/dpa
Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.
Thomas Warnack/dpa
Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist.
Thomas Warnack/dpa
Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.
Thomas Warnack/dpa
Die genaue Unfallstelle des tödlichen Zugunglücks bei Riedlingen.
Björn Hossfeld; GoogleMaps
Mindestens drei Menschen sind bei dem Zugunglück nahe Riedlingen gestorben.
Björn Hossfeld
300 Meter Luftlinie entfernt haben sich Vertreter überregionaler Medien auf der Brücke im Dorf Zell versammelt.
Martin Tröster
Von dort aus gibt es einen Blick auf den Unfallzug – näher darf derzeit niemand heran.
Martin Tröster
Askin Bingöl (v.l.) der Polizeivizepräsident Präsidium Ulm, Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Bahnchef Richard Lutz und Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsminister von Baden-Württemberg, geben am Montagvormittag an der Unglücksstelle eines Zugunglücks ein Statement ab, umringt von Journalisten und Kamerateams.
Bernd Weißbrod/dpa
Nachdem die Verletzen in den Krankenhäusern untergebracht sind, ist es am Montagmorgen Zeit für Experten der Bahn, die Unfallstelle zu begehen und die Bergung des Unglückszugs vorzubereiten.
Martin Tröster
Das Bürgerhaus Zell-Bechingen ist Versorgungsstation für die Rettungs- und Bergungsleute – Zell gehört zur Stadt Riedlingen.
Martin Tröster
Bei Tageslicht will sich die Spurensicherung nun am Montag ein weiteres Bild von der Unfallstelle machen.
Martin Tröster
Die Strecke am Unfallort des tödlichen Zugunglücks am Sonntag bei Riedlingen wird noch einmal genau inspiziert.
Karin Mitschang
Die Strecke am Unfallort des tödlichen Zugunglücks am Sonntag bei Riedlingen wird noch einmal genau inspiziert.
Karin Mitschang
Zugunglück bei Riedlingen – Teile des Zuges liegen an der Unfallstelle verstreut.
Karin Mitschang
Trümmer sind an der Unfallstelle nach dem tödlichen Zugunglück bei Riedlingen zu sehen. Der Regionalexpress RE55 war im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zwiefaltendorf und Zell entgleist.