Landtagswahl BW 2026
: Umfrage zeigt: So kommt das Hagel-Video bei den Wählern an

Ein acht Jahre altes Interview des CDU-Spitzenkandidaten sorgt kurz vor der Wahl für Wirbel. Eine Umfrage zeigt nun, wie sehr die alten Aussagen Hagel im Landtagswahlkampf schaden.
Von
dpa
Stuttgart
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Manuel Hagel

Ein acht Jahre altes Interview des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel sorgte kurz vor der Wahl für Wirbel. Eine Umfrage gibt nun Aufschlüsse zu dem Thema.

Michael Kappeler/dpa
  • YouGov-Umfrage: 47 % sehen Hagel nach altem Video negativer, 13 % positiver.
  • 38 % sagen: Video ändert wenig an ihrer Beurteilung von Hagel.
  • 48 % haben von Clip und Debatte nichts mitbekommen; 34 % können Inhalt erklären.
  • Anlass: Acht Jahre altes Interview über Schulbesuch; Aussage zu „rehbraunen Augen“.
  • YouGov befragte 25. Feb.–3. März 1.010 Wahlberechtigte in BW; Fehlertoleranz 1,3–3,1 % Punkte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Welche Auswirkungen hat das viel kritisierte acht Jahre alte Interview von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg? Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gibt nun erstmals Hinweise darauf, wie stark die Debatte Hagel schadet. In der Befragung gab etwa die Hälfte (47 Prozent) der Befragten, die von dem Video gehört hatten, an, dass es ihr Bild von Hagel eher negativ beeinflusse. Etwa jeder Zehnte (13 Prozent) hat nun sogar ein positiveres Bild von Hagel. Bei 38 Prozent der Befragten ändert das Video eher wenig an der Beurteilung Hagels.

Viele Befragte haben von der Debatte aber auch gar nichts mitbekommen. Fast jeder Zweite (48 Prozent) gab an, von dem Video und der anschließenden Debatte nichts gehört oder gelesen zu haben. 34 Prozent haben davon gehört oder gelesen und können auch erklären, worum es geht. 14 Prozent haben die Debatte mitbekommen, können sie aber nicht genau erklären.

Aussage zu „rehbraunen Augen“ sorgte für Wirbel

Vergangene Woche hatte eine Bundestagsabgeordnete der Grünen einen acht Jahre alten Clip gepostet, der Hagel bei einem Interview zeigt. Hagel, damals 29 Jahre alt und Landtagsabgeordneter, berichtet darin von einem Schulbesuch. In der Klasse hätten 80 Prozent Mädchen gesessen. „Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen“, sagt Hagel. Dann geht er auf eine Schülerin ein: „Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“ Der Clip sorgt für heftige Kritik.

Hagel hatte eingeräumt, dass der Einstieg in das Interview „Mist“ gewesen sei und betont, dass er den Satz so heute nicht mehr sagen würde.

In CDU-Kreisen wird bereits seit Tagen gemutmaßt, dass hinter der Veröffentlichung eine abgestimmte Aktion bei den Grünen steckt. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hatte dazu gesagt, dass seine Partei nichts veröffentlicht habe, sondern „eine Abgeordnete hat was veröffentlicht, was im Netz frei zugänglich ist“. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betonte, dass es sich nicht um eine konzertierte Aktion der Grünen gehandelt habe.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov vom 25. Februar bis 3. März 1.010 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,3 und 3,1 Prozentpunkten. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Landtagswahl 2026

Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Können die Grünen mit Cem Özdemir den zweiten grünen Ministerpräsidenten der Landesgeschichte stellen oder holt Manuel Hagel Baden-Württemberg für die CDU wieder zurück? Wie stehen die Chancen der anderen Parteien?

Infos, Hintergründe und Interviews zur Wahl finden Sie in unserer Übersicht.

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