Aus nach Insolvenz: Medien: Tupperware zieht sich komplett aus Europa zurück

Der Frischhaltedosen-Spezialist Tupperware ist insolvent – das hat nun für Europa offenbar drastische Folgen.
Hermann J. Knippertz/AP/dpa- Tupperware zieht sich nach Insolvenz aus Europa zurück.
- 350 Angestellte und 100.000 Berater betroffen.
- Letzte Rettungsversuche scheiterten; Betrieb wird eingestellt.
- Abschied auf Tupperware-Homepages verkündet.
- Bestellungen vor 22. Dezember werden bis Ende Januar ausgeliefert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Wir haben unsere Geschäftstätigkeit offiziell eingestellt“, steht als großer Hinweis auf der Homepage von Tupperware Deutschland. Damit verbunden ist ein Dank an Kunden und Berater, die das Unternehmen „als essenzieller Bestandteil auf der Reise von und mit Tupperware begleitet“ haben.
Die Insolvenz des Frischhaltedosen-Spezialisten Tupperware hat offenbar weitreichende Folgen: Wie die „Lebensmittel-Zeitung“ berichtet, verabschiedet sich das Unternehmen komplett aus Deutschland, Österreich sowie den übrigen Ländern in Europa. Die letzten Versuche, das Geschäft noch zu retten, seien fehlgeschlagen, der Betrieb werde abgewickelt, heißt es in dem Bericht weiter; die Partner im Handel seien bereits informiert, auf den Tupperware-Homepages werde der Abschied verkündet. Bis zuletzt hatte demnach die Geschäftsführung mit der Muttergesellschaft verhandelt, den Betrieb weiterzuführen – vergeblich.
Von der Entscheidung seien 350 Beschäftigte in ganz Europa betroffen – sowie rund 100.000 selbstständige Beraterinnen und Berater. In Deutschland sind es rund 12.000. Tupperware ist bekannt für seinen Direktvertrieb, unter anderem mit „Tupper-Partys“. Laut Lebensmittel-Zeitung soll in Deutschland Ware, die vor dem 22. Dezember bestellt wurde, noch bis Ende Januar ausgeliefert werden.
Zuerst in den USA insolvent, dann in Deutschland
Tupperware Deutschland hatte Ende November Insolvenz angemeldet. Dem war die Insolvenz der US-Muttergesellschaft bereits Mitte September vorangegangen. Die Traditionsfirma schuldete ihren Geldgebern mehrere hundert Millionen Dollar, wegen ausgebliebener Zahlungen rutschte Tupperware USA in die Insolvenz, der nach und nach andere Ländergesellschaften folgten.
Als Hoffnungsschimmer galt der Verkauf an die größten Kreditgeber, die sich noch im November vergangenen Jahres investitionsbereit gaben. Allerdings wollen sie sich wohl auf die Kernmärkte konzentrieren – wozu Europa inklusive Deutschland anscheinend nicht gehört.


Zum Rückzug von Tupperware:Zu teuer, zu behäbig
Tupperware hat in den vergangenen Jahren einige Fehler gemacht. Das Aus für den deutschen Vertrieb kommt trotzdem eher überraschend.