Frischhaltedosen: Tupperware nun auch in Deutschland insolvent

Tupperware gilt als Pionier bei Haushaltsgefäßen für Lebensmittel und im Direktvertrieb mit den Tupperpartys.
JUSTIN SULLIVAN/AFP- Tupperware Deutschland meldet Insolvenz an, 79 Mitarbeiter betroffen.
- US-Muttergesellschaft hat Schulden von mehreren hundert Millionen Dollar.
- Verkauf an Hedgefonds Stonehill und Alden genehmigt, 21,8 Mio. Euro gezahlt.
- Fokus auf Kernmärkte wie USA, Kanada und China, Europa noch unklar.
- Deutsche Tochter ohne Lieferungen aus dem Ausland nicht lebensfähig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Krise bei dem bekannten Hersteller von Frischhaltedosen zieht immer weitere Kreise. Die Muttergesellschaft in den USA hat bei ihren Gläubigern mehrere hundert Millionen Dollar Schulden und deshalb im September Insolvenz beantragt. Anschließend kamen die Landesgesellschaften in Österreich und der Schweiz.
Nun folgt auch die deutsche Tochter von Tupperware, die eng an den Konzern angebunden ist. Ohne die Belieferung durch die ausländischen Schwestergesellschaften sind laut WirtschaftsWoche keine Auslieferungen an die Kunden in Deutschland möglich. Also könnte die Tupperware Deutschland GmbH auch keine Umsätze mehr erzielen. 2022 arbeiteten für Tupperware in Deutschland noch 79 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Was mit denen nun geschieht, ist bislang offen.
Laut Insolvenzregister ist der Rechtsanwalt Thomas Rittmeister von der Kanzlei Reimer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Er gab auf Anfrage des Branchenmagazins Lebensmittelzeitung (LZ) bisher keine Auskunft, wie es weitergehen könnte.
Das US-Unternehmen, das vor allem durch seine Direktvertrieb-Strategie bekannt war, die berühmten Tupperpartys, hatte nach der Insolvenz einen Verkaufsprozess gestartet, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Damit sollte die Marke geschützt und der Wandel in ein „vorrangig technologiebasiertes Unternehmen“ vorangetrieben werden.
Verkauft an größte Kreditgeber
Inzwischen gibt es für die Verkaufspläne grünes Licht von einem US-Gericht. Tupperware darf sein Geschäft an seine größten Kreditgeber verkaufen. Die Vermögenswerte gehen laut LZ damit an die wichtigsten Gläubiger, zu denen die beiden größten Geldgeber, Hedgefonds Stonehill Institutional Partners und Alden Global Capital, gehören. Die zeigen sich wohl investitionsbereit. Die beiden Investmentfirmen zahlen laut der Nachrichtenagentur Reuters für das Geschäft umgerechnet rund 21,8 Millionen Euro in bar und erlassen darüber hinaus Schulden in Höhe von mehr als 58,4 Millionen Euro.
Nach dem Verkauft soll das Geschäft wohl neu aufgebaut werden. „Der Fokus soll zunächst auf globalen Kernmärkten wie den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, China, Korea, Indien und Malaysia liegen. Erst danach will das Unternehmen auch europäische und weitere asiatische Märkte erschließen“, schreibt die LZ. Märkte, die nicht zu den globalen Kernmärkten gehören und in denen hohe Verbindlichkeiten bestehen, sollten operativ abgewickelt werden. Offen ist, um welche Regionen es sich dabei handelt und wie es mit dem Geschäft in Deutschland weitergeht.

