Krawalle am Aschermittwoch in Biberach: Zollstock-Anschlag auf Özdemir-Auto: Polizei ermittelt Verdächtigen

Krawalle in Biberach: Die eingeschlagene Scheibe eines Autos des Begleitteams von Cem Özdemir neben der Biberacher Stadthalle. Jetzt ist der mutmaßliche Zollstockwerfer ermittelt, meldet die Polizei.
David Nau, dpaNach den teilweise gewalttätigen Krawallen von Landwirten beim Politischen Aschermittwoch in Biberach ist nichts mehr wie es war. Die Furcht vor weiteren Eskalationen ist so groß, dass bei Veranstaltungen mittlerweile aufwändige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. So etwa beim Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) beim SWP-Forum im Ulmer Stadthaus am Donnerstag, 7. März. Die Stadt erließ dafür eine Allgemeinverfügung mit Absperrungen, die Polizei war auf dem Ulmer Münsterplatz mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Krawalle in Biberach: Mit Zollstock Özdemirs Auto beschädigt
Beim Politischen Aschermittwoch am 14. Februar war die Stimmung so aggressiv und gewalttätig geworden, dass die Polizei die Zahl ihrer Einsatzkräfte auf 200 erhöhen musste: Protestierende warfen Steine, Pyrotechnik und andere Gegenstände auf Polizeikräfte. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Mehrere Polizeibeamte wurden an dem Tag verletzt.
Die Aggression richtete sich auch gegen den Grünen-Politiker Cem Özdemir: Ein Unbekannter warf mit einem Zollstock die Scheibe an einem der Begleitfahrzeuge ein. Die Polizei ermittelte.
Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Jetzt melden die Staatsanwaltschaft Ravensburg und die Ulmer Polizei, dass nach umfangreichen Untersuchungen ein Tatverdächtiger ermittelt worden sei. Ein 43 Jahre alter Mann aus dem Kreis Sigmaringen soll der mutmaßliche Zollstockwerfer sein. Die Ermittler stellten im Zuge einer Durchsuchung bei dem Mann belastende Beweismittel sicher. Gegen ihn wird nun wegen
des Verdachts des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs,
der versuchten gefährlichen Körperverletzung,
des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte,
des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und
der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel
weiter ermittelt. Details nannte die Staatsanwaltschaft wegen der laufenden Ermittlungen nicht.


