Elon Musk
: Erste Unternehmen geben bekannt: keine Tesla-Produkte mehr

Die Drogeriekette Rossmann, der Energieversorger Badenova und der Ökostromanbieter Lichtblick wollen künftig auf Produkte der Marke verzichten. Grund ist der Mann dahinter.
Von
Julia Gonser,
dpa
Berlin
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DC: Inauguration Of Donald J. Trump As The 47th President: Google CEO Sundar Pichai and Elon Musk watch during the 60th Presidential Inauguration in the Rotunda of the U.S. Capitol in Washington, Monday, Jan. 20, 2025. (Photo by Julia Demaree Nikhinson/Pool/Sipa USA)

Der Tech-Milliardär sorgt für viel Furore. Sein Verhalten bleibt nicht ohne Konsequenzen: Erste deutsche Unternehmen haben bekannt gegeben, künftig keine Tesla-Produkte mehr zu kaufen.

SIPA USA/Sipa USA/actionpress
  • Rossmann, Badenova und Lichtblick kaufen keine Tesla-Produkte mehr wegen Elon Musks Verhalten.
  • Musk unterstützt AfD und mischte sich in Wahlkämpfe ein, was Unternehmen kritisieren.
  • Badenova und Lichtblick beenden Tesla-Leasingverträge; Viebrockhaus verzichtet auf Tesla-Batterien.
  • Wirtschaftsethiker Aßländer sieht boykottierende Kleinunternehmen eher als PR-Effekt.
  • Tesla äußerte sich nicht zu den Boykotts.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Tech-Milliardär Elon Musk polarisiert. Unlängst sprach er auf der Plattform X eine Wahlempfehlung für die AfD aus, auch in anderen Ländern mischt er sich in den Wahlkampf ein. Während der Veranstaltung zur Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump sorgte er mit einer Geste seines rechten Arms für ordentlich Gesprächsstoff. Das alles bleibt nicht ohne Konsequenzen. Die Drogeriekette Rossmann hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, wegen der Unterstützung Musks für Trump keine weiteren Tesla-Fahrzeuge für ihren Fuhrpark anzuschaffen.

Auch andere Unternehmen, wie der baden-württembergische Energieversorger Badenova und der Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick teilten mit, künftig auf neue Autos der Marke zu verzichten. Auslöser sind verschiedene Äußerungen und das Wirken von Tesla-Chef Elon Musk.

Noch Tesla-Autos anschaffen oder nicht?

„Das Handeln von Elon Musk, nun quasi in Regierungsfunktion, hat uns aufhorchen lassen“, sagte Badenova-Vorstand Hans-Martin Hellebrand schon vor dem Machtwechsel im Weißen Haus. Der Freiburger Energiemanager kritisierte, mit dem Wirken des US-Unternehmers werde der Wirtschaftsstandort Deutschland geschwächt. „Das werden wir nicht akzeptieren.“ Elf Tesla-Fahrzeuge rollen bei Badenova noch bis Ende der Leasing-Verträge, neue Autos der Marke will der Versorger aber nicht mehr. Er verabschiedet sich zudem von Musks Kurznachrichtendienst X.

Der Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick verwies unter anderem auf Musks mehrfache Wahlwerbung für die AfD. Die Hamburger verzichten seit dem Jahreswechsel auf Tesla-Fahrzeuge und verlängern auch keine Leasingverträge mehr, wie eine Sprecherin berichtete. Das Unternehmen habe einen Fuhrpark im zweistelligen Bereich, davon war bisher die Hälfte von Tesla.

Musks Positionierung widerspreche Unternehmenswerten

Tesla habe die E-Mobilität in Deutschland revolutioniert und für neue Ideen gestanden, erklärte unlängst der Vorstandschef von Viebrockhaus, Lars Viebrock. „Den aktuell eingeschlagenen Weg können wir jedoch nicht mehr unterstützen.“ Die politische Positionierung von Musk widerspreche den Unternehmenswerten.

Das niedersächsische Hausbauunternehmen entschied ebenfalls, generell keine Tesla-Produkte mehr zu kaufen. Ein sogenanntes Aktionshaus des Herstellers sollte eigentlich mit einer Hausbatterie von Tesla als Energiespeicher ausgestattet werden – nun nicht mehr.

Ist der Verzicht ein erfolgversprechender Weg?

„Grundsätzlich ja“, sagte der Wirtschaftsethiker Michael Aßländer vom Internationalen Hochschulinstitut Zittau der Technischen Universität Dresden der Deutschen Presse-Agentur. Einbrechende Verkaufszahlen – etwa aufgrund eines Verbraucherboykotts – würden Unternehmen zum Handeln zwingen.

Der Wissenschaftler gab jedoch zu bedenken: „Einzelentscheidungen vergleichsweise kleiner Unternehmen, in ihrer Einkaufspolitik künftig auf die Produkte bestimmter Hersteller zu verzichten, mögen zwar für gute PR sorgen, bleiben aber weitgehend ohne Wirkung.“ Tesla werde sich wohl kaum beeindruckt zeigen, falls ein regionales deutsches Unternehmen keine Autoleasing-Verträge mehr abschließe.

Der Experte warf noch eine weitere Frage auf: Bei inhabergeführten Unternehmen sei es vergleichsweise einfach, weltanschauliche Gesichtspunkte oder eine politische Gesinnung zu äußern, denn es handele sich um die Überzeugung des jeweiligen Eigners. Bei Kapitalgesellschaften sei die Lage oft anders. Denn Vorstände müssten eine mitunter uneinheitliche Gruppe von Anteilseignern vertreten.

Keine Stellungnahme: „Wir äußern uns hierzu nicht“

Der Autobauer Tesla selbst nahm zu der Frage nach Boykotts zunächst keine Stellung. „Wir äußern uns hierzu nicht“, sagte eine Sprecherin des europaweit einzigen E-Auto-Werks von Tesla auf Anfrage in Grünheide bei Berlin.

Der Carsharer Miles-Mobilty berichtete zur Nachfrage nach Tesla-Autos, diese sei stabil. „Veränderungen in der Nutzung konnten wir auch in den letzten Tagen oder Wochen nicht beobachten“, teilte das Unternehmen mit. Zur bundesweiten Miles-Flotte gehören rund 380 Tesla-Fahrzeuge. Auf die Frage, ob neue Autos hinzukommen, lautete die Antwort, die Planung sehe zurzeit keine weiteren Teslas vor. Beim Carsharing kauft man kein Auto, sondern teilt es sich mit anderen Nutzern. Halter des Autos ist üblicherweise ein Carsharing-Anbieter.