Krawalle am Aschermittwoch in Biberach: Pyrotechnik auf Polizisten geworfen: Verdächtiger kommt aus Ulmer Region

Polizisten hatten bei Bauernprotesten um den politischen Aschermittwochs der baden-württembergischen Grünen in Biberach an der Riß alle Hände voll zu tun.
Silas Stein/dpaDer 45-Jährige soll mit pyrotechnischen Gegenständen auf Polizeibeamte geworfen haben, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Es handelt sich demnach um einen Mann aus dem Alb-Donau-Kreis. Bei einer Durchsuchung habe man belastende Beweismittel bei ihm sicherstellen können - was genau, wollte die Polizei nicht sagen. Gegen den Mann werde nun unter anderem wegen eines besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt.
Das war in Biberach passiert
Am Aschermittwoch war eine Protestaktion in Biberach an der Riß derart ausgeartet, dass die Grünen ihre Veranstaltung aus Sicherheitsgründen kurzfristig absagten.
Aufgrund der aggressiven und gewalttätigen Stimmung musste die Polizei die Zahl ihrer Einsatzkräfte auf 200 erhöhen. Protestierende warfen Steine, Pyrotechnik und andere Gegenstände auf Polizeikräfte. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Mehrere Polizeibeamte wurden an dem Tag verletzt.
In Biberach waren unter anderem Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (beide Grüne) erwartet worden. Gegen letzteren richtete sich dann auch eine direkte Attacke: Ein Unbekannter warf mit einem Zollstock die Scheibe an einem seiner Begleitfahrzeuge ein. Die Polizei konnte in dem Fall einen Tatverdächtigen ermitteln: einen 43 Jahre alter Mann aus dem Kreis Sigmaringen. Bei ihm fanden die Ermittler belastende Beweismittel.
Ulmer Veranstaltung mit Cem Özdemir bleibt ohne Ausschreitungen
Aufgrund der Ausschreitungen gab es einige Tage darauf in Biberach eine Mahnwache für Demokratie mit rund 350 Menschen. Zudem wurden bei vergleichbaren Veranstaltungen in den Wochen darauf aufwändige Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So etwa beim Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) beim SWP-Forum im Ulmer Stadthaus im März. Die Stadt erließ dafür eine Allgemeinverfügung mit Absperrungen, die Polizei war auf dem Ulmer Münsterplatz mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Veranstaltung ging problemlos über die Bühne. Der Einsatz der Ulmer Polizei wurde darüber hinaus im Innenausschuss öffentlich aufgearbeitet.
(Mit Material der dpa)

