Milka-Schokolade: Mogelpackung? Warum Milka wegen 1 Millimeter verklagt wird

Milka-Schokolade ist seit Jahrzehnten beliebt. Nun ist sie deutlich teurer geworden, auch wegen höherer Kosten für Lieferketten und Zutaten.
Jan Woitas/dpa- Milka reduziert das Gewicht vieler Schokoladentafeln von 100 g auf 90 g – Preis bleibt gleich oder steigt.
- Verbraucherzentrale Hamburg klagt gegen Mondelez wegen fehlender Hinweise auf die Füllmengenänderung.
- Verpackung bleibt nahezu unverändert – nur kleine, leicht übersehbare Angaben zum neuen Gewicht.
- Verbraucherschützer kritisieren irreführendes Vorgehen und häufige Beschwerden über solche Praktiken.
- Mondelez betont Transparenz und verweist auf Gewichtshinweise auf der Packung und Infos in sozialen Medien.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es klingt nach ziemlich wenig: Um einen Millimeter ist die Milka-Schokoladentafel bei vielen Sorten dünner geworden. Dadurch wiegen die Tafeln allerdings nicht mehr 100 Gramm, sondern nur noch 90 Gramm – bei gleich bleibenden oder häufig sogar steigenden Preisen.
Ein Hersteller wie in diesem Fall Mondelez darf Packungsgrößen ändern, allerdings haben Gerichte gerade in letzter Zeit immer wieder betont, dass darauf deutlich hingewiesen werden muss, wie auch der Fall Sanella im Februar zeigte. Dieser klare Hinweis fehlt der Verbraucherzentrale Hamburg bei Milka. Sie hat deshalb beim Landgericht Bremen Klage gegen die Mondelez Deutschland GmbH eingereicht.
„Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen die Schokolade von Milka seit vielen Jahren in der gewohnten Verpackung und gehen davon aus, dass sich die Füllmenge nicht verändert hat. Doch sie werden getäuscht, weil etliche Sorten nur noch 90 Gramm zum gleichen oder gar höheren Preis enthalten“, sagt Armin Valet, Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg.
Gleiche Verpackung mit weniger Inhalt
Nur eine direkte Gegenüberstellung von alter und neuer Schokoladentafel zeige, wie irreführend das Vorgehen von Mondelez sei, sagt er. Ein deutlicher Hinweis auf die Reduzierung des Inhalts fehle: Die neue Nennfüllmenge des Produkts stehe nun zwar klein auf der Vorderseite der Verpackung, sei aber leicht zu übersehen.
„Ein winziger Zahlenaufdruck, der zudem noch von Kartonlaschen verborgen wird, reicht nicht aus. Wer weniger Ware in gleicher Verpackung anbietet, muss klar und unübersehbar darauf hinweisen“, erklärt Verbraucherschützer Valet. „Unternehmen wie Mondelez nutzten die Gesetzeslücke immer wieder schamlos aus. In den vergangenen Jahren sind viele hundert Beschwerden zu den Tricksereien des Lebensmittelkonzerns bei uns eingegangen“, beklagt er.
Der Hersteller Mondelez Deutschland erklärt hingegen, dass Transparenz für das Unternehmen wichtig sei. Das Gewicht der Tafeln sei deutlich auf der Packung zu sehen, außerdem habe das Unternehmen Kundinnen und Kunden in den sozialen Medien informiert.




Warum die Verbraucherzentrale zurecht gegen Hersteller Mondelez klagt.