Mysteriöses Objekt gesichtet: Anrufer melden der Polizei einen hellen Feuerball am Himmel

Ein Starlink-Satellit ist laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aus Süddeutschland sichtbar über der Schweiz in die Atmosphäre eingetreten.
Tim Meyer/EHL Media/dpaDie Bilder und Videos verbreiten sich am Dienstagabend in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer: Ein Flugobjekt bewegt sich gut sichtbar am Nachthimmel über Baden-Württemberg und zieht einen hellen Feuerschweif hinter sich her. Viele Menschen fragen sich, was die Ursache ist – auch die Polizei erhält Anrufe von besorgten oder verwunderten Menschen, die wissen wollen, was da los ist.
Satellit tritt über der Schweiz in die Atmosphäre ein
Die Aufklärung des Rätsels kommt allerdings später durch eine andere Behörde: Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist ein Satellit des Unternehmens Starlink über der Schweiz in die Erdatmosphäre eingetreten und verglüht. Das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr habe dem BBK diese Information übermittelt, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes der Nachrichtenagentur dpa.
Starlink-Satelliten gehören zum Raumfahrtunternehmen SpaceX des umstrittenen Milliardärs Elon Musk, der den E-Autobauer Tesla gegründet hat, inzwischen auch Besitzer des sozialen Netzwerks X (ehemals Twitter) ist und im US-Präsidentschaftswahlkampf auf der Seite von Donald Trump mitmischt. Die Satelliten sollen schnelles Internet überall verfügbar machen und fliegen in rund 500 Kilometern Höhe. SpaceX ist der mit Abstand größte Betreiber mit inzwischen mehr als 5000 Starlink-Satelliten im Erdorbit, etwa 42 000 sollen es insgesamt werden. Dem Unternehmen zufolge stellen abgestürzte Starlink-Satelliten keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar.
Immer wieder Phänomene am Himmel
In mehreren Städten Baden-Württembergs hatten Menschen bei der Polizei angerufen, weil sie gegen 21.30 Uhr den Feuerschein am Himmel beobachtet hatten. Entsprechende Anrufe gingen etwa bei den Polizeipräsidien in Ravensburg, Konstanz und Stuttgart ein, wie deren Sprecher mitteilten. Viele User in sozialen Netzwerken posteten Videos des Flugobjekts, das einen Feuerschweif hinter sich her zieht. Auch Marcel Lilla aus Burlafingen schickte der Redaktion der SÜDWEST PRESSE ein Video, das er aufgenommen hatte.
Diverse Theorien machten zunächst in den Netzwerken die Runde, auch in Österreich und der Schweiz rätselten Menschen über das Phänomen. Während Anrufer und auch Nutzer der Nachrichtenplattform X hinter dem Spektakel einen Meteoriten vermuteten, dementierten Experten schnell. „Ich würde aufgrund der recht langsamen Geschwindigkeit und der Art der Fragmentierung auf abstürzenden Weltraumschrott oder Ähnliches tippen“, sagte der Präsident der Astronomischen Gesellschaft Zürcher Unterland, Fabian Mathis, dem Schweizer „Blick“. Der Weltraumspezialist Men Schmidt aus St. Gallen (Schweiz) hat das Ereignis selber beobachtet, wie er der Zeitung sagte. „Eine realistische Erklärung ist, dass es sich um Teile eines Satelliten oder einer Rakete handelt“, vermutete er. Der US-Astronom Jonathan McDowell postete dann auf X einen Hinweis mit Karte auf einen Starlink-Satelliten, der sich später bestätigen sollte.
Satelliten von Starlink sind immer wieder für gut sichtbare Phänomene am Himmel verantwortlich und lösen Fragen von Bürgern aus. So ist das Satellitenband immer wieder als „Lichterketten“ oder „Perlenschnur“ am Nachthimmel zu sehen.
Ausgefallene Satelliten oder anderer Weltraumschrott in einer Höhe unter 600 Kilometern fallen nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa innerhalb weniger Jahre wieder auf die Erde zurück. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen sie meistens. Derzeit fliegen Millionen Trümmerteile als Weltraumschrott um die Erde. Außerdem kreisen nach Angaben der europäischen Weltraumbehörde Esa mehr als 12.500 Satelliten um den Planeten – viele davon sind nicht mehr funktionstüchtig.
Das kann auch für die Raumfahrt zur Gefahr werden. Die chinesische Raumstation „Tiangong“ („Himmelspalast“) wurde vor Monaten von Weltraumschrott getroffen und musste gewartet werden. Auch die Internationale Raumstation ISS muss immer wieder Trümmerteilen ausweichen.
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