Wahlumfrage in BW: Südwest-CDU lässt Grüne weit hinter sich, AfD-Trend gestoppt

Manuel Hagel, CDU-Parteichef und wahrscheinlicher Spitzenkandidat für die Landtagswahl, spricht im Landtag. Seine Partei befindet sich im Wettstreit mit den Grünen im Aufwind.
Bernd Weißbrod/dpaDie CDU in Baden-Württemberg ist weiter im Umfrage-Aufwind – und eilt den Grünen inzwischen mit großen Schritten davon: Inzwischen liegt die Union schon satte zehn Prozentpunkte vor der Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).
Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre, kämen die Christdemokraten nach einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) auf 32 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage im September, es ist außerdem der höchste Wert für die Südwest-CDU seit acht Jahren. Vor allem für den neuen Landesparteichef Manuel Hagel dürften die Zahlen Rückenwind bedeuten – es ist die erste Umfrage seit dem Machtwechsel an der CDU-Spitze im November 2023. Hagel, der auch Fraktionschef im Landtag ist, hatte damals Thomas Strobl als Vorsitzender der Südwest-CDU abgelöst. Der Ehinger gilt zudem auch als sicherer Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2026.
AfD verliert zwei Prozentpunkte
Die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann verharren demnach unverändert bei 22 Prozent. Die AfD muss dagegen im Vergleich zur letzten Umfrage einen Dämpfer hinnehmen. Die Rechtsaußen-Partei käme der Umfrage zufolge auf 18 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als noch im September. Nach brisanten Recherchen des gemeinnützigen Medienhauses „Correctiv“ über ein Geheimtreffen, bei dem über Pläne von Deportationen von Menschen mit Migrationshintergrund debattiert wurde, steht die AfD in diesen Tagen stark unter Druck. Bundesweit gehen jeden Tag zehntausende Menschen gegen Rechtsextremismus und die AfD auf die Straße.
Bei der Landtagswahl im März 2021 hatten die Grünen 32,6 Prozent erreicht, die CDU kam auf 24,1 Prozent, die SPD auf 11, die FDP auf 10,5 und die AfD auf 9,7 Prozent.
Nur 43 Prozent zufrieden mit der Demokratie
Wegen vieler Krisen sind die Bürgerinnen und Bürger im Land der Umfrage zufolge zu Beginn des neuen Jahres deutlich verunsichert. Nur noch ein knappes Drittel schaut zuversichtlich in die Zukunft, eine Mehrheit von 60 Prozent äußert sich dagegen beunruhigt über die Lage im Land. Zudem ist auch das Vertrauen der Menschen in die Demokratie gesunken. Nur noch 43 Prozent der Befragten sind demnach mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland zufrieden, 56 Prozent äußern sich kritisch.
Für die Proteste der Landwirte in den vergangenen Wochen hat die große Mehrheit der Befragten Verständnis: 81 Prozent unterstützen der Umfrage zufolge die Bauernproteste, 17 Prozent haben dagegen kein Verständnis dafür.
Für die repräsentative Umfrage wurden 1152 Menschen in Baden-Württemberg zwischen dem 11. und 16. Januar befragt. Die Umfrage fand per computergestützten Telefoninterviews und mit einem internet- beziehungsweise onlinegestützten Verfahren statt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten.


