Zum Rückzug von Tupperware: Zu teuer, zu behäbig


Tupperware war ein Pionier des Direktvertriebs. Erst in den vergangenen Jahren wurde das aufgeweicht.
JUSTIN SULLIVAN/AFPEtwas überraschend kommt das kategorische Nein zum Europageschäft nun schon. Es ist zwar seit Monaten klar, dass Tupperware Probleme hat, die Insolvenz war eine Folge des Schlingerkurses der vergangenen Jahre. Trotzdem hat die Gesellschaft zumindest in Deutschland im vergangenen Jahr einen Umsatz von 70 Millionen Euro gemacht, davon sollen laut Geschäftsführer 22 Millionen Profit übriggeblieben sein. Die US-Muttergesellschaft hat das wenig interessiert, sie hat die Lizenzen nicht verlängert. Vor allem für die rund 12.000 Beraterinnen und Berater in Deutschland ist das eine schlechte Nachricht.
Der Pionier der Verkaufspartys und damit des Direktvertriebs, der zur Kultmarke wurde, hatte in den vergangenen Jahren den Anschluss verloren. In der Corona-Zeit hatte Tupperware noch einmal einen Aufschwung erlebt, ironischerweise gerade dann, als Direktverkauf unmöglich war. Aber alle Versuche, danach an die guten Zahlen anzuknüpfen, sind gescheitert. Einige kamen zu spät und verwässerten die Marke.
Die Behälter und das Zubehör aus Kunststoff waren vielen zu teuer im Vergleich zur stetig wachsenden Billig-Konkurrenz. In Inflationszeiten über 100 Euro für eine Salatschleuder auszugeben, tut auch dem Mittelstand weh. Da halfen irgendwann auch die versprochenen 30-Jahre-Garantie nicht mehr.
