Zugunglück bei Riedlingen
: Bergung der Wagons kompliziert, Gedenkgottesdienst am Freitag – Liveticker zum Nachlesen

Bei einem schweren Zugunglück nahe Riedlingen sind drei Menschen gestorben. Ein Hangrutsch ist wohl die Ursache für den Unfall. Eine Trauerfeier findet am Freitag statt.
Jetzt in der App anhören
Nach dem Zugunglück in Oberschwaben

Ein Spezialkran hebt die Zugwaggons von den Gleisen.

Thomas Warnack/dpa

Hunderte Einsatzkräfte sind am Sonntagabend zu einem Unglücksort bei Riedlingen (Kreis Biberach) ausgerückt: ein Personenzug der Linie RE 55 ist entgleist. Bei dem tödlichen Zugunglück kamen drei Menschen ums Leben und 36 weitere wurden verletzt – zum Teil schwer. Bis Dienstagmittag ist man von 41 verletzten Personen ausgegangen.

Je näher man der Unfallstelle kommt, desto größer wird das Ausmaß der Katastrophe: Waggons sind ineinander verkeilt, Trümmer säumen die Gleise.

Am frühen Montagmorgen gaben Staatsanwaltschaft und Polizei weitere Infos, auch zur möglichen Unfallursache. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Bahn-Chef Richard Lutz machten sich am Mittag ein Bild von dem Unglück.

Am Dienstag (29.07.) soll die Bergung der Zugteile abgeschlossen sein. Doch die Arbeiten sind äußerst aufwendig, weil die tonnenschweren Waggons nur mithilfe eines Spezialkrans der Deutschen Bahn angehoben werden können und der Zugang schwierig ist.

Eine ökumenische Trauerfeier ist geplant, sie soll in einer Kirche in Riedlingen stattfinden. Der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart Klaus Krämer und der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl werden teilnehmen.

Ende des Tickers

Wir beenden den Liveticker. Weitere Informationen und Entwicklungen zum Zugunglück finden Sie auf swp.de

Experte zum Zugunglück: „An den Bahnstrecken ist eine bessere Überwachung nötig“

Der Wissenschaftler Felix Schmid spricht über die zunehmende Gefahr durch Extremwetter – und verrät, was andere Länder beim Thema Sicherheit besser machen als wir.

Nach dem Zugunglück in Oberschwaben: 29.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Waggons eines entgleisten Regionalzugs liegen auf einer Bahnstrecke im Landkreis Biberach im Südosten Baden-Württembergs. Ein Regionalexpress war am Sonntagabend (27.07.2025) in Riedlingen nach bisherigen Erkenntnissen infolge eines Hangrutsches entgleist. Foto: Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Regionalexpress war am Sonntagabend in Riedlingen nach bisherigen Erkenntnissen infolge eines Hangrutsches entgleist.

Jason Tschepljakow/dpa

Gedenkgottesdienst am Freitag, 1. August

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg laden zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in das Münster Unserer Lieben Frau in Zwiefalten (Landkreis Reutlingen). in der Trauerfeier soll der Opfer des Zugunglücks gedacht werden.

Der Gedenkgottesdienst beginnt am Freitag, 1. August, um 11 Uhr. Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, und Ernst-Wilhelm Gohl, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, werden ihn gemeinsam zelebrieren.

Zwei Kinder unter Verletzten des Zugunglücks

Unter den Verletzten beim Zugunglück in Riedlingen sind zwei Kinder. Eines sei 7 Jahre alt, das andere 13 Jahre, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Insgesamt wurden nach aktuellen Behördenangaben 36 Menschen verletzt. Bisher war von mehr als 40 die Rede gewesen.

Drei Menschen seien zwar ins Krankenhaus gebracht, aber als unverletzt wieder entlassen worden, erklärte Christian Weinbuch von der Staatsanwaltschaft Ravensburg. Zudem habe es bei der Zuordnung zweier Personen eine Verwechslung gegeben. Die Zahl der Toten liegt unverändert bei drei. Zwei davon stammen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis, eine aus dem Kreis Sigmaringen.

Nach aktuellen Ermittlungserkenntnissen geht die Polizei nunmehr davon aus, dass sich rund 50 Personen im Zug befanden. Im Rahmen der Ermittlungen ergaben sich Hinweise, dass sich mehrere, bislang unbekannte Insassen, vom Unfallort abholen ließen. Die Kriminalpolizei Biberach bittet diese Personen, sich bei der Polizei unter Tel. 0731/1880 zu melden.

Die Ermittler stellten den Fahrtenschreiber des Zuges zur Auswertung sicher.Außerdem wurde durch die Staatsanwaltschaft Ravensburg die Erstellung eines geologischen Gutachtens beauftragt.