Gläschen in Österreich gefunden
: Rattengift in Babynahrung – Hipp bestätigt Erpressung

Die Kripo Ingolstadt hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Betroffen sind laut Hipp Produkte, die im Spar Österreich gekauft wurden. Welche Gläschen sind in Ordnung?
Von
Caroline Strang
Pfaffenhofen
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Rückruf von Babykost in Österreich: 18.04.2026, Österreich, Wien: Hipp-Babykostgläschen stehen auf einem Tisch. Hipp hat sein gesamtes Babykostgläschen-Sortiment bei Spar Österreich zurückgerufen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Manipulation in den Artikel "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm ein gefährlicher Stoff eingebracht wurde, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens. Foto: Tobias Steinmaurer/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hipp hat sein gesamtes Babykostgläschen-Sortiment bei Spar Österreich zurückgerufen.

Tobias Steinmaurer/APA/dpa
  • Hipp ruft alle Babykostgläschen bei Spar Österreich zurück – Erpressung bestätigt.
  • In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden fünf manipulierte Gläser gefunden.
  • Labor fand Rattengift; die sichergestellten Gläser wurden vor Verzehr entdeckt.
  • Kripo Ingolstadt ermittelt, eine Gruppe „Glas“ ist eingesetzt; ein Glas könnte noch im Umlauf sein.
  • Hinweis für Eltern: Vakuumdeckel muss beim ersten Öffnen ploppen, auf Sticker am Boden achten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gleich der erste Satz dürfte Eltern, die ihr Kind gerade mit Hipp-Babykost füttern, auf den Magen schlagen: „Hipp ist Opfer einer Erpressung“, erklärt der Hersteller mit Sitz im bayerischen Pfaffenhofen in einer aktuellen Mitteilung. Schon seit mehreren Tagen läuft ein Rückruf des gesamten Babykost-Sortiments, das bei Spar in Österreich verkauft wurde. Denn in fünf manipulierten Gläsern wurde Rattengift gefunden.

Hipp schildert, wie es zu dem Rückruf kam. „Der Erpresser hat uns eine Nachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt, welches im Rahmen unserer Standardprozesse in größeren zeitlichen Abständen gesichtet wird.“ Als das Unternehmen die Mail gelesen hatte, wandte es sich sofort an die zuständige Polizei und Behörden und richtete einen internen Krisenstab ein. „Wir haben umgehend Maßnahmen ergriffen, um unsere Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen“, betonen die Verantwortlichen. Und dass sie sich in „enger und ständiger Abstimmung und Kooperation mit den Behörden“ befänden.

Kripo Ingolstadt ermittelt

Eine dieser zuständigen Behörden ist die Kriminalpolizei Ingolstadt, weil Hipp seinen Sitz im zugehörigen Pfaffenhofen hat. Dort wurde inzwischen die Ermittlungsgruppe „Glas“ eingerichtet. Ein Verfahren wegen Verdachts der versuchten Erpressung gegen Unbekannt läuft. Unmittelbar nach dem Auftauchen der Mail seien Ermittlungen eingeleitet worden, erklärt die Kriminalpolizei in einer Mitteilung.

„Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden in den drei benachbarten Ländern Österreich, Tschechien und der Slowakei insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser festgestellt.“ Erfreulich ist: „Die Gläser wurden vor Verzehr sichergestellt.“ Aber die Polizei warnt auch: „Ein manipuliertes Glas könnte in Österreich mutmaßlich noch im Umlauf sein.“

Laboruntersuchungen ergaben, dass die sichergestellten Gläser mit Rattengift versetzt worden waren. Der Verzehr kann lebensgefährlich sein. In Deutschland wurden keine mit Gift verunreinigten Gläser gefunden, die Drohung betraf Gläschen, die bei Spar Österreich verkauft wurden. Das Hipp-Sortiment in Deutschland sei von dem Rückruf nicht betroffen, teilt auch der Hersteller mit. Weitere Ermittlungsergebnisse wurden vorerst nicht bekannt gegeben.

Der Deckel muss ploppen

„Wichtig ist es uns, zu betonen, dass der Vorfall in keinem Zusammenhang mit unserer Produktqualität steht“, erklärt Hipp. Die Produktions‑, Qualitäts‑ und Kontrollprozesse seien uneingeschränkt intakt. „Es handelt sich um eine kriminelle externe Manipulation außerhalb unseres Einflussbereiches in den genannten drei Märkten.“ Und: „Wir haben keine Kenntnis von weiteren Manipulationen.“ Die Gläschen hätten das Werk in einwandfreiem Zustand verlassen.

Die Polizei weist darauf hin, dass bei Auffälligkeiten an den Babykostgläschen von einem Verzehr abgesehen und umgehend die am Auffindeort örtlich zuständige Polizei verständigt werden soll. Doch wann ist so ein Gläschen auffällig?

Worauf man achten sollte, beschreibt Hipp ausführlich auf seiner Homepage. Zum einen seien betroffene Gläser nach bisherigem Kenntnisstand am Glasboden mit einem weißen Sticker mit rotem Kreis gekennzeichnet. Unabhängig davon sollten Eltern oder Betreuer immer auf die Unversehrtheit der Verpackung achten. Besonders wichtig dabei ist der Vakuumverschluss der Gläser. Es muss ploppen, wenn man sie das erste Mal öffnet.

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